Klaus Steinbacher wurde als Brauereierbe Roman Hoflinger in „Oktoberfest 1900“ bekannt und spielte danach Franz Beckenbauer. Vor der Kamera steht der Schauspieler aus dem Tölzer Land schon seit seiner Kindheit, und seine Rollen reichen inzwischen vom Fußballkaiser bis zum Neonazi. Im Spätsommer 2026 ist er gleich in zwei neuen ZDF-Serien zu sehen.
| Name | Klaus Steinbacher (bürgerlich Nikolaus Steinbacher) |
|---|---|
| Geboren | 23. Februar 1994 in Bad Tölz |
| Beruf | Schauspieler |
| Ausbildung | Bayerische Theaterakademie August Everding, München (2013 bis 2017) |
| Bekannt aus | Oktoberfest 1900 (2020), Der Kaiser (2022), Oktoberfest 1905 (2025) |
| Auszeichnungen | Romy 2021, Bayerischer Fernsehpreis 2021 (Nachwuchsförderpreis) |
| Größe | 1,78 m |
| Wohnort | München |
Herkunft und Anfänge als Kinderdarsteller
Klaus Steinbacher wurde am 23. Februar 1994 in Bad Tölz geboren und wuchs im nahen Reichersbeuern auf. Eigentlich heißt er Nikolaus. Seine ersten Filmrollen verdankt er Marcus H. Rosenmüller, in dessen Kinoerfolg „Wer früher stirbt ist länger tot“ er 2006 den Mitschüler Toni spielte. In Rosenmüllers „Schwere Jungs“ bekam er danach die jugendliche Hauptrolle des Basti.
Danach kamen Gastrollen in Serien wie „Siska“ und „Marienhof“, bis er 2011 als Costa Siantos zur festen Besetzung von „Fluch des Falken“ stieß. Bis 2012 drehte er 112 Folgen, für einen 17-Jährigen ein beachtliches Pensum.
Den Draht in die Heimat hat er nie gekappt. Ohne die Besuche bei der Familie auf dem Land wäre es ihm manchmal zu viel, sagte er 2022 im Interview mit dem Hilfswerk missio München: „Da zählt überhaupt nicht, was ich beruflich mache. Da bin ich einfach daheim und entspannt.“
Ausbildung an der Theaterakademie und Bühne
Sein Handwerk lernte Klaus Steinbacher von 2013 bis 2017 an der Bayerischen Theaterakademie August Everding in München. Seit der Spielzeit 2019/2020 gehört er als Gast zum Ensemble der Schauburg, des Münchner Theaters für junges Publikum. Vor der Kamera stand er in diesen Jahren weiter, 2018 etwa in sieben Folgen der Sky-Serie „Das Boot“ und 2021 im Netflix-Thriller „Prey“.
Leicht fiel ihm der Weg nicht. Die Angst vor dem Scheitern begleite ihn schon immer, erzählte er im August 2026 dem Portal film-rezensionen.de, sie sei beim Vorsprechen an der Akademie da gewesen und später bei Castings. „Manchmal gelingt es mir, im Scheitern auch eine Chance zu sehen und zu lernen, was ich beim nächsten Mal besser machen kann.“ Das sagt einer, der da längst eine Romy gewonnen hatte.
Der Durchbruch als Roman Hoflinger in „Oktoberfest 1900“
Bekannt wurde Klaus Steinbacher mit „Oktoberfest 1900“, einer sechsteiligen Serie, die im September 2020 im Ersten lief. Er spielte Roman Hoflinger, den Sohn einer Münchner Brauereifamilie, mit Martina Gedeck als Mutter Maria und Mišel Matičević als Brauereiunternehmer Curt Prank. Später war die Serie auch bei Netflix zu sehen.
Für die Rolle gewann er 2021 die Romy als beliebtester Nachwuchsschauspieler und beim Bayerischen Fernsehpreis den Nachwuchsförderpreis. Die Serie selbst holte im selben Jahr den Deutschen Fernsehpreis als bester Mehrteiler.
Fünf Jahre später kehrte er in die Rolle zurück. „Oktoberfest 1905“ hatte am 30. Juni 2025 beim Filmfest München Premiere und lief am 20. September 2025 im Ersten, am Tag der Wiesn-Eröffnung. Roman leitet darin die Familienbrauerei, und der Konflikt mit seinem Stiefvater Curt Prank spitzt sich zu. Zur Vorbereitung ging Steinbacher wieder ins Münchner Bier- und Oktoberfestmuseum, diesmal mit den Drehbüchern, um dort Text zu lernen.
Kritik an der ersten Staffel nahm er gelassen. „Generell sollte man sich nicht aus der Ruhe bringen lassen, weder von Preisen noch von Negativ-Kritik“, sagte er 2025 dem Münchner Wochenblatt Hallo.
