Eine Packliste Wohnmobil hat die meisten Reisenden schon einmal gerettet und mindestens genauso viele in die Überladung getrieben, weil das Wohnmobil dazu verführt, einfach alles mitzunehmen, was in die Staufächer passt, bis die Waage an der Autobahnauffahrt mehr anzeigt, als der Führerschein erlaubt. Diese Liste hilft dir, an das Wichtige zu denken und gleichzeitig unter dem zulässigen Gesamtgewicht zu bleiben.
Erst rechnen, dann packen
Vergessene Dinge lassen sich unterwegs fast immer nachkaufen, zu viel Gewicht lässt sich dagegen nicht wegdiskutieren. Viele Wohnmobile sind auf 3,5 Tonnen zugelassen, damit sie mit dem normalen Pkw-Führerschein der Klasse B gefahren werden dürfen. Die Zuladung, also das, was zwischen Leergewicht und zulässigem Gesamtgewicht noch übrig bleibt, liegt bei vielen Modellen nur bei 300 bis 500 Kilogramm. Darin müssen alle Mitreisenden, das Gepäck, Wasser, Gas, Lebensmittel und Zubehör Platz finden.
Wie schnell das aufgebraucht ist, zeigt eine einfache Rechnung. Zwei Erwachsene bringen 150 Kilogramm auf die Waage, ein voller Frischwassertank mit 100 Litern weitere 100, zwei volle Stahl-Gasflaschen mit elf Kilogramm Füllung zusammen rund 50. Damit sind bereits 300 Kilogramm vergeben, bevor auch nur ein Koffer im Auto liegt. Fahrräder auf dem Heckträger, eine Markise und ein Fahrradträger selbst kommen noch dazu, falls sie nicht schon im Leergewicht stecken.
Wer überladen fährt, riskiert mehr als ein Bußgeld. Bremsweg, Kurvenverhalten und Reifen leiden, und im Schadensfall kann die Versicherung Leistungen kürzen. In Deutschland kostet eine Überladung ab 20 Prozent 95 Euro und einen Punkt in Flensburg, in Ländern wie Österreich oder Italien wird es deutlich teurer. Wer einmal voll beladen über eine öffentliche Fahrzeugwaage fährt, etwa bei einem Landhandel oder einem Wertstoffhof, weiß danach Bescheid.
Drei Faustregeln sparen viel Gewicht. Fahr mit wenig Frischwasser los und tank vor Ort, Aluminium-Gasflaschen wiegen deutlich weniger als Stahlflaschen, und Lebensmittel kaufst du am besten erst am Zielort, statt den halben Supermarkt durch Europa zu fahren.
Mietmobil oder eigenes Fahrzeug
Bevor du die Liste abarbeitest, lohnt die Frage, was schon an Bord ist. Wer ein Wohnmobil mietet, bekommt bei den meisten Vermietern ein Grundpaket mit Geschirr, Töpfen, Stromkabel, Wasserschlauch, Auffahrkeilen und einer gefüllten Gasflasche. Bettwäsche, Handtücher und Campingmöbel sind oft gegen Aufpreis als Paket buchbar. Frag vorab eine Inventarliste an und streiche alles, was der Vermieter stellt, von deiner eigenen Liste. Doppelt mitgenommene Töpfe und Kabel sind das, was Mieter am häufigsten unnötig durch die Gegend fahren.
Beim eigenen Fahrzeug sieht es umgekehrt aus. Über die Jahre wandert immer mehr in die Staufächer, das kaum jemand wieder herausräumt. Einmal pro Saison alles auszuräumen, zu wiegen und nur das Benutzte zurückzupacken, schafft oft 30 bis 50 Kilogramm Luft.
Dokumente und Reiseunterlagen
- Personalausweis oder Reisepass für alle Mitreisenden
- Führerschein, bei Reisen außerhalb der EU eventuell den internationalen Führerschein
- Fahrzeugschein, bei Mietfahrzeugen den Mietvertrag und die Übergabedokumente
- Nachweis der gültigen Gasprüfung, die alle zwei Jahre fällig ist und auf vielen Campingplätzen verlangt wird
- Krankenversicherungskarte und Unterlagen der Auslandskrankenversicherung
- Schutzbrief oder Pannenhilfe-Mitgliedschaft mit Notrufnummer
- Campingplatz-Reservierungen, Fährtickets, Vignetten
- Kreditkarte und etwas Bargeld für Stellplätze mit Automaten
Fotografiere alle Dokumente und speichere die Bilder offline auf dem Handy. Bei Verlust oder Diebstahl beschleunigt das vieles erheblich.
