Die FritzBox läuft - aber "eingerichtet" ist nicht dasselbe wie "richtig konfiguriert". Wer nach der Grundinstallation nicht weiterschaut, lässt Funktionen ungenutzt und hat oft Sicherheitseinstellungen offen gelassen, die eine Minute kosten, aber einen Unterschied machen.
In die FritzBox-Oberfläche einloggen
Alle Einstellungen sind über die Benutzeroberfläche zugänglich, die man über den Browser aufruft. Die Adresse ist meistens fritz.box oder 192.168.178.1 - beide führen zum Anmeldescreen. Das Standardpasswort steht auf der Unterseite des Routers, auf einem beiliegenden Aufkleber oder im Handbuch.
Wer das Passwort seit der Installation nicht geändert hat, sollte genau das als ersten Schritt nachholen. Ein einheitliches Werkspasswort ist ein Sicherheitsrisiko. Das neue Passwort lässt sich unter System > FritzBox-Benutzer für den Administrator-Account hinterlegen.
Die Oberfläche bietet zwei Ansichten - einfach und erweitert. Für alle Einstellungen in diesem Artikel wird die erweiterte Ansicht benötigt, die sich oben rechts aktivieren lässt.
WLAN optimieren: Kanal, Frequenzband und Name
Die meisten FritzBoxen senden gleichzeitig auf zwei Frequenzbändern, 2,4 GHz und 5 GHz. Das 5-GHz-Band ist schneller, hat aber eine geringere Reichweite; 2,4 GHz ist langsamer, dringt aber besser durch Wände. Moderne Geräte wählen automatisch das bessere Band - falls das nicht funktioniert, lässt es sich unter WLAN > Funknetz manuell steuern.
Der Kanal beeinflusst, wie stark benachbarte Netzwerke stören. In dicht besiedelten Gebieten können zu viele Netzwerke auf demselben Kanal die Verbindung verlangsamen. Ein anderer Kanal lässt sich unter WLAN > Funknetz > Kanal einstellen, oder man aktiviert die automatische Auswahl - die FritzBox wählt dann den aktuell weniger belegten.
Den WLAN-Namen zu ändern ist kein Sicherheitsmerkmal, aber trotzdem sinnvoll. Ein eindeutiger Name verhindert Verwechslungen mit Nachbarnetzen. Die SSID lässt sich unter WLAN > Funknetz > Name des WLAN-Funknetzes anpassen.
Gastnetz einrichten
Ein Gastnetz ist eine separate WLAN-Verbindung für Besucherinnen und Besucher. Geräte im Gastnetz kommen ins Internet, aber nicht an andere Geräte im Heimnetzwerk heran - kein Drucker, keine Netzwerklaufwerke, keine smarten Heimgeräte. Wer regelmäßig Gäste hat, sollte das einrichten.
Das Gastnetz lässt sich unter WLAN > Gastzugang aktivieren und mit einem eigenen Passwort versehen. Ein separates Passwort ist besser als das Hauptnetz-Passwort weiterzugeben, weil es sich später ohne Aufwand ändern lässt, ohne dass alle eigenen Geräte neu verbunden werden müssen.
Optional lässt sich dem Gastnetz eine zeitliche Begrenzung setzen. Der Zugang schaltet sich dann automatisch nach 1, 2, 24 oder 48 Stunden ab.
Kindersicherung und Zeitprofile
Die FritzBox erlaubt es, für einzelne Geräte im Netzwerk Zugangsbeschränkungen zu setzen - ohne zusätzliche Software. Zeitprofile lassen sich unter Internet > Filter anlegen und einzelnen Geräten zuweisen.
Ein Zeitprofil legt fest, wann ein Gerät Internetzugang hat und wann nicht. So kommen Tablets der Kinder werktags nur bis 21 Uhr online, an Wochenenden bis 22 Uhr. Die Einschränkung gilt gerätegebunden - die MAC-Adresse des Geräts wird erkannt, unabhängig davon, wer gerade eingeloggt ist.
Auf inhaltlicher Ebene lässt sich ebenfalls filtern. Unter Internet > Filter > Kindersicherung werden Dienste und Inhaltskategorien gesperrt.
