Dreißig Jahre lang war Wilfried Klaus Kriminalhauptkommissar Horst Schickl, von der ersten Folge der „SOKO 5113“ im Januar 1978 bis zu seinem Abschied im März 2008. Zeitweise hatte laut Main-Echo kein Schauspieler im deutschen Fernsehen eine Krimirolle öfter gespielt. Wer ihn nur als Schickl kennt, verpasst allerdings den Theaterschauspieler aus dem Münchner Volkstheater und einen Mann, der mit über 80 noch vor der Kamera stand und auf seinem Hof in Niederbayern malt.
| Name | Wilfried Klaus |
|---|---|
| Geboren | 8. Juli 1941 in Bernau am Chiemsee |
| Beruf | Schauspieler |
| Bekannt aus | SOKO 5113 (1978 bis 2008), Frühling (2015 bis 2019), Sturm der Liebe (2017) |
| Rolle | Kriminalhauptkommissar Horst Schickl |
| Ehefrau | Wera Klaus |
| Auszeichnung | Ehrenkommissar (2003) |
Herkunft und Theaterjahre in München
Wilfried Klaus kam am 8. Juli 1941 in Bernau am Chiemsee zur Welt. Seine Mutter war Kunstlehrerin, und die Familie lebte in Bernau, Straubing und München, wo er aufwuchs. Nach der Schule nahm er von 1958 bis 1960 privaten Schauspielunterricht bei Ruth von Zerboni in Gauting.
Sein erstes Engagement bekam er 1960 am Münchner Volkstheater, und dort blieb er sechs Jahre fest im Ensemble. Bis 1980 spielte er danach an der Lore-Bronner-Bühne, von 1976 bis 1978 gastierte er am Theater Die Kleine Freiheit und ab 1980 an der Kleinen Komödie. Man besetzte ihn gern mit Charakterrollen in klassischen Stücken und mit komischen Parts, besonders nah waren ihm die Stücke von Ludwig Thoma. Im Gespräch mit dem Main-Echo kam er 2024 auf fast 70 Theaterrollen und mehr als 250 Rollen im Fernsehen, eine Bilanz, hinter der die eine große Rolle leicht verschwindet.
Horst Schickl: dreißig Jahre SOKO 5113
Die Rolle, die ihn bekannt machte, bekam Wilfried Klaus 1978 in der ZDF-Krimiserie „SOKO 5113“. Die Serie startete am 2. Januar 1978 und folgte einer Sonderkommission der Münchner Polizei. Chef war anfangs Hauptkommissar Karl Göttmann, gespielt von Werner Kreindl. Schickl ermittelte von der ersten Folge an seiner Seite und übernahm nach Kreindls Tod 1992 die Leitung der Sonderkommission.
Zum Start wurden nur sechs halbstündige Folgen gedreht. In den ersten 15 bis 17 Jahren waren es dann rund zehn Folgen pro Jahr, später 20, und gedreht wurde von Mitte Januar bis kurz vor Weihnachten, wie Klaus 2024 dem Main-Echo erzählte. Die Rolle nannte er dort einen ungeheuren Glücksfall, den man sich allerdings auch habe erarbeiten müssen. Theater spielte er nebenher trotzdem weiter, weil er nicht in einer Schublade landen wollte.
2003, nach 25 Jahren in der Rolle, wurde er zum Ehrenkommissar ernannt. Dabei wäre er fast noch in einer zweiten Dauerserie gelandet, denn für den Hans Beimer in der „Lindenstraße“ war er im Gespräch. Die Rolle ging dann an Joachim Hermann Luger.
Der Abschied 2008
Im März 2008 hörte Wilfried Klaus als Schickl auf, mit 66 Jahren und auf eigenen Wunsch. Seine Figur wurde weder erschossen noch versetzt, sie ging einfach in Pension, genau wie ihr Darsteller. Die Abschiedsfolge „Die Akte Göttmann“ lief am Ostersonntag, dem 23. März 2008, im ZDF und rollte noch einmal den Tod seines früheren Chefs auf.
