Eine FritzBox als Repeater einrichten funktioniert am einfachsten über die Mesh-Funktion. Dabei wird die alte Box zum Mesh Repeater, verbindet sich per WLAN oder Kabel mit deiner Haupt-FritzBox und übernimmt deren Funknetz samt Passwort, sodass aus einem ausgemusterten Router ohne Zusatzkosten ein WLAN-Verstärker wird. Diese Anleitung zeigt beide Verbindungswege, den passenden Standort, den Einsatz hinter einem Router anderer Hersteller und die häufigsten Fehler.
Was du vorher brauchst
Für die Einrichtung brauchst du zwei FritzBoxen mit möglichst aktuellem FRITZ!OS, einen Computer und ein Netzwerkkabel. Die Modelle müssen nicht identisch sein, und ob die alte Box früher an DSL oder am Kabelanschluss hing, spielt keine Rolle, weil ihr eigenes Modem im Repeater-Betrieb ungenutzt bleibt.
- Haupt-FritzBox als Mesh Master. Das ist die Box, die mit dem Internet verbunden ist. In aktuellen Versionen übernimmt sie diese Rolle automatisch.
- Zweite FritzBox mit Mesh-Unterstützung. Nicht jedes ältere Modell kann als Mesh Repeater arbeiten, manche nur per Kabel. AVM führt eine Übersicht, welche Geräte welche Funktion beherrschen.
- Zugang zur Oberfläche der alten Box. Kennst du das Passwort nicht mehr, hilft unser Ratgeber zum Standard FritzBox Passwort.
- Den WLAN-Schlüssel der Hauptbox, falls du die Verbindung nicht per Tastendruck herstellst.
- Etwa eine halbe Stunde Zeit einschließlich Update.
Vorsicht bei Mietgeräten, denn FritzBoxen, die du vom Anbieter nur gemietet hast, gehören dem Anbieter und müssen nach Vertragsende meist zurückgegeben werden. Für den Repeater-Einsatz eignen sich deshalb vor allem gekaufte Geräte.
Vorbereitung: Alte FritzBox zurücksetzen und aktualisieren
Bevor die alte FritzBox zum Repeater wird, setzt du sie auf Werkseinstellungen zurück und bringst ihr FRITZ!OS auf den neuesten Stand. Reste der alten Konfiguration, etwa ein eigener Internetzugang oder feste IP-Adressen, führen sonst gerne zu Konflikten, die man später lange sucht.
- Verbinde den Computer per Netzwerkkabel mit der alten Box und trenne am Computer vorübergehend das WLAN der Hauptbox. So landest du sicher auf der richtigen Oberfläche.
- Öffne im Browser fritz.box und melde dich an.
- Lade unter System > Sicherung > Werkseinstellungen die Werkseinstellungen. Die Box startet neu.
- Melde dich erneut an und suche unter System > Update nach einem neuen FRITZ!OS. Installiere es, falls eines angeboten wird.
- Prüfe auch auf der Hauptbox, ob ein Update bereitsteht. Mesh funktioniert am zuverlässigsten, wenn beide Geräte aktuell sind.
Fehlen dir Menüpunkte, schalte in den Einstellungen die erweiterte Ansicht ein. Bei neueren FRITZ!OS-Versionen ist sie standardmäßig aktiv.
FritzBox als Repeater einrichten: Mesh per WLAN
Die Verbindung per WLAN ist der bequemste Weg, weil die Repeater-Box danach an jeder beliebigen Steckdose stehen kann. Die Bezeichnungen unterscheiden sich je nach FRITZ!OS-Version leicht, der Ablauf bleibt gleich:
- Stelle die alte FritzBox für die Einrichtung in denselben Raum wie die Hauptbox.
- Öffne auf der alten Box Heimnetz > Mesh und wechsle auf den Reiter Mesh-Einstellungen.
- Wähle als Betriebsart Mesh Repeater. Je nach Version heißt die Option auch „FRITZ!Box als Mesh Repeater“ oder erscheint erst nach einem Klick auf „Betriebsart ändern“.
- Entscheide dich für die Verbindung per WLAN.
- Wähle aus der Liste das Funknetz deiner Hauptbox, gib deren WLAN-Schlüssel ein und bestätige mit „Übernehmen“. Alternativ drückst du kurz die Connect- oder WPS-Taste an der alten Box und innerhalb von zwei Minuten an der Hauptbox.
