Samstag, 7. Juni 2026

Persönlichkeiten

Clara Schweizer: Alter, Studium und Weg in den Landtag

Clara Schweizer, Jahrgang 2002, trat im Wahlkreis von Winfried Kretschmann an und sitzt seit 2026 im Landtag. Ihr Werdegang, ihr Studium und ihre Themen.

Landtagsgebäude von Baden-Württemberg in Stuttgart mit dunkler Glasfassade und blühenden Bäumen davor

Foto: MSeses / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Clara Schweizer, Jahrgang 2002, sitzt seit 2026 für die Grünen im Landtag von Baden-Württemberg. Angetreten ist sie ausgerechnet im Wahlkreis Nürtingen, der über Jahrzehnte Winfried Kretschmann gehörte. Das Direktmandat ging an die CDU, ins Parlament kam sie trotzdem, über die Landesliste. Wie aus der Vorsitzenden des Nürtinger Jugendgemeinderats eine Landtagsabgeordnete wurde, lässt sich an wenigen, gut belegten Stationen nachzeichnen.

NameClara Jasmin Schweizer
Geboren14. August 2002 in Filderstadt
BerufPolitikerin (Bündnis 90/Die Grünen)
AmtMitglied des Landtags von Baden-Württemberg seit 2026, Wahlkreis 9 Nürtingen
FunktionSprecherin der Grünen-Fraktion für Klimaschutz und Energiewende
StudiumPolitikwissenschaft und Rechtswissenschaft, Universität Tübingen

Herkunft und Ausbildung

Clara Jasmin Schweizer kam am 14. August 2002 in Filderstadt zur Welt und wuchs in der Region Nürtingen auf. In ihrer Bewerbung für die Landtagswahl nennt sie den Wahlkreis ihre Heimat, und das ist mehr als eine Floskel, denn jede Station ihres bisherigen Wegs liegt dort. 2021 machte sie am Max-Planck-Gymnasium Nürtingen Abitur und schrieb sich danach in Tübingen für Politikwissenschaft und Rechtswissenschaft ein.

Zur Politik kam sie über die Schule. Die Grünen-Fraktion zeichnet ihren Weg als Treppe nach, die von der Schülermitverantwortung über den Jugendgemeinderat bis ins Landesparlament führt. Dahinter steht die Überzeugung, dass junge Menschen gemeinsam etwas an der politischen Wirklichkeit ändern können.

Vom Jugendgemeinderat zur Klima-Taskforce

Ihr erstes Gremium war der Nürtinger Jugendgemeinderat. Von 2017 bis 2021 saß Clara Schweizer darin, am Ende als Vorsitzende. Parallel engagierte sie sich bei Fridays for Future, und seitdem richtet sich ihre Arbeit am Klimaschutz aus.

Anfang 2022 bekam sie eine Aufgabe, die in diesem Alter kaum jemand übernimmt. Die baden-württembergischen Grünen schickten die 19-Jährige als Delegierte in die Bundesversammlung, die im Februar 2022 Frank-Walter Steinmeier als Bundespräsidenten bestätigte.

Wichtiger für ihren weiteren Weg war ein Verein. Im selben Jahr gründete sie in Nürtingen die Klima-Taskforce und übernahm die Geschäftsführung, nach eigenen Worten als „Plattform für ehrenamtliches Engagement und ein starkes Netzwerk“ für die Klimawende vor Ort. Das Konzept verrät einiges über ihren Politikstil. Statt nur zu demonstrieren, holt die Taskforce Politik, Verwaltung, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Wirtschaft an einen Tisch, also genau die Leute, mit denen man später im Gemeinderat Kompromisse aushandeln muss.

Bei der Kommunalwahl 2024 zog Clara Schweizer in den Nürtinger Gemeinderat und in den Kreistag des Landkreises Esslingen ein. Im Gemeinderat übernahm sie den stellvertretenden Vorsitz der Fraktion Nürtinger Liste/Grüne.

