Samstag, 7. Juni 2026

Energie

Durchlauferhitzer Stromverbrauch: Was Duschen wirklich kostet

Durchlauferhitzer Stromverbrauch selbst berechnen: was eine Dusche kostet, wie viel ein Haushalt im Jahr braucht und wie du beim warmen Wasser sparst.

Duschkopf aus Chrom, aus dem Wasser in feinen Strahlen läuft

Foto: Pixabay / Pexels

Der Stromverbrauch eines Durchlauferhitzers hängt fast nur davon ab, wie viel warmes Wasser du verbrauchst und wie heiß es ist, das Gerät selbst arbeitet nahezu verlustfrei. Eine typische Dusche kostet deshalb zwischen 50 Cent und einem Euro, ein Haushalt zahlt pro Person und Jahr oft 200 bis 400 Euro allein fürs warme Wasser. Deinen eigenen Wert rechnest du mit einer simplen Formel aus, und zwei Stellschrauben im Bad bringen mehr als jedes neue Gerät.

So berechnest du den Stromverbrauch selbst

Um einen Liter Wasser um ein Grad zu erwärmen, braucht man physikalisch rund 1,16 Wattstunden, und ein elektronischer Durchlauferhitzer setzt Strom fast vollständig in Wärme um. Deshalb gilt für jedes Modell dieselbe Formel.

Liter × Temperaturerhöhung in Grad × 1,16 ÷ 1.000 = Kilowattstunden

Nehmen wir eine achtminütige Dusche mit einem normalen Duschkopf, der etwa 9 Liter pro Minute liefert, macht zusammen 72 Liter. Das Leitungswasser kommt mit rund 12 Grad an, du duschst mit 38 Grad, also beträgt die Differenz 26 Grad. 72 × 26 × 1,16 ergibt gut 2.170 Wattstunden, also rund 2,2 Kilowattstunden. Bei einem Strompreis von 37 Cent kostet diese Dusche etwa 80 Cent.

Erstaunlich unwichtig für den Verbrauch ist die Leistung des Geräts, meist 18, 21, 24 oder 27 Kilowatt. Sie bestimmt nur, wie viel Wasser pro Minute das Gerät auf die gewünschte Temperatur bringt. Ein 27-Kilowatt-Gerät schafft im Winter mehr Durchfluss bei voller Temperatur, verbraucht für dieselbe Dusche aber nicht mehr Strom als ein 21-Kilowatt-Gerät.

Verbrauch pro Jahr: Richtwerte nach Haushaltsgröße

Bei elektrischer Warmwasserbereitung kommen pro Person je nach Duschgewohnheiten etwa 500 bis 1.000 Kilowattstunden im Jahr zusammen. Wer täglich acht Minuten duscht, landet nach der Beispielrechnung bei rund 800 Kilowattstunden, dazu kommt warmes Wasser zum Händewaschen und Abspülen.

  • 1 Person, etwa 600 bis 1.000 kWh, rund 220 bis 370 Euro
  • 2 Personen, etwa 1.200 bis 1.800 kWh, rund 440 bis 670 Euro
  • 4 Personen, etwa 2.200 bis 3.400 kWh, rund 810 bis 1.260 Euro

Gerechnet ist mit 37 Cent pro Kilowattstunde. Wie stark elektrisches Warmwasser den Gesamtverbrauch hebt, zeigt der Stromspiegel für Deutschland, der Haushalte mit Durchlauferhitzer in eigenen, deutlich höheren Vergleichsklassen führt (co2online, Stromspiegel für Deutschland, 2025). Wer seinen Verbrauch nachprüfen will, liest den Zähler eine Woche lang täglich ab, mehr dazu im Artikel Digitalen Stromzähler ablesen: Anleitung für alle Zählertypen.

Hydraulisch oder elektronisch: was der Gerätetyp ausmacht

Elektronische Durchlauferhitzer verbrauchen bei gleicher Nutzung spürbar weniger Strom als ältere hydraulische Modelle, weil sie die Temperatur gradgenau regeln. Ein hydraulisches Gerät kennt nur zwei oder drei feste Heizstufen und heizt deshalb oft heißer als nötig. Am Hahn mischst du dann kaltes Wasser dazu, und die Energie, die vorher ins Aufheizen geflossen ist, landet ungenutzt im Abfluss.

Ein elektronisches Gerät erwärmt das Wasser genau auf die eingestellte Temperatur, die du an der Armatur ohne Zumischen nutzt. Die Verbraucherzentrale beschreibt elektronisch geregelte Geräte deshalb als die sparsamere Variante, die zudem mit Einhebelmischern zuverlässiger arbeitet (Verbraucherzentrale Energieberatung, Elektro-Durchlauferhitzer). Hersteller und Energieversorger werben mit 20 bis 30 Prozent Ersparnis gegenüber hydraulischen Geräten. Ich würde eher mit dem unteren Ende rechnen, denn wer schon vorher sparsam geduscht hat, holt weniger heraus.

