Ob Rosenmontag ein Feiertag in Hessen ist, fragen sich jedes Jahr Tausende, spätestens wenn in Fulda die Kapellen proben und in der Firma die ersten Kolleginnen Urlaub einreichen. Die kurze Antwort lautet nein, gesetzlich ist der Rosenmontag in Hessen ein ganz normaler Werktag. Die lange Antwort ist interessanter, denn in der Praxis haben trotzdem viele Menschen frei, und für Schulen, Behörden und Betriebe gelten sehr unterschiedliche Regeln.
Rosenmontag ist kein gesetzlicher Feiertag
In keinem deutschen Bundesland ist der Rosenmontag ein gesetzlicher Feiertag, auch nicht in Hessen. Das Hessische Feiertagsgesetz kennt zehn gesetzliche Feiertage, und die Fastnachtstage gehören nicht dazu. Das gilt ebenso für die Karnevalshochburgen Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz, wo viele Menschen das kaum glauben wollen, weil dort am Rosenmontag gefühlt die halbe Stadt auf der Straße steht.
Die gesetzlichen Feiertage in Hessen sind Neujahr, Karfreitag, Ostermontag, der 1. Mai, Christi Himmelfahrt, Pfingstmontag, Fronleichnam, der Tag der Deutschen Einheit sowie der erste und zweite Weihnachtstag. Ostersonntag und Pfingstsonntag fallen ohnehin auf einen Sonntag. Wer an einem dieser Tage arbeiten muss, hat in vielen Branchen Anspruch auf Zuschläge. Für den Rosenmontag gilt das nicht.
Daran ändern auch gesperrte Straßenzüge und umgeleitete Busse nichts. Geschäfte dürfen regulär öffnen, Banken und Postfilialen arbeiten normal, Pakete werden zugestellt, und für Beschäftigte besteht grundsätzlich Arbeitspflicht.
Wann ist Rosenmontag 2027 und in den Folgejahren?
Der Rosenmontag hat kein festes Datum, sondern richtet sich nach Ostern. Er liegt immer 48 Tage vor dem Ostersonntag und damit sieben Wochen und einen Tag davor. Weil Ostern zwischen dem 22. März und dem 25. April schwankt, kann der Rosenmontag zwischen Anfang Februar und Anfang März liegen.
| Jahr | Rosenmontag | Fastnachtsdienstag | Aschermittwoch |
|---|---|---|---|
| 2027 | 8. Februar | 9. Februar | 10. Februar |
| 2028 | 28. Februar | 29. Februar | 1. März |
2027 fällt der Rosenmontag also ungewöhnlich früh in den Kalender. Wer Urlaub beantragen will oder Gäste zu einem Umzug einlädt, sollte das rechtzeitig einplanen, denn in Fastnachtshochburgen sind Hotels und Ferienwohnungen an diesem Wochenende schnell ausgebucht.
Was für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gilt
Wer am Rosenmontag feiern will, muss dafür in aller Regel einen Urlaubstag nehmen. Einen gesetzlichen Anspruch auf Freistellung gibt es nicht, auch nicht für Mitglieder von Fastnachtsvereinen oder für Menschen, die im Umzug mitlaufen. Der Arbeitgeber kann einen Urlaubsantrag an diesem Tag ablehnen, wenn betriebliche Gründe dagegen sprechen, etwa weil schon zu viele Kollegen frei haben.
Ausnahmen ergeben sich allerdings aus dem Betrieb selbst. Ein Tarifvertrag, eine Betriebsvereinbarung oder der Arbeitsvertrag können den Rosenmontag oder einen halben Tag freistellen. Außerdem kann eine sogenannte betriebliche Übung entstehen. Hat ein Arbeitgeber mehrere Jahre hintereinander, meist mindestens drei, ohne Vorbehalt freigegeben, dürfen die Beschäftigten darauf vertrauen, dass das so bleibt. Will der Arbeitgeber das vermeiden, muss er die Freistellung jedes Jahr ausdrücklich als freiwillig und einmalig kennzeichnen.
Praktisch lohnt es sich, den Urlaubswunsch früh anzumelden, am besten schon bei der Jahresplanung im Herbst. In Teams, in denen mehrere Fastnachter arbeiten, entscheidet sonst oft schlicht, wer zuerst gefragt hat. Wer Gleitzeit hat, kann statt eines ganzen Urlaubstags auch Überstunden abbauen oder den Vormittag arbeiten und mittags zum Umzug gehen, denn viele Züge starten erst gegen Mittag.