- Warte einige Minuten, bis die Verbindung steht und die Einstellungen übertragen sind.
- Kontrolliere auf der Hauptbox unter Heimnetz > Mesh, ob die neue Box mit dem Mesh-Symbol in der Übersicht erscheint.
- Bringe die Repeater-Box an ihren endgültigen Standort. Nach dem Einstecken verbindet sie sich automatisch wieder.
Nach der Einrichtung übernimmt der Repeater WLAN-Name, Passwort und viele weitere Einstellungen der Hauptbox. Deine Geräte sehen nur noch ein einziges Funknetz und wechseln beim Herumlaufen selbstständig zum besser erreichbaren Zugangspunkt. Die Oberfläche der Repeater-Box erreichst du später über die Mesh-Übersicht der Hauptbox, denn unter fritz.box landest du in der Regel bei der Hauptbox. Das verwirrt beim ersten Mal fast jeden, ist aber so gewollt.
Per LAN-Kabel: die schnellere und stabilere Variante
Wenn du ein Netzwerkkabel verlegen kannst, ist die Verbindung per LAN der WLAN-Verbindung fast immer überlegen. Bei der WLAN-Brücke muss der Repeater einen Teil seiner Funkkapazität dafür verwenden, mit der Hauptbox zu sprechen. Das kostet Tempo, besonders wenn abends drei Leute gleichzeitig streamen. Per Kabel steht dem Repeater dagegen die volle Funkleistung für deine Geräte zur Verfügung.
An der Einrichtung ändert sich wenig. In den Mesh-Einstellungen wählst du statt „per WLAN“ die Verbindung per LAN und verbindest einen LAN-Anschluss der Repeater-Box mit einem LAN-Anschluss der Hauptbox. Die alte Box arbeitet dann als Netzwerkgerät im Heimnetz und bekommt ihre IP-Adresse von der Hauptbox. Viele Anleitungen nennen das LAN-Brücke.
Wo sich kein Kabel verlegen lässt, sind Powerline-Adapter eine Alternative, die das Signal über die Stromleitung transportieren. Wie gut das funktioniert, hängt stark von der Hausinstallation ab. In Altbauten mit mehreren Stromkreisen fällt das Ergebnis manchmal ernüchternd aus, deshalb lohnt es sich, Adapter mit Rückgaberecht zu kaufen und erst einmal zu testen.
Der richtige Standort
Der Repeater gehört dorthin, wo das WLAN der Hauptbox noch gut ankommt, und nicht dorthin, wo es bereits schwach ist. Das ist der häufigste Denkfehler überhaupt. Ein Repeater im Funkloch empfängt selbst nur ein schwaches Signal und kann entsprechend wenig weiterreichen.
Als Faustregel gilt etwa die Mitte zwischen Hauptbox und dem Bereich, der versorgt werden soll. Diese Punkte helfen bei der Wahl:
- Miss mit dem Smartphone an der geplanten Stelle die Signalstärke oder mach einen Geschwindigkeitstest. Kommt dort noch gut die Hälfte der Geschwindigkeit an, die du direkt neben der Hauptbox misst, ist der Platz geeignet.
- Stelle die Box erhöht und frei auf, nicht auf den Boden, nicht in einen Schrank und nicht hinter den Fernseher.
- Meide Metall, Heizkörper, Aquarien und Spiegel in direkter Nähe. Stahlbetondecken dämpfen das Signal zwischen Etagen stark.
- Die Mesh-Übersicht der Hauptbox zeigt die Verbindungsqualität zum Repeater an. Ist sie dauerhaft schlecht, rück den Repeater ein Stück näher.
Wenn der Hauptrouter keine FritzBox ist
Mit einem Router eines anderen Herstellers, etwa einem Speedport der Telekom oder einer Vodafone Station, bildet die FritzBox kein Mesh, sie kann aber trotzdem als Repeater arbeiten. Das Mesh-Verfahren von AVM funktioniert nur zwischen FRITZ!-Geräten.
Am besten verbindest du die FritzBox in diesem Fall per LAN-Kabel mit dem fremden Router und nutzt sie als Netzwerkgerät im Heimnetz, das ein eigenes WLAN aufspannt. Gibst du diesem WLAN denselben Namen und dasselbe Passwort wie dem Hauptrouter, wechseln viele Geräte halbwegs selbstständig zwischen beiden.