Ob sich der Tausch lohnt, ist eine Rechenaufgabe. Ein elektronischer Durchlauferhitzer kostet mit Montage etwa 500 bis 900 Euro. Spart ein Zweipersonenhaushalt 20 Prozent von 1.500 Kilowattstunden, sind das rund 110 Euro im Jahr. Bei einem Gerät, das 15 Jahre oder älter ist, rechnet sich der Wechsel nach fünf bis acht Jahren, ein funktionierendes jüngeres Gerät würde ich dagegen weiterlaufen lassen.

Welches Gerät hast du? Typenschild, Wartung und Lebensdauer

Ob in deinem Bad ein hydraulischer oder ein elektronischer Durchlauferhitzer hängt, erkennst du meist schon von außen. Elektronische Geräte haben ein Display oder ein Drehrad mit Gradangaben, auf dem du eine konkrete Temperatur einstellst. Hydraulische Geräte zeigen höchstens einen Schalter für zwei Leistungsstufen oder gar kein Bedienelement. Auf dem Typenschild, meist an der Unterseite oder hinter der Abdeckung, stehen außerdem Leistung, Baujahr und Typbezeichnung, mit denen sich das Datenblatt des Herstellers finden lässt.

Ein Durchlauferhitzer hält bei normalem Wasser rund 15 bis 20 Jahre. In Regionen mit sehr hartem Wasser setzt Kalk den Heizelementen zu, das Gerät braucht dann länger, bis es die gewünschte Temperatur erreicht, und schaltet im schlimmsten Fall wegen Überhitzung ab. Ein Fachbetrieb kann das Gerät entkalken, bei Blankdrahtsystemen moderner Geräte ist das seltener nötig als bei älteren Rohrheizkörpern.

Wichtig ist der elektrische Anschluss. Große Durchlauferhitzer ab etwa 18 Kilowatt brauchen einen Drehstromanschluss mit 400 Volt und eine eigene Absicherung. Austausch und Neuinstallation sind deshalb Sache eines eingetragenen Elektrofachbetriebs, und viele Netzbetreiber verlangen für Geräte dieser Größe eine Anmeldung oder Genehmigung. Wer ein altes Gerät gegen ein stärkeres tauschen will, sollte vorher prüfen lassen, ob die Leitung im Bad dafür ausgelegt ist.

Durchlauferhitzer, Boiler oder Wärmepumpe im Vergleich

Technisch arbeitet der Durchlauferhitzer effizient, weil er nur heizt, solange Wasser fließt, und keinen Speicher warmhalten muss. Teuer macht ihn allein der Strompreis.

  • Elektro-Boiler. Hält einen Vorrat warm und verliert dabei rund um die Uhr Wärme. Für dieselbe Menge Warmwasser braucht er meist mehr Strom als ein Durchlauferhitzer.
  • Gas-Therme. Erwärmt Wasser mit Gas, das pro Kilowattstunde deutlich günstiger ist als Strom, trägt aber den steigenden CO₂-Preis.
  • Warmwasser-Wärmepumpe. Holt einen großen Teil der Energie aus der Umgebungsluft und braucht für dieselbe Menge Warmwasser nur etwa ein Drittel des Stroms. Dafür kostet sie in der Anschaffung ein Vielfaches und braucht Platz, etwa im Keller.

Mieter haben hier selten eine Wahl, die Technik bestimmt der Vermieter. Eigentümer, die ohnehin die Heizung modernisieren, sollten dagegen über eine zentrale Lösung nachdenken, und wer eine Photovoltaikanlage auf dem Dach hat, duscht tagsüber ohnehin deutlich günstiger.

Durchlauferhitzer und Photovoltaik: passt das zusammen?

Wer eine Photovoltaikanlage auf dem Dach hat, hofft oft, den Durchlauferhitzer mit Solarstrom zu betreiben. Das funktioniert nur sehr eingeschränkt, und der Grund liegt in der Leistung. Ein Durchlauferhitzer zieht beim Duschen 18 bis 27 Kilowatt, eine typische Anlage auf einem Einfamilienhaus liefert selbst zur Mittagszeit im Sommer nur einen Bruchteil davon. Den Rest holt der Durchlauferhitzer aus dem Netz.

Hinzu kommt der Zeitpunkt. Geduscht wird meist morgens oder abends, also dann, wenn die Anlage wenig oder nichts liefert. Ein Batteriespeicher hilft kaum, denn auch er gibt seine Energie nur mit wenigen Kilowatt ab und kann die Spitzenlast eines Durchlauferhitzers nicht decken.