Ein Wort zur Krankmeldung nach durchfeierter Nacht, weil sie jedes Jahr Thema ist. Wer wirklich krank ist, darf sich auch am Rosenmontag krankmelden. Wer dagegen gesund feiert und sich krankmeldet, riskiert eine Abmahnung oder im schlimmsten Fall die Kündigung, besonders wenn Fotos vom Umzug in sozialen Netzwerken auftauchen. Am Aschermittwoch gilt ebenfalls die normale Arbeitspflicht, ein Kater allein rechtfertigt keinen freien Tag.
Für Beschäftigte in Branchen mit Schichtbetrieb, im Handel, in der Gastronomie oder bei Bus und Bahn ist der Rosenmontag in Fastnachtsstädten ohnehin einer der arbeitsreichsten Tage des Jahres. Wer dort arbeitet, plant die eigene Fastnacht besser auf das Wochenende davor, wenn in vielen Orten Kinderumzüge und Sitzungen stattfinden.
Schulen, Kitas und Behörden
Für Schulkinder sieht die Lage oft freundlicher aus als für ihre Eltern. Hessische Schulen haben neben den regulären Ferien bewegliche Ferientage, deren Lage die Schulen innerhalb eines vorgegebenen Rahmens festlegen. Sehr viele Schulen, vor allem in den Fastnachtsregionen, legen diese Tage auf Rosenmontag und Fastnachtsdienstag. Ob das an deiner Schule der Fall ist, steht im Terminplan, den die Schule zu Beginn des Schuljahres veröffentlicht. Einheitlich für ganz Hessen ist die Regel nicht.
Kitas orientieren sich häufig an den Schulen, sind aber nicht daran gebunden. Hier entscheidet der Träger, also Kommune, Kirchengemeinde oder Verein. Eltern sollten sich die Schließtage frühzeitig geben lassen, damit nicht beide Elternteile am selben Tag Urlaub brauchen. Viele Kitas und Grundschulen feiern ihre eigene Kinderfastnacht übrigens schon in der Woche davor, oft am Donnerstag oder Freitag, mit Kostümen, Krapfen und einem kleinen Umzug ums Gelände.
Auch bei Behörden ergibt sich kein einheitliches Bild. In der Regel arbeiten Ämter am Rosenmontag regulär, manche Stadtverwaltungen in Fastnachtshochburgen schließen aber früher oder bieten nur eingeschränkte Sprechzeiten an, weil der Umzug durch die Innenstadt führt oder die Belegschaft traditionell frei hat. Wer an diesem Tag einen Termin im Bürgerbüro braucht, sollte vorher auf der Internetseite der Stadt nachsehen.
Wo in Hessen Fastnacht gefeiert wird
Auch wenn Köln, Mainz und Düsseldorf die großen Namen sind, hat Hessen eine lebendige Fastnachtstradition, die regional sehr unterschiedlich ausfällt. Gefeiert wird vor allem im Süden, in Osthessen und entlang des Mains, während es in Teilen Nordhessens am Rosenmontag kaum anders zugeht als an jedem anderen Montag im Februar. Die folgenden Orte gehören zu den bekanntesten Adressen.
- Fulda gilt als Fastnachtshochburg Osthessens. Der Rosenmontagszug gehört zu den größten des Landes und zieht jedes Jahr Zehntausende Zuschauer an. Gerufen wird hier Foaset Helau.
- Seligenstadt am Main feiert seine Fastnacht als Heimatfest mit einem großen Rosenmontagszug durch die Altstadt.
- Fritzlar in Nordhessen ist eine der wenigen nordhessischen Städte mit einer großen Straßenfastnacht.
- Herbstein im Vogelsberg ist für den Springerzug bekannt, eine besondere Tradition mit springenden Gestalten in weißen Gewändern.
- Frankfurt und Wiesbaden haben große Umzüge, die aber traditionell schon am Fastnachtssonntag laufen. Am Rosenmontag ist in beiden Städten deshalb deutlich weniger los als in Fulda.
Bei den Begriffen geraten Zugezogene gern durcheinander. In weiten Teilen Hessens heißt die närrische Zeit Fastnacht oder mundartlich Fassenacht, Fasching ist eher in Süddeutschland verbreitet und Karneval vor allem im Rheinland. Gerufen wird in Hessen überwiegend Helau, das kölsche Alaaf hört man dagegen kaum.
