Samstag, 7. Juni 2026

Persönlichkeiten

Sophie Lechtenbrink: Synchronrollen und Schauspielfamilie

Sophie Lechtenbrink spricht Tessa Young aus der After-Reihe. Woher die Tochter von Volker Lechtenbrink kommt und welche Rollen sie heute synchronisiert.

Studiomikrofon mit Spinne und Poppschutz vor einem Notenpult in einem abgedunkelten Tonstudio

Foto: Tima Miroshnichenko / Pexels

Wer die After-Filme auf Deutsch gesehen hat, kennt die Stimme von Sophie Lechtenbrink, ihr Gesicht dagegen kaum. Die Hamburgerin spricht seit 2019 die Tessa Young, gespielt von Josephine Langford, und ist die jüngste Tochter des Schauspielers und Sängers Volker Lechtenbrink. Vor der Kamera stand sie bisher selten, im Synchronstudio dafür umso öfter, und die Deutsche Synchronkartei zählt im September 2026 bereits 224 Sprechrollen.

NameSophie Lechtenbrink
Geboren11. Mai 1992 in Hamburg
BerufSynchronsprecherin, Schauspielerin
Bekannt als Stimme vonTessa Young (After-Reihe), Lexi Howard (Euphoria), Joy Wang (Everything Everywhere All at Once)
ElternVolker Lechtenbrink, Anja Topf
AusbildungSchauspielschule Charlottenburg (2013 bis 2014)
WohnortBerlin

Herkunft: eine Hamburger Schauspielfamilie

Sophie Lechtenbrink wurde am 11. Mai 1992 in Hamburg geboren und wuchs in einer Familie auf, in der fast alle schauspielen, so beschreibt es ihre Agentur Ute Nicolai. Ihr Vater Volker Lechtenbrink, der von 1944 bis 2021 lebte, wurde als 14-Jähriger mit Bernhard Wickis Antikriegsfilm „Die Brücke“ bekannt. Später leitete er die Bad Hersfelder Festspiele und das Hamburger Ernst-Deutsch-Theater und nahm Lieder auf, die er meist im Sprechgesang vortrug. Ihre Mutter Anja Topf ist ebenfalls Schauspielerin. Wie Paula Riemann ist Sophie Lechtenbrink also das Kind zweier Schauspieler.

Auf der Bühne stand sie früh. Im November 2006, mit 14 Jahren, spielte sie am Ernst-Deutsch-Theater an der Seite ihres Vaters in Curt Goetz' Komödie „Dr. med. Hiob Praetorius“ die Jacky Klingman. Angefangen hat ihre Laufbahn laut Agentur allerdings vor der Fernsehkamera, mit einer Rolle als Marienkäfer. Um welche Produktion es ging, verrät die Agentur nicht. 2013 holte der Vater sie erneut auf die Bühne, diesmal als Regisseur, und bei den Bad Hersfelder Festspielen spielte sie in „Die drei Musketiere“ die Centime.

Ihr Schauspielstudium machte sie 2013 und 2014 an der Schauspielschule Charlottenburg in Berlin. Gleich danach fing sie als Synchronsprecherin an, und im Studio arbeitet sie bis heute am meisten.

Die deutsche Stimme von Tessa Young

Ihre bekannteste Rolle ist Tessa Young aus den Verfilmungen der After-Romane von Anna Todd. Von „After Passion“ 2019 bis „After Everything“ 2023 sprach Sophie Lechtenbrink die Hauptfigur in allen fünf Filmen, gespielt von Josephine Langford. Für eine Synchronsprecherin ist so eine Reihe ein Glücksfall, weil sie dieselbe Figur über vier Jahre begleitet und das Publikum die Stimme fest mit der Rolle verbindet.

Josephine Langford spricht sie seitdem auch in anderen Filmen. In „Moxie. Zeit, zurückzuschlagen“ von 2021, in „Gigi & Nate“ von 2022 und in „Die andere Zoey“ von 2023 leiht sie der Australierin ebenfalls ihre Stimme. In der Synchronbranche ist das üblich, denn das Publikum soll eine Schauspielerin am deutschen Klang wiedererkennen. Ähnlich ist es bei Odessa Young, der sie 2018 in „Richard Says Goodbye“, 2022 in der Serie „The Staircase“ und 2025 in „Black Rabbit“ ihre Stimme gab.

Weitere wichtige Synchronrollen

Aus den 224 Einträgen der Synchronkartei stechen sechs Rollen heraus, weil die Filme und Serien ein großes Publikum hatten oder viel diskutiert wurden.

