Ein Benzin Kettensäge Test hilft wenig, wenn er die wichtigste Frage auslässt, nämlich wofür du die Säge brauchst. Eine Säge, die im Profivergleich gewinnt, ist für drei Ster Brennholz im Jahr zu schwer, zu teuer und zu gefährlich in ungeübten Händen. Umgekehrt quält sich ein Einsteigergerät an einer alten Eiche. Die richtige Säge ergibt sich aus Hubraum und Schwertlänge passend zum Holz, aus einer Sicherheitstechnik, an der nicht gespart wird, und aus der ehrlichen Frage, ob es für deinen Bedarf nicht auch eine Akkusäge täte.
Hubraum und Leistung nach Einsatzzweck
Der Hubraum ist der wichtigste Anhaltspunkt für die Leistung einer Benzin-Kettensäge, und er sollte zum Holz passen, das du schneiden willst. Mehr Hubraum bringt mehr Kraft, aber auch mehr Gewicht und stärkere Vibrationen.
| Hubraum | Leistung | Schwertlänge | Typischer Einsatz |
|---|---|---|---|
| 30 bis 40 cm³ | 1,3 bis 2 kW | 30 bis 40 cm | Obstbaumschnitt, Sturmholz, dünnes Brennholz |
| 40 bis 50 cm³ | 2 bis 2,6 kW | 35 bis 45 cm | Brennholz, Fällen kleinerer Bäume |
| 50 bis 60 cm³ | 2,6 bis 3,5 kW | 40 bis 50 cm | regelmäßige Fällarbeiten, Brennholz in großen Mengen |
| über 60 cm³ | ab 3,5 kW | 50 cm und mehr | Forstbetrieb, Starkholz, Profieinsatz |
Für die meisten privaten Nutzer liegt der sinnvolle Bereich zwischen 35 und 50 Kubikzentimetern. Damit lässt sich Brennholz zügig auf Länge schneiden, und auch ein Baum mit 30 Zentimetern Stammdurchmesser ist kein Problem. Die Sägen wiegen in dieser Klasse ohne Schwert und Kette etwa vier bis fünf Kilogramm. Das klingt wenig, macht sich aber nach einer Stunde in Armen und Rücken bemerkbar.
Profisägen mit 60 oder 70 Kubikzentimetern stehen in vielen Vergleichen weit oben, kosten schnell über 1.000 Euro und sind für den Privatgebrauch selten nötig. Wer sie ohne Übung benutzt, bekommt vor allem mehr Rückschlagenergie in die Hände.
Beim Preis lassen sich grob drei Stufen unterscheiden. Solide Einsteigersägen bekannter Hersteller mit 35 bis 40 Kubikzentimetern kosten etwa 200 bis 400 Euro, die Mittelklasse mit 45 bis 55 Kubikzentimetern 450 bis 800 Euro, darüber beginnt der Profibereich. Sägen für unter 150 Euro aus dem Onlinehandel locken mit hohen Hubraumangaben, sparen aber häufig an Vergaser, Kettenbremse und Antivibration, und genau diese Teile merkst du im Einsatz zuerst.
Die passende Schwertlänge
Die Schwertlänge bestimmt, wie dicke Stämme du in einem Schnitt durchtrennen kannst, und sie muss zum Motor passen. Ein zu langes Schwert an einem schwachen Motor macht die Säge langsam und kopflastig, ein zu kurzes verschenkt Möglichkeiten.
Die effektive Schnittlänge ist etwas kürzer als die angegebene Schwertlänge, weil ein Teil im Gehäuse steckt. Rechne mit drei bis fünf Zentimetern weniger, für Brennholz mit Durchmessern bis 30 Zentimetern genügt ein Schwert von 35 bis 40 Zentimetern. Geübte Anwender können mit der richtigen Schnitttechnik auch Stämme sägen, die fast doppelt so dick sind wie das Schwert lang ist. Für Einsteiger gilt das ausdrücklich nicht, weil dabei die Schwertspitze ins Spiel kommt, und an der Spitze entsteht der gefährliche Rückschlag.
Kürzere Schwerter sind handlicher und sicherer, und sie verzeihen mehr, wenn die Säge beim Entasten einmal verkantet. Wer vor allem entastet und Sturmholz aufräumt, ist mit 30 bis 35 Zentimetern gut bedient, auch an einer kräftigeren Säge.