Fahrzeug, Technik und Sicherheit
- Verbandskasten, Warndreieck und Warnwesten für alle Insassen
- Feuerlöscher und Löschdecke, beides im Wohnraum gut erreichbar
- Auffahrkeile zum Ausgleichen schräger Stellplätze
- CEE-Kabel von 25 Metern, Adapter auf Schuko und ein CEE-Adapter für das Ausland
- Wasserschlauch mit verschiedenen Hahnadaptern und eine Gießkanne für Stellen ohne Schlauchanschluss
- Toilettenchemie oder Zusätze für eine Trenntoilette, dazu schnell lösliches Toilettenpapier
- Kleines Werkzeugset mit Multitool, Panzertape, Kabelbindern und Ersatzsicherungen
- Stirnlampe und Taschenlampe mit Ersatzbatterien
- Reifendruckprüfer, denn Wohnmobilreifen brauchen deutlich mehr Druck als Pkw-Reifen
Gerade beim Strom lohnt Sorgfalt. Ein zu kurzes Kabel ist auf großen Campingplätzen ein Klassiker, und in Frankreich, Italien oder Skandinavien sind an manchen Säulen noch andere Steckdosen verbaut. Ein Satz Adapter wiegt wenig und erspart viel Ärger.
Für die Ver- und Entsorgung lohnen sich zwei Kleinigkeiten, an die kaum jemand denkt. Ein Paar Einweghandschuhe in einer Box neben der Toilettenkassette macht das Entleeren deutlich angenehmer, und ein kurzer, flexibler Abwasserschlauch hilft an Entsorgungsstationen, an denen der Abfluss nicht direkt unter dem Ablasshahn liegt. Grauwasser darf übrigens nicht einfach am Straßenrand abgelassen werden, sondern gehört an eine Entsorgungsstation. Auf Plätzen mit Trinkwasseranschluss lohnt ein eigener Trinkwasserschlauch in Lebensmittelqualität, statt des gelben Gartenschlauchs aus dem Keller.
Küche und Haushalt
- Bruchfestes Geschirr aus Melamin oder Edelstahl, Becher und Gläser aus Kunststoff
- Ein mittlerer und ein kleiner Topf, eine Pfanne, ein Schneidebrett und ein gutes Messer
- Kaffeezubereitung, je nach Vorliebe Espressokocher, Handfilter oder French Press
- Spülschüssel, Spülmittel, Schwamm und Geschirrtücher
- Müllbeutel in zwei Größen und eine faltbare Box für die Mülltrennung
- Feuerzeug oder Stabfeuerzeug für den Gasherd
- Grundvorrat an Salz, Pfeffer, Öl, Nudeln, Reis und Kaffee
- Klemmbretter oder Antirutschmatten, damit in den Schränken nichts klappert
In der Küche wird am liebsten übertrieben. Ein voll ausgestatteter Haushalt mit Waffeleisen und Fondue-Set wiegt schnell 30 Kilogramm, die du später an anderer Stelle vermisst. Ideen für unkomplizierte Gerichte mit wenigen Töpfen findest du in unseren Camping-Rezepten.
Schlafen, Bad und Kleidung
- Bettwäsche oder Schlafsäcke, Kopfkissen, Spannbettlaken in der Größe der Matratzen
- Schnell trocknende Handtücher aus Mikrofaser
- Kulturbeutel, Duschgel und Shampoo in kleinen Größen, Badeschlappen für Sanitärgebäude
- Kleidung im Zwiebelprinzip mit Regenjacke, Fleece und festem Schuhwerk
- Eine kleine Wäscheleine und Klammern
Kleidung ist der Bereich, in dem sich am meisten Gewicht sparen lässt. Auf Campingplätzen gibt es fast immer Waschmaschinen, eine Woche Kleidung reicht deshalb auch für drei Wochen Reise, wenn du ein paar Münzen für die Maschine einplanst.
Draußen sitzen und Freizeit
Ein großer Teil des Wohnmobilurlaubs spielt sich vor der Tür ab, und hier lohnt sich etwas Komfort. Zwei leichte Campingstühle und ein Klapptisch gehören fast immer dazu, eine Outdoor-Teppichmatte vor dem Einstieg hält Sand und Gras aus dem Wohnraum. Eine Lichterkette oder Laterne macht den Abend gemütlich, ein Kartenspiel oder ein Buch füllt Regentage. Fahrräder oder E-Bikes erweitern den Radius vom Stellplatz enorm, wiegen aber samt Träger schnell 60 bis 80 Kilogramm und müssen in der Gewichtsrechnung auftauchen.
Unterwegs mit Kindern oder Hund
Mit Kindern wird die Liste länger, aber nicht unbedingt schwerer, wenn du gezielt auswählst. Kindersitze gehören auf Plätze, die für ihre Befestigung zugelassen sind, das steht im Fahrzeugschein oder in der Betriebsanleitung. Eine Kiste mit wenigen Lieblingsspielzeugen reicht, dazu Malsachen und ein Tablet mit vorab geladenen Filmen für lange Etappen. Ein Nachtlicht hilft, wenn die Kleinen nachts im ungewohnten Bett aufwachen, und eine Matschhose rettet manchen Campingplatztag.
