Ameisen im Hochbeet siedeln sich an, weil die Erde dort warm, locker und oft trocken ist, und lassen sich in den meisten Fällen ohne Gift wieder vertreiben. Das Bayerische Landesamt für Umwelt rät, die Kolonie mit einem Blumentopf voller feuchter Holzwolle umzusiedeln, statt sie zu töten. Gift hat neben Salat und Tomaten ohnehin nichts verloren, und meist braucht es das auch gar nicht.
Das Wichtigste in Kürze
- Ursache. Die Schwarze Wegameise baut ihre Nester laut Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein bevorzugt an sonnigen und trockenen Standorten.
- Blattläuse. Ameisen melken Blattläuse wegen des Honigtaus und schützen sie vor Marienkäfern, viele Ameisen sind deshalb ein Warnzeichen für Läuse.
- Umsiedeln. Ein umgedrehter Topf mit feuchter Holzwolle oder Erde über dem Nest lockt das Volk nach einigen Tagen bis etwa einer Woche hinein.
- Stören. Regelmäßiges Wässern der Kolonie bringt die Ameisen laut Landesamt dazu, ihre Brut zu vernachlässigen.
- Schutz. Rote Waldameise und Große Wiesenameise zählen zu den besonders geschützten Arten und dürfen nicht bekämpft werden.
Warum Ameisen ins Hochbeet einziehen
Ameisen ziehen ins Hochbeet, weil sie dort genau die Bedingungen finden, die viele Gartenarten für ihr Nest suchen, nämlich lockeren, warmen und trockenen Boden in der Sonne. Die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein beschreibt die Schwarze Wegameise, eine der häufigsten Arten im Garten, als 2 bis 5 Millimeter lang und mattschwarz. Sie baut ihre Nester bevorzugt an sonnigen und trockenen Standorten in der Erde, unter Wegplatten oder Mauern.
Ein Hochbeet erfüllt diese Wünsche fast perfekt, denn es steht meist sonnig, damit das Gemüse gut wächst, und seine Erde ist locker und leicht zu graben. Der klassische Schichtaufbau mit grobem Holz unten und organischem Material darüber gibt beim Verrotten Wärme ab, wie wir in unserem Ratgeber zum Hochbeet befüllen beschreiben. Zwischen den Ästen der untersten Lage bleiben außerdem Hohlräume, in denen sich ein Nest gut anlegen lässt.
Auch beim Wasser spielt das Hochbeet den Ameisen in die Hände. Ein Hochbeet steht über dem Boden und ist gut drainiert, sodass die obere Erdschicht an heißen Tagen leicht austrocknet. Bleibt das Gießen ein paar Tage aus, entsteht genau das trockene Milieu, das Ameisen schätzen. Gartenratgeber werten ein Nest im Beet deshalb oft als Hinweis, dass der Boden an dieser Stelle zu trocken ist.
Bleibt das Futter. Ameisen werden laut Landwirtschaftskammer von zuckerhaltiger und eiweißhaltiger Nahrung angelockt. Im Hochbeet finden sie beides, vor allem dann, wenn Blattläuse an den Pflanzen sitzen. Und genau dort, bei den Läusen, entsteht der eigentliche Schaden.
Schaden Ameisen im Hochbeet wirklich?
Ameisen im Hochbeet schaden den Pflanzen in der Regel nicht direkt, problematisch werden sie vor allem als Beschützer von Blattläusen. Das Bayerische Landesamt für Umwelt bezeichnet Ameisen ausdrücklich als nützliche Helfer im Garten. Sie räumen als natürliche Putzkolonne Aas und tote Insekten weg, halten als Räuber viele lästige Insekten klein und bringen beim Nestbau große Mengen Biomasse in den Boden. In ihrer Gesamtheit setzen sie laut Landesamt mehr Bodenmaterial um als Regenwürmer.
Die Kehrseite schildert die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein. Ameisen melken Blattläuse, indem sie deren Hinterleib mit den Fühlern bearbeiten und so die Produktion von Honigtau anregen. Im Gegenzug beschützen sie die Läuse vor natürlichen Gegenspielern wie Marienkäfern. Die Blattläuse können sich dadurch stark vermehren und werden von den Ameisen sogar auf andere Pflanzen verteilt, um neue Kolonien zu gründen.