Ohne Kabel lässt sich die FritzBox als klassischer WLAN-Repeater am fremden Router betreiben. Je nach FRITZ!OS findest du die Option in den Mesh-Einstellungen oder bei älteren Versionen im Menü WLAN unter Repeater, der Internetzugang läuft dann über das vorhandene WLAN. Gegenüber Mesh hat das spürbare Nachteile, denn Einstellungen werden nicht automatisch übernommen, beide Geräte verwaltest du getrennt, und der Wechsel zwischen den Zugangspunkten klappt weniger elegant. Für ein einzelnes Zimmer mit schwachem Empfang ist das trotzdem eine brauchbare Lösung.
Wenn es nicht klappt
Die meisten Probleme bei der Einrichtung haben einfache Ursachen, die sich in wenigen Minuten beheben lassen:
- Die Option „Mesh Repeater“ fehlt. Erweiterte Ansicht aktivieren und FRITZ!OS aktualisieren. Fehlt sie danach immer noch, unterstützt das Modell den Betrieb per WLAN nicht, dann bleibt nur die Verbindung per Kabel.
- Die Box erscheint nicht in der Mesh-Übersicht. Beide Geräte nebeneinanderstellen, die Connect-Taste erneut drücken und etwas Geduld haben. Hilft das nicht, die alte Box noch einmal zurücksetzen.
- Das WLAN ist trotz Repeater langsam. Standort prüfen und, wenn möglich, auf die Verbindung per LAN umsteigen.
- Die Oberfläche des Repeaters ist nicht erreichbar. Über die Mesh-Übersicht der Hauptbox öffnen, dort ist ein Link zur Repeater-Box hinterlegt.
- Geräte bleiben am weit entfernten Zugangspunkt hängen. WLAN am Gerät kurz aus- und wieder einschalten. Ältere Smartphones wechseln weniger bereitwillig als neue.
Häufige Fragen zur FritzBox als Repeater
Kann man eine zweite FritzBox als Repeater nutzen?
Ja, die meisten FritzBoxen der letzten Jahre lassen sich als Repeater einsetzen, egal ob sie früher an DSL, Kabel oder Glasfaser hingen. Zusammen mit einer Haupt-FritzBox arbeiten sie als Mesh Repeater und übernehmen deren WLAN-Namen und Passwort. Ältere Modelle unterstützen das teilweise nur per Netzwerkkabel. Vor der Einrichtung solltest du die alte Box zurücksetzen und ihr FRITZ!OS aktualisieren.
Welche FritzBox kann als WLAN-Repeater eingesetzt werden?
Grundsätzlich eignen sich die meisten FritzBox-Modelle mit WLAN und einer halbwegs aktuellen FRITZ!OS-Version. Ob ein bestimmtes Gerät als Mesh Repeater per WLAN oder nur per LAN arbeiten kann, zeigt die Übersicht von AVM zu den Mesh-fähigen Produkten. Sehr alte Modelle ohne aktuelle Updates beherrschen oft nur den klassischen Repeater-Modus. Welche Betriebsarten deine Box anbietet, siehst du auch direkt in ihren Mesh-Einstellungen.
Ist eine FritzBox als Repeater besser als ein richtiger Repeater?
Eine alte FritzBox kostet nichts, bietet mehrere LAN-Anschlüsse für Fernseher oder Konsole und hat oft kräftige Antennen. Ein aktueller FRITZ!Repeater ist dafür kompakter, verbraucht weniger Strom und unterstützt teils neuere WLAN-Standards. Beim Strom lohnt ein kurzer Blick, denn fünf Watt Unterschied im Dauerbetrieb sind rund 44 Kilowattstunden im Jahr, bei 35 Cent pro Kilowattstunde also gut 15 Euro. Wer eine Box ohnehin übrig hat, sollte sie trotzdem zuerst ausprobieren, ist sie aber deutlich älter als die Hauptbox, bremst ihr älterer Funkstandard das Netz womöglich eher aus.
Wie verbinde ich die FritzBox als Repeater mit einem anderen Router?
Am besten per Netzwerkkabel. Die FritzBox wird dann als Netzwerkgerät an einen LAN-Anschluss des fremden Routers angeschlossen und spannt ein eigenes WLAN auf, idealerweise mit demselben Namen und Passwort. Ohne Kabel lässt sie sich als klassischer WLAN-Repeater am vorhandenen Funknetz betreiben. Ein Mesh mit automatischer Übernahme der Einstellungen entsteht in beiden Fällen nicht, weil das nur zwischen FRITZ!-Geräten funktioniert.