Tipps für den Rosenmontag in Hessen
Wer zum ersten Mal einen hessischen Umzug besucht, sollte früh da sein. Die besten Plätze an der Zugstrecke sind eine Stunde vor Beginn meist vergeben, und die Innenstädte sind für Autos weiträumig gesperrt. Busse und Bahnen fahren oft verstärkt, sind aber voll. Für Kinder lohnt sich ein Beutel für Kamelle, wie die Süßigkeiten genannt werden, die von den Wagen geworfen werden, und warme Kleidung unter dem Kostüm. Anfang Februar kann es auch in Südhessen frostig sein.
Wer mit dem Auto anreist, parkt am besten am Stadtrand und nimmt den Shuttle oder läuft das letzte Stück. Nach dem Umzug stauen sich die Ausfallstraßen oft über eine Stunde, und wer gefeiert hat, lässt das Auto sowieso stehen. In vielen Städten gelten am Zugweg außerdem Glasverbote, die von Ordnungsämtern kontrolliert werden. Getränke also lieber in Plastikflaschen oder Dosen mitbringen, oder gleich an einem der Stände kaufen und damit die Vereine unterstützen, die den Umzug organisieren.
Musst du am Rosenmontag arbeiten, bleibt immerhin der Abend. Regionale Nachrichtensendungen und Onlineportale zeigen Bilder und Zusammenfassungen der großen hessischen Züge, und in vielen Kneipen der Fastnachtsorte geht die Feier ohnehin bis in die Nacht weiter.
Woher der Rosenmontag seinen Namen hat
Mit Rosen hat der Rosenmontag vermutlich wenig zu tun. Die verbreitetste Erklärung führt ihn auf das rheinische Wort rosen oder rasen zurück, das so viel wie toben oder ausgelassen sein bedeutet. Der Rosenmontag wäre demnach schlicht der Rasende Montag. Eine zweite Deutung verweist auf den sogenannten Rosensonntag in der Fastenzeit, an dem der Papst früher eine goldene Rose segnete. Welche Erklärung stimmt, ist unter Sprachforschern bis heute nicht abschließend geklärt.
Sicher ist dagegen, woher die Umzüge stammen. Der erste organisierte Rosenmontagszug zog 1823 durch Köln, veranstaltet von einem eigens gegründeten Festkomitee, das den bis dahin oft wilden Straßenkarneval in geordnete Bahnen lenken wollte. Das Modell verbreitete sich schnell, auch nach Mainz und in die hessischen Städte. Viele der heutigen Fastnachtsvereine in Hessen wurden im 19. Jahrhundert nach diesem Vorbild gegründet.
Der Termin selbst ist religiös begründet. Mit dem Aschermittwoch beginnt die 40-tägige Fastenzeit vor Ostern, und die Tage davor waren traditionell die letzte Gelegenheit, ausgiebig zu essen, zu trinken und zu feiern. Daher stammt auch der Name Fastnacht, die Nacht vor dem Fasten, und deshalb endet das Treiben pünktlich am Dienstag um Mitternacht.
Häufige Fragen zum Rosenmontag in Hessen
Ist Rosenmontag in Hessen frei?
Nein, der Rosenmontag ist in Hessen kein gesetzlicher Feiertag. Beschäftigte müssen grundsätzlich arbeiten oder Urlaub nehmen. Eine Freistellung kann sich nur aus Tarifvertrag, Betriebsvereinbarung, Arbeitsvertrag oder einer betrieblichen Übung ergeben.
Haben Schulen in Hessen an Rosenmontag frei?
Viele hessische Schulen legen ihre beweglichen Ferientage auf Rosenmontag und Fastnachtsdienstag, eine landesweit einheitliche Regel gibt es aber nicht. Ob deine Schule geschlossen ist, steht im Terminplan der Schule für das laufende Schuljahr.
Wann ist Rosenmontag 2027?
Rosenmontag fällt im Jahr 2027 auf den 8. Februar. Fastnachtsdienstag ist der 9. Februar, Aschermittwoch der 10. Februar. Das Datum richtet sich nach Ostern und liegt immer 48 Tage vor dem Ostersonntag.
Haben Geschäfte am Rosenmontag in Hessen geöffnet?
Ja, Geschäfte, Supermärkte, Banken und Postfilialen dürfen am Rosenmontag regulär öffnen, weil er kein Feiertag ist. In Innenstädten mit Umzug schließen manche Läden früher oder öffnen gar nicht, weil Zufahrten gesperrt sind. Im Zweifel lohnt ein Blick auf die Öffnungszeiten des jeweiligen Geschäfts.