Samstag, 7. Juni 2026

Persönlichkeiten

Werner Kreindl: SOKO 5113, Familie und Todesursache

Werner Kreindl spielte 14 Jahre lang Kommissar Göttmann in SOKO 5113. Vom Burgtheater zu „Holocaust“, seine Ehe mit Diana Körner und sein Tod 1992.

Alter Röhrenfernseher in Schwarz-Weiß auf staubigem Betonboden vor einer hellen Wand

Foto: Anete Lusina / Pexels

Für ein Millionenpublikum war Werner Kreindl 14 Jahre lang Hauptkommissar Karl Göttmann, der Chef der „SOKO 5113“ im Vorabendprogramm des ZDF. Der Weg dorthin führte über das Wiener Burgtheater und große deutsche Bühnen, auf denen sich der Österreicher, geboren 1927 in Wels, einen Namen als Charakterdarsteller gemacht hatte. Er starb am 6. Juni 1992, als die Serie noch lief.

NameWerner Kreindl
Geboren20. Oktober 1927 in Wels, Oberösterreich
Gestorben6. Juni 1992 in Wagrain bei Vöcklabruck
BerufSchauspieler, Regisseur
Bekannt ausSOKO 5113 (1978 bis 1992), Holocaust (1978), Der Schüler Gerber (1981)
AuszeichnungFilmband in Gold für „Der Schüler Gerber“
EhefrauDiana Körner (verheiratet ab 1980)
GrabFriedhof Bogenhausen, München

Herkunft und Anfänge in Wien

Werner Kreindl wurde am 20. Oktober 1927 in Wels geboren und wuchs als Einzelkind in Vöcklabruck auf. Laut Munzinger-Archiv war der Vater Polizeibeamter, und in der Schule fiel der Sohn zunächst als Leichtathlet auf. Dann kam der Krieg. Mit 17 Jahren wurde Kreindl als Soldat am Kopf verwundet, eine Verletzung, von der er sich wieder erholte.

Nach Kriegsende studierte er in Wien Germanistik und Theaterwissenschaft, doch die Bühne zog ihn stärker an als der Hörsaal. 1946 gründete er mit Kommilitonen ein Studententheater und leitete es. Zwei Jahre später brach er das Studium ab und nahm ein Engagement in Graz an.

Vom Burgtheater auf die großen Bühnen

Nach den ersten Jahren in Wien und Graz holte das Burgtheater Werner Kreindl als Charakterdarsteller, und von dort aus spielte er sich durch die großen Häuser im deutschsprachigen Raum. Es folgten Bonn, München, Darmstadt, Berlin und Hamburg. Das Munzinger-Archiv hebt seine Erfolge in Goethes „Faust“ und Schillers „Wallenstein“ hervor, unter dem Regisseur Rudolf Noelte spielte er ein Repertoire, das von der Klassik bis in die Moderne reichte.

Festgelegt war er trotzdem auf einen Typ. Auf der Bühne galt Kreindl als Spezialist für die Machtbesessenen und die Durchtriebenen, und das Fernsehen besetzte ihn später oft genauso. Daneben arbeitete er auch als Regisseur.

Fernsehrollen von Göring bis „Holocaust“

Ab den 1960er-Jahren holte das Fernsehen Werner Kreindl vor die Kamera, und oft spielte er historische Figuren mit dunklen Seiten. 1967 war er in „Der Reichstagsbrandprozess“ Hermann Göring, im selben Jahr stand er für „Sieben Wochen auf dem Eis“ vor der Kamera, einen Film über die gescheiterte Nordpolexpedition von Umberto Nobile. 1972 folgte der Mehrteiler „Die rote Kapelle“.

International bekannt machte ihn der US-Vierteiler „Holocaust“ von 1978. Darin spielte er an der Seite von Meryl Streep und James Woods den Herrn Helms. Als die Serie im Januar 1979 im deutschen Fernsehen lief, löste sie eine breite Debatte über die Verbrechen der Nationalsozialisten aus.

Eine seiner stärksten Kinorollen hatte er 1981 in „Der Schüler Gerber“ nach dem Roman von Friedrich Torberg. Als tyrannischer Lehrer Artur Kupfer, den die Schüler „Gott Kupfer“ nennen, treibt er den Titelhelden in die Verzweiflung, und für diese Rolle bekam er das Filmband in Gold.

Neben der SOKO spielte er in den 1980er-Jahren auch in Familienserien, von 1983 bis 1985 als Alfons Lehner in „Unsere schönsten Jahre“ und 1985 als Oberbaurat Eugen Fitz in der „Schwarzwaldklinik“. Dazu kamen Gastrollen in Krimiserien wie „Derrick“ und „Der Alte“.

