Wer bei Joana Schümer an Fernsehen denkt, denkt meist an Rosa Lehmann, die Bankerin aus „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“, oder an die ZDF-Telenovelas „Bianca“ und „Tessa“. Dabei stand sie in den 1990er Jahren am Schauspielhaus Bochum in Inszenierungen von Frank Castorf und Leander Haußmann auf der Bühne und sang in eigenen Bands. Heute arbeitet sie vor allem als Körpertherapeutin, ein Wechsel, der sich über zwei Jahrzehnte angebahnt hat.
| Name | Joana Schümer |
|---|---|
| Geboren | 8. Juli 1969 in Hamburg |
| Beruf | Schauspielerin, Körpertherapeutin |
| Bekannt aus | Gute Zeiten, schlechte Zeiten (Rosa Lehmann), Bianca – Wege zum Glück, Tessa – Leben für die Liebe |
| Ausbildung | Schauspielstudium an der Hochschule der Künste Berlin (1989 bis 1993) |
Herkunft und Ausbildung
Joana Schümer kam am 8. Juli 1969 in Hamburg zur Welt. Von 1989 bis 1993 studierte sie Schauspiel an der Hochschule der Künste in Berlin, der heutigen Universität der Künste, und schloss mit dem Diplom ab. Für ein Gastsemester ging sie 1990 an das Institut für Musik, Darstellende Kunst und Filmkunst in Sankt Petersburg.
Parallel dazu tanzte sie an der Tanzfabrik in Hamburg und Berlin und nahm Gesangsunterricht, und genau das brauchte sie für ihre ersten großen Rollen. 1993 und 1994 stand sie am St. Pauli Theater in Hamburg als Titelheldin im Musical „Sweet Charity“ auf der Bühne, danach spielte sie am Volkstheater Rostock die Hauptrolle in der Uraufführung von Robert Stolz' „Schicksal am Montmartre“.
Theaterjahre in Bochum
Ab 1995 gehörte Joana Schümer zum Ensemble des Schauspielhauses Bochum, und ein Blick auf ihre Rollenliste zeigt, wie hochkarätig diese Jahre besetzt waren. Unter Dimiter Gotscheff spielte sie die Alkmene in Kleists „Amphitryon“, unter Leander Haußmann die Julie in Büchners „Dantons Tod“, unter Jürgen Kruse Lady Macduff und Hekate in „Macbeth“. In Frank Castorfs „Marquis de Sade“ war sie ebenfalls dabei, bei Christina Paulhofer spielte sie die Alison in „Blick zurück im Zorn“.
Das Theater ließ sie danach nicht los. 2007 spielte sie am Renaissance-Theater Berlin in der deutschen Erstaufführung von Tom Stoppards „Rock'n'Roll“, inszeniert von Antoine Uitdehaag. Beim Festival Primeur in Saarbrücken war sie zwischen 2008 und 2012 gleich mehrmals zu sehen.
Fernsehrollen von Balko bis GZSZ
Ein großes Publikum erreichte Joana Schümer erst über das Fernsehen der 2000er Jahre. Nach frühen Auftritten in „Balko“ und „Alarm für Cobra 11“ spielte sie in der ZDF-Telenovela „Bianca – Wege zum Glück“ die Maren Heilmann und in der Nachfolgeserie „Tessa – Leben für die Liebe“ die Tamara Dannenberg. Zwischen 2006 und 2008 tauchte sie in vier Folgen von „Stubbe – Von Fall zu Fall“ auf, 2009 in „SOKO Kitzbühel“.
In der Telenovela „Anna und die Liebe“ spielte sie 2010 in 98 Folgen die Brigitte. Die Rolle, mit der die meisten sie heute verbinden, kam im August 2016. Bei „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ übernahm sie die Bankerin Rosa Lehmann, keine feste Hauptrolle, sondern eine Gastrolle, zu der die Autoren bis 2024 immer wieder zurückkehrten. 2018 hatte Schümer außerdem einen Gastauftritt in „SOKO Wismar“. Wer sich für das heutige GZSZ-Ensemble interessiert, findet bei uns auch ein Porträt von Anna-Katharina Fecher, die 2024 zur Serie kam.
Fürs Radio arbeitete sie die ganze Zeit über, nur eben weniger sichtbar. Seit 1993 sprach sie in Hörspielen und Features für NDR, Deutschlandradio, WDR, SR und andere Sender, 2014 etwa in Sarah Trilschs RBB-Hörspiel „Über uns die Lichter“.
Musik und Theaterpädagogik
Die Musik lief bei Joana Schümer immer mit. Noch während ihrer Bochumer Zeit gründete sie 1997 ihre erste Band mit einem Programm aus Madonna-Songs in Unplugged-Fassung. 2005 folgte in Berlin die Band „Joana and the Immediats“, 2007 gab sie im Berliner Quasimodo das Konzert „Fragile“.
Weniger bekannt ist ihre Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in Berlin-Köpenick. Mit einem englischsprachigen Musicalprojekt einer sechsten Klasse gewann sie 2010 den ersten Platz beim Kinder-Theaterfestival Köpenick, im Schuljahr 2013/14 leitete sie die Theater-AG eines Berliner Gymnasiums.
Was macht Joana Schümer heute?
Joana Schümer arbeitet heute vor allem als Körpertherapeutin, als Schauspielerin ist sie nur noch gelegentlich aktiv (Stand: Oktober 2026). Aus dem Nichts kam dieser Wechsel nicht, denn schon seit 2005 bildete sie sich am Zenbodytherapy Institute in Honolulu und Berlin in Körperarbeit fort, von 2007 bis 2025 führte sie eine Praxis für Körpertherapie und Naturheilkunde in Berlin-Charlottenburg.
2025 kam der nächste Schritt. Sie zog nach Baden-Württemberg in den Main-Tauber-Kreis und eröffnete dort eine neue Praxis, die laut ihrer Website Körpertherapie und Chinesische Medizin anbietet und mit 20 Jahren Berliner Praxiserfahrung wirbt. Ein Rückzug aus dem Beruf ist das nicht, eher ein zweites Berufsleben, das inzwischen länger dauert als ihre Zeit bei GZSZ.
Häufige Fragen zu Joana Schümer
Wie alt ist Joana Schümer?
Joana Schümer wurde am 8. Juli 1969 in Hamburg geboren.
Wen spielte Joana Schümer bei GZSZ?
Sie spielte von 2016 bis 2024 in einer wiederkehrenden Gastrolle die Bankerin Rosa Lehmann.
In welchen Telenovelas spielte Joana Schümer mit?
Sie spielte Maren Heilmann in „Bianca – Wege zum Glück“, Tamara Dannenberg in „Tessa – Leben für die Liebe“ und 2010 in 98 Folgen die Brigitte in „Anna und die Liebe“.
Was macht Joana Schümer beruflich heute?
Sie arbeitet als Körpertherapeutin mit eigener Praxis, seit 2025 im Main-Tauber-Kreis in Baden-Württemberg. Vorher hatte sie fast 20 Jahre eine Praxis in Berlin. Vor der Kamera steht sie nur noch selten.
Wo hat Joana Schümer Schauspiel studiert?
Sie studierte von 1989 bis 1993 an der Hochschule der Künste Berlin, der heutigen Universität der Künste. 1990 kam ein Gastsemester in Sankt Petersburg hinzu.