Franz Beckenbauer, Sisi und ein Neonazi
Nach „Oktoberfest 1900“ hätte man Klaus Steinbacher leicht auf den bayerischen Brauereierben festlegen können. Er hat sich bewusst dagegen entschieden. „Ich achte also schon darauf, dass ich viel Abwechslung habe, weil es sonst langweilig wird“, sagte er 2025 im Gespräch mit film-rezensionen.de.
2022 spielte er in dem Sky-Film „Der Kaiser“ von Tim Trageser Franz Beckenbauer, vom Aufstieg in den 1960er-Jahren bis zum WM-Titel als Teamchef 1990. Für ihn war das eine Traumrolle, und bei den New York Festivals TV & Film Awards 2023 gewann er dafür Silber in der Kategorie für den besten Darsteller.
In der vierten und letzten Staffel der RTL+-Serie „Sisi“ spielte er Ende 2024 den Jockey und Pferdezüchter Georg Basselet von La Rosée, den Sisi zu einem Pferderennen herausfordert, um Schloss Possenhofen zu retten. In einer Szene sollte seine Figur ein Stück Pferdeapfel probieren, um das Futter des Pferdes zu prüfen. „Da habe ich mich bei den ersten zwei Takes so kaputtgelacht, dass erstmal nichts mehr ging“, erzählte er der Abendzeitung.
Mit „Turmschatten“ ging es in die entgegengesetzte Richtung. In der Thrillerserie nach dem Roman von Peter Grandl, die im November 2024 bei Sky startete, spielt er den Neonazi Karl Rieger, den der Holocaust-Überlebende Ephraim Zamir (Heiner Lauterbach) gefangen hält. Die Kritik bei tittelbach.tv hob hervor, dass er Rieger nicht als dumpfen Schläger anlegt. Sein Spiel wecke geradezu die Hoffnung, die Figur könne sich als Aussteiger erweisen.
Was macht Klaus Steinbacher heute?
Im September 2026 ist Klaus Steinbacher in zwei neuen ZDF-Serien zu sehen. In „München Beats“ spielt er Marius Meinhardt, den Sohn eines Fabrikanten, den Tobias Moretti verkörpert. Marius will das Gelände der alten Pfanni-Fabrik im München der 1990er-Jahre in einen Ort für Techno, Kunst und alternative Kultur verwandeln, angelehnt an den echten Kunstpark Ost. Die Serie steht seit Anfang August in der ZDF-Mediathek, im Fernsehen lief sie am 26. und 27. August 2026 als Zweiteiler.
Gereizt hätten ihn vor allem die Figur und ihre Entwicklung, sagte er film-rezensionen.de. Auf die Musik und die Mode der 1990er hatte er ohnehin Lust.
Seit dem 4. September 2026 steht außerdem die Comedyserie „SpyOn“ in der Mediathek, ZDFneo zeigt sie ab dem 29. September dienstags in Doppelfolgen. Steinbacher spielt Andreas „Andi“ Rödig, einen Provinzpolizisten, der mit vier anderen Anwärtern die Ausbildung beim Bundesnachrichtendienst durchläuft. Damit ist er einer Traumrolle ziemlich nahegekommen, denn 2025 hatte er im Interview mit Hallo einen Geheimagenten als Wunschrolle genannt.
Als Nächstes stehen der Independentfilm „Niemandsland“ von Julian Adiputra Witte und ein eigenes Bühnenprogramm mit Musik an. Klaus Steinbacher lebt in München und engagiert sich ehrenamtlich für das katholische Hilfswerk missio München, für das er 2022 nach Kenia reiste.
Häufige Fragen zu Klaus Steinbacher
Wie alt ist Klaus Steinbacher?
Klaus Steinbacher wurde am 23. Februar 1994 in Bad Tölz in Oberbayern geboren.
Woher kommt Klaus Steinbacher?
Er stammt aus dem Tölzer Land. Geboren wurde er in Bad Tölz, aufgewachsen ist er im nahen Reichersbeuern im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen.
Wie groß ist Klaus Steinbacher?
Laut seiner Agentur ist Klaus Steinbacher 1,78 Meter groß.
Wo lebt Klaus Steinbacher?
Klaus Steinbacher lebt in München. Seine Familie im Tölzer Land besucht er gern, wenn die Dreharbeiten Zeit lassen.
Wer spielt Franz Beckenbauer in „Der Kaiser“?
Franz Beckenbauer wird in dem Sky-Film „Der Kaiser“ von 2022 von Klaus Steinbacher gespielt. Regie führte Tim Trageser. Für die Rolle gewann Steinbacher 2023 Silber bei den New York Festivals TV & Film Awards.
In welchen Serien spielt Klaus Steinbacher mit?
Bekannt ist er aus „Oktoberfest 1900“ und „Oktoberfest 1905“, aus „Fluch des Falken“, „Das Boot“, „Sisi“ und „Turmschatten“. 2026 spielt er in den ZDF-Serien „München Beats“ und „SpyOn“.