Kommissar Göttmann in der SOKO 5113

Seine bekannteste Rolle war Hauptkommissar Karl Göttmann, den Werner Kreindl von der ersten Folge 1978 bis zu seinem Tod 1992 spielte. Die Serie startete am 2. Januar 1978 im Vorabendprogramm des ZDF, mit einer Münchner Sonderkommission, die anfangs vor allem Autodieben und Rauschgifthändlern nachjagte. Göttmann gab den Ton an, an seiner Seite ermittelte von der ersten Folge an Wilfried Klaus als Horst Schickl. Am Ende standen zwölf Staffeln und mehr als 120 Folgen mit Kreindl.

Mit seiner Figur verschmolz er trotzdem nie ganz, jedenfalls nicht in den Augen des „Spiegel“. Das Magazin schrieb 1992 in seinem Nachruf sinngemäß, Kreindl habe mehr gekonnt als viele seiner Kollegen im Fernsehpolizeidienst und das auch zeigen dürfen. Wer die Rollen neben der Serie durchgeht, von Göring bis zum tyrannischen Lehrer Kupfer, versteht, was gemeint war.

Ende 1991 plante das ZDF, das Team zu verjüngen. Göttmann sollte zum Kriminaldirektor befördert werden und damit aus der Ermittlungsarbeit ausscheiden. Dazu kam es nicht mehr. Nach Kreindls Tod im Juni 1992 änderte der Sender die Ausstrahlung der letzten Folgen, einige davon liefen erst Monate später. Die Leitung der Sonderkommission übernahm in der Serie sein langjähriger Stellvertreter Horst Schickl.

Privatleben

Werner Kreindl war viermal verheiratet, zuletzt ab 1980 mit der Schauspielerin Diana Körner. Die Ehe hielt bis zu seinem Tod. Die gemeinsame Tochter Jenny-Joy Kreindl wurde ebenfalls Schauspielerin, und auch sein Sohn Michael Kreindl aus einer früheren Ehe ging zum Film, er arbeitet als Regisseur.

Tod und Nachwirkung

Werner Kreindl starb am 6. Juni 1992 mit 64 Jahren an einem Herzinfarkt, in Wagrain, einem Ortsteil von Vöcklabruck. Er starb damit in der Stadt, in der er aufgewachsen war. Sein Grab liegt auf dem Friedhof Bogenhausen in München, wo auch Erich Kästner und Rainer Werner Fassbinder begraben sind.

Die Serie überlebte ihren ersten Chef um fast drei Jahrzehnte. Seit 2016 hieß sie „SOKO München“, die 675. und letzte Folge zeigte das ZDF am 29. Dezember 2020. Vergessen war Göttmann dabei nicht. 2008 rollte der Film „Die Akte Göttmann“ seinen Tod noch einmal auf, mit einer erfundenen Wendung. Göttmann, so die Handlung, war nicht an einem Herzinfarkt gestorben, sondern vergiftet worden. 5,51 Millionen Menschen schalteten ein, und für Wilfried Klaus war es der letzte Auftritt als Schickl. Dass die Autoren 16 Jahre nach Kreindls Tod noch einmal bei seiner Figur ansetzten, sagt einiges darüber, welchen Platz Göttmann in der Serie hatte.

Seine Stimme ist bis heute zu haben. Der Audio Verlag führt seine Lesungen von Joseph Roths „Radetzkymarsch“, Arthur Schnitzlers „Leutnant Gustl“ und Fritz von Herzmanovsky-Orlandos „Der Gaulschreck im Rosennetz“. Wer Göttmann wiedersehen will, findet die Staffeln mit Kreindl auf DVD.

Häufige Fragen zu Werner Kreindl

Woran ist Werner Kreindl gestorben?

Werner Kreindl starb am 6. Juni 1992 an einem Herzinfarkt. Er war 64 Jahre alt und starb in Wagrain, einem Ortsteil von Vöcklabruck in Oberösterreich.

War Werner Kreindl mit Diana Körner verheiratet?

Ja. Die Schauspielerin Diana Körner war ab 1980 seine vierte Ehefrau, die Ehe hielt bis zu seinem Tod 1992. Die beiden hatten eine gemeinsame Tochter, die Schauspielerin Jenny-Joy Kreindl.

Hatte Werner Kreindl Kinder?

Bekannt sind zwei Kinder. Mit Diana Körner hatte er die Tochter Jenny-Joy Kreindl, die Schauspielerin wurde. Aus einer früheren Ehe stammt sein Sohn Michael Kreindl, der als Regisseur arbeitet.

Wo ist Werner Kreindl begraben?

Werner Kreindl liegt auf dem Friedhof Bogenhausen in München begraben.

Wie lange spielte Werner Kreindl in der SOKO 5113?

Er spielte Hauptkommissar Karl Göttmann von der ersten Folge im Januar 1978 bis zu seinem Tod im Juni 1992, in zwölf Staffeln und mehr als 120 Folgen. Nachfolger als Chef der Sonderkommission wurde Horst Schickl, gespielt von Wilfried Klaus.

Mehr lesen

Das könnte dich auch interessieren