Die Landtagswahl 2026 im Wahlkreis Kretschmann

Mit der Kandidatur übernahm Clara Schweizer ein schweres Erbe. Nürtingen war über Jahrzehnte der Wahlkreis von Winfried Kretschmann, der 1980 zur ersten grünen Fraktion im Landtag gehörte und 2011 Ministerpräsident wurde. Als er ankündigte, 2026 nicht mehr anzutreten, stellten die Grünen im März 2025 die damals 22-jährige Studentin auf. In der Nürtinger Stadthalle K3N war sie die einzige Bewerberin und bekam laut Nürtinger Zeitung 43 von 45 Stimmen, Ersatzkandidat wurde David Armbruster. Der Teckbote überschrieb seinen Bericht mit „Zeitenwende bei den Grünen im Wahlkreis Nürtingen“, und die Schlagzeile trifft es.

Landesweit ging sie als Spitzenkandidatin der Grünen Jugend ins Rennen und stand auf Platz 21 der Landesliste. Als Schwerpunkte nannte sie in ihrer Bewerbung die Wärme-, Verkehrs- und Energiewende und mehr Unterstützung für Kommunen, die klimaneutral werden wollen.

Am 8. März 2026 zeigte sich, wie groß die Fußstapfen waren. Maren Steege von der CDU holte das Direktmandat mit 33,7 Prozent der Erststimmen, Clara Schweizer kam auf 27,9 Prozent. Kretschmann hatte den Wahlkreis 2021 noch mit 38,8 Prozent gewonnen. Ihr Listenplatz reichte trotzdem für den Landtag, und seitdem vertritt sie den Wahlkreis 9 Nürtingen als Abgeordnete der Grünen.

Was macht Clara Schweizer heute?

Im Landtag spricht Clara Schweizer für die Grünen-Fraktion zu Klimaschutz und Energiewende, also zu genau dem Thema, mit dem sie als Schülerin angefangen hat. Stand September 2026 ist sie ordentliches Mitglied im Finanzausschuss und im Ausschuss für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft. Stellvertretend sitzt sie im Ständigen Ausschuss, im Verkehrsausschuss und im Petitionsausschuss. Dass eine Klimapolitikerin in den Finanzausschuss geht, ist folgerichtig, denn ihre Pläne für Wärmenetze und Bürgerenergie hängen am Geld der Kommunen.

In ihrem Fraktionsprofil nennt sie einfachere Planungsverfahren, mehr Bürgerenergie, den Ausbau von Wärmenetzen und Kommunen, die sich Klimaschutz auch leisten können. Politisch aktiv sei sie, weil sie Chancen nicht ungenutzt verstreichen lassen wolle, schreibt sie dort sinngemäß. Privat gibt sie wenig preis. Kraft tankt sie nach eigenen Angaben bei den Tieren auf dem kleinen Hof ihrer Familie oder mit einem Buch im Garten.

Häufige Fragen zu Clara Schweizer

Wie alt ist Clara Schweizer?

Clara Schweizer wurde am 14. August 2002 in Filderstadt geboren.

Welcher Partei gehört Clara Schweizer an?

Clara Schweizer ist Mitglied von Bündnis 90/Die Grünen. Bei der Landtagswahl 2026 war sie Spitzenkandidatin der Grünen Jugend.

Was hat Clara Schweizer studiert?

Nach dem Abitur 2021 am Max-Planck-Gymnasium Nürtingen schrieb sie sich an der Universität Tübingen für Politikwissenschaft und Rechtswissenschaft ein.

Über welchen Listenplatz kam Clara Schweizer in den Landtag?

Clara Schweizer stand auf Platz 21 der Landesliste der Grünen. Das Direktmandat im Wahlkreis Nürtingen gewann bei der Landtagswahl am 8. März 2026 Maren Steege von der CDU.

Welchen Wahlkreis vertritt Clara Schweizer?

Sie vertritt den Wahlkreis 9 Nürtingen im Landkreis Esslingen. Bis 2026 war das der Wahlkreis des früheren Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann.

Was ist die Klima-Taskforce Nürtingen?

Die Klima-Taskforce ist ein Verein, den Clara Schweizer 2022 in Nürtingen gegründet und als Geschäftsführerin geleitet hat. Er bringt Menschen aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Wirtschaft zusammen, die die Klimawende vor Ort voranbringen wollen.

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