Sicherheitsausstattung der Säge
Eine gute Benzin-Kettensäge hat mehrere Sicherheitseinrichtungen, die nach der europäischen Maschinennorm vorgeschrieben sind, und die Qualität dieser Technik unterscheidet Markengeräte oft von billigen Importen. Im Laden lassen sie sich alle in wenigen Minuten prüfen.
- Kettenbremse mit Handschutz. Der vordere Handschutz löst bei einem Rückschlag die Bremse aus, entweder durch den Handrücken oder durch die Trägheit der Bewegung. Die Kette steht dann in Sekundenbruchteilen.
- Kettenfangbolzen. Er fängt eine gerissene oder abgesprungene Kette unter dem Gehäuse auf, bevor sie die Hand trifft.
- Gashebelsperre. Gas geben lässt sich nur, wenn die Hand den hinteren Griff vollständig umschließt.
- Antivibrationssystem. Gummi- oder Stahlfederpuffer zwischen Motor und Griffen entlasten Hände und Gelenke. Bei längerer Arbeit schützt das vor Durchblutungsstörungen in den Fingern, die unter Waldarbeitern als Weißfingerkrankheit bekannt sind.
- Dekompressionsventil und Startsystem. Sie senken den Kraftaufwand beim Anreißen erheblich und machen das Starten weniger ruckartig.
Achte außerdem darauf, dass Ersatzteile, Ketten und Schwerter für das Modell im Handel erhältlich sind. Bei Markenherstellern wie Stihl, Husqvarna, Echo oder Makita ist das jahrzehntelang der Fall, bei vielen Noname-Sägen aus dem Onlinehandel nach wenigen Jahren nicht mehr.
Schutzausrüstung und Motorsägenschein
Ohne persönliche Schutzausrüstung solltest du eine Kettensäge nicht starten, auch nicht für fünf Minuten. Gefährlich sind gerade die kurzen Arbeiten nebenbei, der eine Ast über dem Zaun oder das Stück Sturmholz in der Einfahrt, bei denen die Hose gerade nicht griffbereit war.
- Schnittschutzhose nach EN ISO 11393, mindestens Schutzklasse 1. Ihre Fasern ziehen sich bei Kontakt mit der Kette in das Ritzel und stoppen sie.
- Schnittschutzstiefel mit Stahlkappe und Schnittschutzeinlage.
- Forsthelm mit Gesichtsschutz und integriertem Gehörschutz. Eine Benzinsäge erreicht am Ohr leicht über 100 Dezibel.
- Schnittschutzhandschuhe, zumindest für die linke Hand.
Eine komplette Ausrüstung kostet etwa 250 bis 400 Euro, bei vielen Einsteigersägen also mehr als die Säge selbst, und trotzdem ist es das am besten angelegte Geld beim ganzen Kauf.
Einen gesetzlich vorgeschriebenen Motorsägenschein für Privatleute auf dem eigenen Grundstück gibt es in Deutschland nicht. Wer aber Brennholz als Selbstwerber im Wald machen will, braucht in fast allen Staats- und Kommunalforsten einen Nachweis über einen Motorsägenlehrgang, meist nach den Vorgaben der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung. Ein zweitägiger Grundkurs kostet je nach Anbieter rund 150 bis 300 Euro. Auch ohne Pflicht empfehle ich ihn jedem, der zum ersten Mal einen Baum fällen will. Schnitttechnik, Fallkerb und Fluchtweg lernt man nicht aus Videos.
Kraftstoff, Kettenöl und Wartung
Benzin-Kettensägen haben fast ausnahmslos einen Zweitaktmotor, der mit einem Gemisch aus Benzin und Zweitaktöl betrieben wird. Üblich ist ein Mischverhältnis von 1 zu 50, also 20 Milliliter Öl auf einen Liter Benzin, maßgeblich bleibt aber die Bedienungsanleitung.
Für Gelegenheitsnutzer lohnt sich Alkylatbenzin, ein Sonderkraftstoff, der nahezu frei von Benzol und anderen Aromaten ist. Es verbrennt sauberer, schont die Gesundheit beim Einatmen der Abgase und bleibt in der Säge und im Kanister etwa zwei Jahre stabil. Selbst gemischtes Normalbenzin altert dagegen nach wenigen Monaten und verharzt den Vergaser, wenn die Säge über den Sommer im Schuppen steht. Alkylat ist mit vier bis sechs Euro pro Liter deutlich teurer, bei einem Verbrauch von wenigen Litern im Jahr fällt das aber kaum ins Gewicht.