Der taz sagte er damals: „Die SOKO war ein schönes Zuhause.“ Bei einer Langzeitrolle sei Disziplin ungeheuer wichtig, fügte er hinzu. Nach rund 390 Folgen darf man ihm glauben, dass er davon genug aufgebracht hat.
Rollen neben und nach der SOKO
Auch während der SOKO-Jahre tauchte Wilfried Klaus immer wieder in anderen Serien auf. Er spielte in „Kara Ben Nemsi Effendi“, gab den Alf Gosslar in „Büro, Büro“, war in mehreren Folgen der „Weißblauen Geschichten“ dabei und hatte Gastauftritte in „Meister Eder und sein Pumuckl“.
Nach dem Abschied von Schickl blieb er vor der Kamera. 2011 drehte er für den „Bergdoktor“, 2012 für „Pfarrer Braun“. In „München 7“ spielte er Joseph Wimberger und in der ZDF-Reihe „Frühling“ von 2015 bis 2019 den Xaver, dazu kamen Gastrollen bei den „Rosenheim-Cops“ und in „Hubert und/ohne Staller“. 2017 war er in 16 Folgen von „Sturm der Liebe“ als Gottfried Saalfeld zu sehen, 2024 spielte er in „Servus, Euer Ehren“ den Opa Kargus.
Warum er beim Fernsehen blieb, erklärte er 2024 ziemlich unverblümt. Im Theater sei man heute nur noch ausführende Marionette der Regisseure, im Fernsehen könne er seine Rolle dagegen noch so spielen, wie er sie spielen wolle.
Privatleben
Wilfried Klaus ist in zweiter Ehe mit seiner Frau Wera verheiratet, aus seiner ersten Ehe hat er einen Sohn. Das Paar lebt abwechselnd in München und auf einem Bauernhof in Niederbayern. Das verfallene Bauernhäuschen hat Klaus nach eigenen Angaben vor rund 45 Jahren gekauft und größtenteils selbst ausgebaut, und dort steht auch sein Atelier, denn er malt.
Mit einigen Kollegen ist er befreundet geblieben, etwa mit Hartmut Schreier. Sein guter Freund Heinz Baumann ist inzwischen gestorben.
Was macht Wilfried Klaus heute?
Stand September 2026 ist keine neue Rolle von Wilfried Klaus angekündigt, seine bislang letzte Arbeit ist „Servus, Euer Ehren“ von 2024. Im Mai 2024 erzählte er dem Main-Echo, dass er noch gelegentlich Rollen annimmt und sonst viel Zeit auf dem Hof verbringt: „Ich bin sehr viel und sehr gerne an der frischen Luft und am Werkeln.“ Mit seiner Laufbahn ist er im Reinen. So viel im Fernsehen beschäftigt gewesen zu sein und so viele Rollen gespielt zu haben, mache ihn im Rückblick wirklich glücklich, sagte er.
Häufige Fragen zu Wilfried Klaus
Wer hat Horst Schickl gespielt?
Horst Schickl wurde von Wilfried Klaus gespielt. Er verkörperte den Kommissar in der ZDF-Serie „SOKO 5113“ von der ersten Folge im Januar 1978 bis zu seinem Abschied im März 2008.
Wie alt ist Wilfried Klaus?
Wilfried Klaus wurde am 8. Juli 1941 in Bernau am Chiemsee geboren.
Hat Wilfried Klaus Kinder?
Ja, Wilfried Klaus hat einen Sohn aus seiner ersten Ehe.
Wo wohnt Wilfried Klaus?
Wilfried Klaus lebt mit seiner Frau Wera abwechselnd in München und auf einem Bauernhof in Niederbayern, den er größtenteils selbst ausgebaut hat.
Warum ist Wilfried Klaus bei der SOKO 5113 ausgestiegen?
Er hörte 2008 mit 66 Jahren auf eigenen Wunsch auf und wollte einen ruhigen Abschied statt eines dramatischen Serientods. Seine Figur Horst Schickl ging deshalb einfach in Pension. Die letzte Folge „Die Akte Göttmann“ lief am 23. März 2008.
War Wilfried Klaus im Pumuckl zu sehen?
Ja, Wilfried Klaus hatte Gastauftritte in „Meister Eder und sein Pumuckl“.