Deutlich besser passt Photovoltaik zu einer Warmwasser-Wärmepumpe oder einem Speicher mit Heizstab. Beide erwärmen Wasser mit geringer Leistung über Stunden, genau dann, wenn die Sonne scheint, und halten es für den Abend vor. Wer also eine PV-Anlage plant und ohnehin über die Warmwasserbereitung nachdenkt, sollte beides gemeinsam betrachten, statt auf den bestehenden Durchlauferhitzer zu setzen.

So senkst du die Kosten fürs warme Wasser

Die zwei wirksamsten Stellschrauben sind die Wassermenge und die Temperatur, beide kosten fast nichts. Ein Sparduschkopf mit 6 statt 9 Litern pro Minute senkt den Verbrauch pro Dusche um ein Drittel, ohne dass das Duschen unangenehm wird. Eine um zwei Minuten kürzere Dusche spart noch einmal ein Viertel.

Bei der Temperatur zählt jedes Grad. Am elektronischen Gerät stellst du 38 bis 40 Grad ein und duschst ohne Zumischen, denn ab Werk stehen viele Geräte deutlich höher. Wer zum Händewaschen kurz den Warmwasserhahn aufdreht, heizt übrigens jedes Mal Wasser auf, das nie warm am Becken ankommt, kaltes Wasser reicht da völlig. Wie andere Geräte in der Küche zu Buche schlagen, zeigt der Artikel Stromverbrauch Geschirrspüler: Was er wirklich kostet und wie du sparst.

Ein unterschätzter Posten ist das warme Wasser in der Küche. Wer dort einen kleinen Durchlauferhitzer oder einen Untertischspeicher hat, sollte prüfen, wofür er tatsächlich warmes Wasser braucht. Für das Abspülen weniger Teile lohnt sich der Geschirrspüler mehr als das Spülbecken, weil er pro Spülgang mit deutlich weniger Wasser auskommt als das Spülen von Hand unter fließendem Warmwasser. Und ein Untertischspeicher, der rund um die Uhr fünf Liter auf 60 Grad hält, verbraucht im Jahr allein für die Bereitschaft oft mehr Strom, als das gezapfte Wasser selbst benötigt. Ein kleiner elektronischer Durchlauferhitzer ist dort die sparsamere Alternative.

Die größten Einsparungen bringt erfahrungsgemäß die Kombination aus Sparduschkopf, richtiger Temperatur und etwas kürzerem Duschen. In einem Vierpersonenhaushalt kommen so schnell mehrere hundert Euro im Jahr zusammen, ohne dass jemand frieren oder auf das tägliche Duschen verzichten muss. Ein Sparduschkopf kostet im Baumarkt zwischen 15 und 40 Euro und hat sich in einem solchen Haushalt oft schon nach wenigen Wochen bezahlt gemacht.

Häufige Fragen zum Stromverbrauch des Durchlauferhitzers

Was kostet 10 Minuten Duschen mit Durchlauferhitzer?

Bei 9 Litern pro Minute und einer Erwärmung um 26 Grad verbraucht eine zehnminütige Dusche rund 2,7 Kilowattstunden. Bei 37 Cent pro Kilowattstunde kostet sie damit etwa 1 Euro. Mit einem Sparduschkopf sinken die Kosten auf rund 65 Cent.

Ist der Durchlauferhitzer ein Stromfresser?

In den meisten Haushalten ist er der größte einzelne Stromverbraucher, weil Wassererwärmung viel Energie braucht. Das Gerät selbst verschwendet dabei kaum etwas, der Verbrauch entsteht durch die Menge an warmem Wasser.

Sollte man den Durchlauferhitzer ausschalten?

Nein, ein Durchlauferhitzer verbraucht im Ruhezustand praktisch keinen Strom, weil er nur bei fließendem Wasser heizt. Elektronische Geräte haben einen geringen Standby-Verbrauch für die Anzeige, der im Jahr nur wenige Euro ausmacht.

Wie viel kostet ein Durchlauferhitzer im Monat?

Für eine Person mit täglicher Dusche fallen meist 70 bis 90 Kilowattstunden im Monat an, das entspricht rund 25 bis 35 Euro. Bei einer vierköpfigen Familie sind 70 bis 100 Euro im Monat realistisch.

Verbraucht ein Durchlauferhitzer mehr Strom im Winter?

Ja, weil das Leitungswasser im Winter kälter ankommt, oft mit 8 bis 10 statt 12 bis 15 Grad. Das Gerät muss das Wasser stärker erwärmen, was den Verbrauch pro Dusche um rund zehn bis zwanzig Prozent erhöht. Wer im Winter etwas kürzer duscht, gleicht das aus.

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