Für die Kette brauchst du Kettenhaftöl. Biologisch abbaubares Öl mit dem Blauen Engel ist im Wald oft Pflicht und im Garten die bessere Wahl, weil der größte Teil des Öls ins Holz und auf den Boden geschleudert wird.
Zur regelmäßigen Wartung gehören das Schärfen der Kette mit einer Rundfeile, deren Durchmesser zur Kettenteilung passt, das Reinigen des Luftfilters nach jedem Einsatz und das Prüfen der Kettenspannung. Einmal pro Saison kommen Zündkerze und Kraftstofffilter dazu. Vor einer längeren Pause, etwa über den Sommer, leerst du den Tank und lässt den Motor laufen, bis er von selbst ausgeht, damit kein Gemisch im Vergaser verharzt. Kette und Schwert reinigst du, ölst sie leicht ein und lagerst die Säge trocken.
Eine stumpfe Kette erkennst du übrigens schnell daran, dass sie feines Mehl statt grober Späne auswirft und du drücken musst, statt die Säge arbeiten zu lassen.
Benzin oder Akku
Für viele Privatnutzer ist eine Akku-Kettensäge heute die bessere Wahl, und ich würde das vor jedem Kauf einer Benzinsäge ernsthaft durchspielen. Moderne Akkusägen mit 36 Volt erreichen die Schnittleistung von Benzinsägen mit 35 bis 40 Kubikzentimetern, sind deutlich leiser, starten per Knopfdruck und brauchen weder Gemisch noch Vergaserpflege.
Eine Benzinsäge bleibt im Vorteil, wenn du mehrere Stunden am Stück arbeitest, wenn es keinen Strom zum Nachladen gibt oder wenn regelmäßig Stämme über 40 Zentimeter Durchmesser anfallen. Auch der Kaufpreis spricht oft noch für Benzin, weil Akkusägen mit zwei leistungsfähigen Akkus und Ladegerät schnell 500 Euro und mehr kosten.
Wer zweimal im Jahr einen Obstbaum zurückschneidet und gelegentlich Sturmholz zerlegt, ist mit einem Akkugerät besser beraten. Wer jedes Jahr fünf Ster Brennholz im Wald macht, greift zur Benzinsäge mit 40 bis 50 Kubikzentimetern.
Unabhängig vom Antrieb gelten in Wohngebieten feste Zeiten. Kettensägen gehören zu den Geräten, die nach der Geräte- und Maschinenlärmschutzverordnung an Sonn- und Feiertagen gar nicht und werktags nur zwischen 7 und 20 Uhr laufen dürfen. Eine Benzinsäge ist dabei mit über 100 Dezibel so laut, dass auch innerhalb dieser Zeiten ein kurzes Wort mit den Nachbarn nicht schadet, bevor der Holzstapel an die Reihe kommt.
Häufige Fragen zur Benzin-Kettensäge
Welche Kettensäge ist die richtige für Brennholz?
Für Brennholz eignet sich eine Benzin-Kettensäge mit 40 bis 50 Kubikzentimetern Hubraum und einem Schwert von 35 bis 45 Zentimetern. Sie hat genug Kraft für Stämme bis etwa 35 Zentimeter Durchmesser und ist leicht genug für mehrere Stunden Arbeit.
Braucht man privat einen Motorsägenschein?
Auf dem eigenen Grundstück ist für Privatleute in Deutschland kein Motorsägenschein gesetzlich vorgeschrieben. Wer jedoch als Selbstwerber Brennholz im Staats- oder Kommunalwald machen will, braucht in der Regel einen Nachweis über einen Motorsägenlehrgang.
Welches Mischverhältnis braucht eine Benzin-Kettensäge?
Die meisten Benzin-Kettensägen laufen mit einem Gemisch von 1 zu 50, also 20 Millilitern Zweitaktöl auf einen Liter Benzin. Maßgeblich ist die Angabe in der Bedienungsanleitung. Wer die Säge selten nutzt, sollte fertig gemischtes Alkylatbenzin verwenden, weil es länger haltbar ist.
Wie lange hält eine Sägekette?
Wie lange eine Kette hält, hängt von Holzart, Pflege und Bodenkontakt ab. Bei regelmäßigem Nachschärfen lässt sich eine Kette in der Regel mehrfach schärfen, bevor die Schneidezähne zu kurz werden. Schon ein Kontakt mit Erde oder Steinen kann sie dagegen sofort stumpf machen.