Sicherheit: Firewall, DNS und Passwörter
Die FritzBox bringt eine eingebaute Firewall mit, die für die meisten Heimnetzwerke ausreichend konfiguriert ist. Wer zusätzliche Kontrolle möchte, prüft unter Internet > Filter > Listen, ob unerwünschte Dienste blockiert sind.
Ein wenig bekanntes Sicherheitsmerkmal ist die Möglichkeit, einen alternativen DNS-Server einzutragen. Unter Internet > Zugangsdaten > Weitere Einstellungen lassen sich öffentliche DNS-Server wie 9.9.9.9 (Quad9) hinterlegen. Quad9 blockiert bekannte Schadseiten automatisch - ohne weitere Konfiguration.
Firmware-Updates sollte man regelmäßig einspielen. Ob eine neue Version vorliegt, lässt sich unter System > Update prüfen; dort lässt sich auch die automatische Benachrichtigung aktivieren. Sicherheitsrelevante Updates stellt AVM zeitnah bereit.
Gerätepriorisierung und WLAN-Zeitplan
Wer einen Fernseher, eine Konsole oder einen Gaming-PC bevorzugt mit Bandbreite versorgen will, setzt unter Heimnetz > Netzwerk > Priorisierung Bandbreitenpriorisierungen. Das ist besonders nützlich, wenn mehrere Geräte gleichzeitig hohen Durchsatz brauchen.
Ähnlich funktioniert der WLAN-Zeitplan. Unter WLAN > Funknetz > Zeitschaltung lässt sich festlegen, zu welchen Zeiten das WLAN überhaupt aktiv ist. Wer nachts kein WLAN braucht, kann es abschalten lassen - das reduziert Strahlung und spart Strom, auch wenn beides in Summe moderat ausfällt.
Firmware aktualisieren und Backups anlegen
Regelmäßige Firmware-Updates sind der einfachste Weg, die FritzBox sicher zu halten. Unter System > Update lässt sich die aktuelle Version prüfen und die automatische Benachrichtigung aktivieren. Wer FRITZ!OS manuell aktualisiert, sollte vorher ein Backup anlegen.
Das Backup speichert alle Einstellungen in einer Datei, die sich jederzeit wiederherstellen lässt. Den Export findet man unter System > Sicherung > Sichern. Bei einem Defekt oder Modellwechsel ist das die schnellste Möglichkeit, die gewohnte Konfiguration zurückzuholen.
Häufige Fragen zu FritzBox-Einstellungen
Wie setze ich die FritzBox auf Werkseinstellungen zurück?
Es gibt zwei Wege. Über die Oberfläche geht man auf System > Sicherung > Werkseinstellungen. Per Hardware gibt es auf der Rückseite eine Reset-Taste, die man bei laufendem Betrieb mit einem spitzen Gegenstand gedrückt halten muss, bis die Powertaste langsam blinkt.
Warum ist das WLAN manchmal langsam, obwohl das Internet schnell ist?
Die häufigste Ursache ist Kanalüberlastung durch Nachbarnetze. Einen anderen WLAN-Kanal setzen oder die automatische Kanalwahl unter WLAN > Funknetz aktivieren hilft meist sofort. Falls nicht, lohnt sich ein Positionswechsel des Geräts oder der Wechsel auf das 5-GHz-Band.
Kann ich von unterwegs auf meine FritzBox zugreifen?
Ja, über MyFRITZ!. Unter Internet > MyFRITZ!-Konto lässt sich ein kostenloser AVM-Account verknüpfen. Danach ist die FritzBox über eine persönliche Adresse von überall erreichbar - inklusive Zugriff auf angeschlossene Netzwerklaufwerke.
Was macht ein Mesh-Netzwerk und brauche ich es?
Bei einem Mesh-Netzwerk verbinden sich mehrere FritzBox-Geräte zu einem gemeinsamen WLAN-Netz. Mobilgeräte wechseln automatisch zum stärksten Zugangspunkt. Sinnvoll ist das für größere Wohnungen oder Häuser, in denen ein einzelner Router nicht alle Räume gut abdeckt.