  • Maude Apatow als Lexi Howard in „Euphoria“, in allen Staffeln zwischen 2019 und 2026
  • Stephanie Hsu als Joy Wang in „Everything Everywhere All at Once“, dem großen Oscar-Gewinner von 2023
  • Florence Pugh als Krankenschwester Lib Wright in „Das Wunder“ von 2022
  • Yasmin Finney als Elle Argent in „Heartstopper“, 2022 bis 2024
  • Nadia Hilker als Magna in „The Walking Dead“, 2018 bis 2022
  • Aileen Wu als Navarro in „Alien: Romulus“ von 2024

Dazu kommen kleinere Rollen in Quentin Tarantinos „Once Upon a Time in Hollywood“ und Kenneth Branaghs „A Haunting in Venice“ sowie Serienrollen in „Shrinking“, „Criminal Minds“ und „Star Trek: Prodigy“. Die Bandbreite reicht vom Jugenddrama bis zum Horrorfilm, eine Nische nach Genre hat sie also nicht. Gemeinsam ist den großen Rollen eher das Alter der Figuren, denn Lexi Howard, Elle Argent und Tessa Young sind Schülerinnen oder Studentinnen.

Vor der Kamera und im Hörspiel

In ihrer Filmografie bei fernsehserien.de steht bisher genau eine Fernsehrolle, 2018 spielte sie in einer Folge von „Familie Dr. Kleist“ die Anja Bisch. Ihre Stimme hört man dafür oft in Kinder- und Fantasyproduktionen, etwa 2018 in 51 Folgen der Animationsserie „Käpt'n Flinn und die Dino-Piraten“ als Wilma und 2019 in elf Folgen der Serie „Die Erben der Nacht“. In der Anime-Anthologie „Star Wars: Visionen“ spricht sie die Figur Lop.

Auch Hörbücher und Hörspiele gehören zu ihrer Arbeit. Die Sprecheragentur Art of Voices führt sie für Synchron und Hörbuch, und bei Storytel ist sie als Sprecherin einer Kinderhörspielreihe gelistet.

Was macht Sophie Lechtenbrink heute?

Im September 2026 arbeitet Sophie Lechtenbrink weiter vor allem als Synchronsprecherin, laut Wikipedia lebt sie in Berlin. 2025 kamen drei neue Serien dazu. In „Black Rabbit“ spricht sie Odessa Young, in „Dope Girls“ Eliza Scanlen und in „Bookish“ Isabelle Connolly. 2026 folgten die Serie „RJ Decker“, in der sie Cameron Inman als Brandi spricht, und der zweite Teil des Films „Feueralarm“. Ihre Rollenliste wächst also weiter, meist unbemerkt vom Publikum, das ihre Stimme zwar hört, ihren Namen aber selten im Abspann liest.

Stand: September 2026

Häufige Fragen zu Sophie Lechtenbrink

Wer ist die deutsche Stimme von Tessa in „After“?

Sophie Lechtenbrink spricht Tessa Young, gespielt von Josephine Langford, in allen fünf Filmen der After-Reihe, von „After Passion“ aus dem Jahr 2019 bis „After Everything“ aus dem Jahr 2023.

Ist Sophie Lechtenbrink die Tochter von Volker Lechtenbrink?

Ja, sie ist die jüngste Tochter des Schauspielers und Sängers Volker Lechtenbrink, der am 22. November 2021 in Hamburg starb. Ihre Mutter ist die Schauspielerin Anja Topf.

Wann und wo wurde Sophie Lechtenbrink geboren?

Sophie Lechtenbrink wurde am 11. Mai 1992 in Hamburg geboren.

Welche Schauspielerinnen synchronisiert Sophie Lechtenbrink?

Regelmäßig spricht sie Josephine Langford und Odessa Young. Bekannt ist sie außerdem als deutsche Stimme von Maude Apatow in „Euphoria“, Stephanie Hsu in „Everything Everywhere All at Once“ und Yasmin Finney in „Heartstopper“.

Steht Sophie Lechtenbrink auch selbst vor der Kamera?

Selten. In ihrer Filmografie steht als Fernsehrolle bisher eine Folge von „Familie Dr. Kleist“ aus dem Jahr 2018. Auf der Bühne stand sie 2006 am Hamburger Ernst-Deutsch-Theater und 2013 bei den Bad Hersfelder Festspielen, beide Male in Produktionen mit ihrem Vater.

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