Für den Hund brauchst du neben Futter, Näpfen und Leine eine rutschfeste Decke und eine Box oder ein Sicherheitsgeschirr für die Fahrt, denn ungesicherte Tiere gelten als Ladung. Bei Reisen ins EU-Ausland ist der EU-Heimtierausweis mit gültiger Tollwutimpfung Pflicht. Prüfe außerdem, ob dein Campingplatz Hunde erlaubt, und denke an einen Schattenplatz, da sich ein Wohnmobil in der Sonne innerhalb von Minuten gefährlich aufheizt.
Reiseapotheke
- Persönliche Medikamente in ausreichender Menge, dazu eine Liste der Wirkstoffe
- Schmerz- und Fiebermittel, Mittel gegen Durchfall und Übelkeit
- Pflaster, Blasenpflaster, Wund- und Desinfektionsspray
- Sonnenschutz, After-Sun und Insektenschutz
- Zeckenzange und ein Mittel gegen Insektenstiche
Was im Ausland zusätzlich Pflicht ist
Viele Länder haben eigene Vorschriften, die bei Kontrollen teuer werden können. Die wichtigsten Beispiele:
- Italien und Spanien verlangen eine rot-weiß gestreifte Warntafel, sobald Fahrräder oder Lasten über das Heck hinausragen, etwa auf einem Heckträger.
- Frankreich schreibt in vielen Städten und Umweltzonen die Crit'Air-Plakette vor, die vorab online bestellt werden muss.
- Österreich, Schweiz und Slowenien erheben Vignetten oder Maut. Für Wohnmobile über 3,5 Tonnen gelten in Österreich und der Schweiz andere, deutlich teurere Systeme.
- Mehrere Länder wie Frankreich, Italien oder Spanien schreiben Warnwesten für alle Insassen vor, die im Innenraum griffbereit liegen müssen.
Weil sich die Regeln regelmäßig ändern, lohnt kurz vor der Abreise ein Blick auf die Länderinformationen der Automobilclubs. Wer weiter in den Norden will, findet die Besonderheiten für Skandinavien in unserem Beitrag Mit dem Wohnmobil nach Norwegen.
Richtig beladen
Wie du lädst, ist fast so wichtig wie was du lädst. Schweres gehört nach unten und möglichst zwischen die Achsen, also in die Bodenfächer und unter die Sitzbänke. In die Hängeschränke oben kommt nur Leichtes wie Kleidung, Handtücher und Papierkram. Die Heckgarage verführt zum Vollstopfen, liegt aber hinter der Hinterachse und entlastet dadurch die Vorderachse, was das Lenkverhalten verschlechtert. Vor der Abfahrt alles sichern, Schranktüren verriegeln und den Kühlschrank auf Fahrbetrieb stellen. Eine letzte Runde ums Fahrzeug mit Blick auf Dachluken, Trittstufe, Stromkabel und Markise erspart die klassischen Schäden der ersten Kilometer.
Häufige Fragen zur Packliste Wohnmobil
Was vergisst man beim Campen am häufigsten?
Zu den Klassikern gehören Adapter für Strom und Wasser, Auffahrkeile, eine Stirnlampe, Feuerzeug, Wäscheklammern und Toilettenzusätze. Auch der Nachweis der Gasprüfung bleibt oft zu Hause, obwohl ihn viele Campingplätze verlangen. Eine ausgedruckte Liste, die du beim Packen abhakst, verhindert das zuverlässig.
Wie viel Zuladung hat ein Wohnmobil mit 3,5 Tonnen?
Bei vielen Wohnmobilen mit 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht bleiben nach Abzug des Leergewichts nur 300 bis 500 Kilogramm Zuladung. Davon gehen Mitreisende, Wasser, Gas und Gepäck ab. Wer den genauen Wert kennen will, lässt das reisefertige Fahrzeug auf einer öffentlichen Waage wiegen.
Welche Lebensmittel sollte man beim Camping mitnehmen?
Sinnvoll sind ein Grundvorrat an haltbaren Lebensmitteln wie Nudeln, Reis, Konserven, Kaffee, Gewürzen und Öl sowie etwas für die ersten ein bis zwei Tage. Den Rest kaufst du besser vor Ort ein. Das spart Gewicht und macht Spaß, weil regionale Märkte zum Reiseerlebnis gehören.
Was muss im Wohnmobil gesetzlich mitgeführt werden?
In Deutschland sind Verbandskasten, Warndreieck und Warnweste Pflicht. Viele Länder verlangen zusätzlich Warnwesten für alle Insassen, eine Warntafel für Heckträger oder eine Umweltplakette. Vor Auslandsreisen lohnt deshalb ein Blick auf die aktuellen Länderinformationen der Automobilclubs.