Laufen also viele Ameisen an den Stängeln deiner Bohnen oder Paprika entlang, dreh ein paar Blätter um. Häufig sitzen darunter die Läuse. Ein Nest mitten im Wurzelbereich kann zudem junge Pflanzen stören, weil die Tiere dort die Erde umgraben. Auf der kleinen Fläche eines Hochbeets fällt ein großes Volk deshalb stärker ins Gewicht als im Rasen.
Vor jedem Eingriff steht die Frage, mit welcher Art du es zu tun hast. Laut Landesamt stehen die Rote Waldameise und die Große Wiesenameise zusammen mit elf weiteren Arten in der Bundesartenschutzverordnung und zählen zu den besonders geschützten Arten. Im Hochbeet wirst du sie kaum antreffen, doch wer einen echten Ameisenhaufen aus Nadeln oder Pflanzenteilen findet, sollte die Finger davon lassen und sich beraten lassen.
Wässern und Umsiedeln als sanfte Lösung
Die wirksamste sanfte Methode gegen Ameisen im Hochbeet ist das Umsiedeln der ganzen Kolonie mit einem Blumentopf. Sowohl das Bayerische Landesamt für Umwelt als auch die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein empfehlen sie.
- Such das Nest. Oft verrät es sich durch kleine Erdhäufchen oder durch die Ameisenstraße, die du bis zum Eingang verfolgst.
- Füll einen Tontopf mit feuchtem Stroh, feuchter Holzwolle oder Erde.
- Stell den Topf umgedreht direkt über das Nest oder den Eingang.
- Warte ab. Laut Landesamt zieht das Volk nach einigen Tagen mitsamt Brut und Königin in den Topf um, die Landwirtschaftskammer nennt etwa eine Woche.
- Schieb einen Spaten unter den Topf und trag die Kolonie an einen Ort, an dem sie nicht stört, am besten weit weg vom Beet.
Der Trick funktioniert, weil sich der Topf in der Sonne aufheizt und mit der feuchten Füllung gute Bedingungen für die Brut bietet, sodass die Ameisen ihn als bessere Wohnung annehmen. Schön daran finde ich, dass du das Volk nicht tötest, sondern nur verlegst. Im neuen Teil des Gartens räumt es weiter auf und frisst Schädlinge.
Wasser unterstützt den Umzug. Werden Ameisen regelmäßig gestört, etwa durch Einebnen des Nests oder Wässern der Kolonie, vernachlässigen sie laut Landesamt ihre Brut. Ein Hochbeet, das du über einige Tage gründlich und durchdringend gießt, wird für die Tiere ungemütlich. Dein Gemüse freut sich ohnehin über feuchte Erde. Kochendes Wasser, das die Landwirtschaftskammer für Nester allgemein nennt, ist im Hochbeet keine gute Idee, weil es auch die Wurzeln deiner Pflanzen und das Bodenleben schädigt.
Duftstoffe und Hausmittel im Check
Duftstoffe vertreiben Ameisen, weil sich die Tiere über Gerüche orientieren und verständigen. Das Landesamt nennt Lorbeer, Lavendel, Eukalyptus und Zeder als Düfte, die die meisten Arten meiden. Versuchsweise kann man Farnkraut, Wacholder, Kerbel, getrocknete Tomatenstauden, Majoran, Gewürznelken, Zimt, Essig, Zitronensaft oder Zitronenschalen auslegen. Die Landwirtschaftskammer ergänzt Rainfarn, Walnuss- und Holunderblätter, Kaffeesatz und Wermut.
Fürs Hochbeet am praktischsten ist ein Hinweis der Kammer. Ameisen meiden Anpflanzungen von Lavendel, Majoran, Thymian, Wermut und Feldsalat. Thymian, Majoran und Feldsalat wachsen ohnehin gut im Hochbeet. Du kannst sie gezielt an den Rand setzen, wo die Ameisenstraße ins Beet führt. Alle Duftstoffe musst du regelmäßig erneuern, weil der Geruch nachlässt.
| Mittel | Wirkung | Eignung im Hochbeet |
|---|---|---|
| Blumentopf mit Holzwolle | Umsiedeln der ganzen Kolonie | sehr gut, schont Volk und Pflanzen |
| Durchdringend wässern | stört die Brutpflege | gut, nutzt auch dem Gemüse |
| Duftkräuter und Kräuterpflanzen | vergrämen über den Geruch | gut, muss regelmäßig erneuert werden |
| Blattläuse entfernen | nimmt den Anreiz | sehr gut, löst das eigentliche Problem |
| Kochendes Wasser | tötet das Nest | ungeeignet, schädigt Wurzeln |
| Köderdosen mit Gift | tötet das Volk | ungeeignet neben Gemüse |
Bei Backpulver widersprechen sich die Ratgeber. Die Landwirtschaftskammer nennt Backpulver, Kalk oder Talkum nur als Laufbarriere an trockenen Stellen an Haus- und Fensteröffnungen, weil Ameisen ungern über feine Pulver laufen. Öko-Test widerspricht der verbreiteten Annahme, dass Backpulver ein harmloses Hausmittel sei. Im feuchten Hochbeet verliert ein Pulverstreifen ohnehin schnell seine Wirkung.
Vorbeugen beim Befüllen und im Alltag
Vorbeugen gelingt am besten, indem du das Hochbeet feucht hältst und Blattläuse früh entfernst, weil beides den Ameisen die Grundlage nimmt. Das Landesamt rät ausdrücklich, von stark befallenen Pflanzen die Läuse zu entfernen, weil ihr süßer Honigtau die Ameisen anlockt. Ein kräftiger Wasserstrahl reicht bei leichtem Befall oft schon.
Schon beim Befüllen lässt sich vorsorgen. Je dichter die untere Schicht gepackt ist, desto weniger große Hohlräume bleiben. Füllst du die Zwischenräume zwischen den Ästen mit Laub und Grünschnitt gut auf, finden Ameisen weniger fertige Kammern. Eine gut durchfeuchtete Füllung beim Aufbau hilft zusätzlich, damit das Beet nicht von Anfang an trocken liegt.
Im Alltag entscheidet vor allem die Gießkanne. In heißen Phasen solltest du die Erde im Hochbeet deshalb regelmäßig mit dem Finger prüfen. Eine Mulchschicht aus Grasschnitt hält die Feuchtigkeit länger in der Erde. Und für die Wege rund ums Beet gibt das Landesamt einen Tipp, der auch an der Terrasse hilft. Unter Steinplatten verwendest du Splitt statt Sand, denn in Splitt bauen Ameisen keine Nester.
Was du nicht tun solltest
Im Hochbeet solltest du auf Insektizide, Köderdosen und kochendes Wasser verzichten, weil du darin Lebensmittel anbaust und das Bodenleben schützen willst. Die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein weist darauf hin, dass Köderdosen als Biozide verkauft werden, nicht als Pflanzenschutzmittel. Die Arbeiterinnen tragen den Giftköder ins Nest und verfüttern ihn an die Brut. Damit auch noch schlüpfende Puppen erfasst werden, müssen die Dosen drei bis vier Wochen stehen bleiben. Drei Wochen Giftdose neben Salat und Erdbeeren, das will ich mir nicht vorstellen.
Auch die Kammer selbst empfiehlt, Ameisen im Garten in Ruhe zu lassen, solange sie nicht lästig oder schädlich werden. Im Haus sei aus hygienischen Gründen eher eine Bekämpfung anzuraten, im Garten nicht. Das Landesamt formuliert es noch klarer. Um den eigenen Garten ungestört nutzen zu können, müssen Ameisen in der Regel nicht getötet werden.
Ein paar Ameisen im Hochbeet sind für mich deshalb kein Grund zur Sorge. Erst wenn ein großes Nest direkt im Wurzelbereich sitzt oder Blattläuse überhandnehmen, lohnt der Umzug per Blumentopf.
Häufige Fragen zu Ameisen im Hochbeet
Sind Ameisen im Hochbeet schädlich?
Direkt schaden sie den Pflanzen meist nicht. Das Bayerische Landesamt für Umwelt nennt Ameisen nützliche Helfer im Garten. Problematisch ist, dass sie Blattläuse wegen des Honigtaus schützen und verbreiten. Ein großes Nest im Wurzelbereich kann zudem junge Pflanzen stören.
Wie bekomme ich Ameisen aus dem Hochbeet, ohne sie zu töten?
Stell einen Tontopf mit feuchter Holzwolle, feuchtem Stroh oder Erde umgedreht über das Nest. Nach einigen Tagen bis etwa einer Woche zieht das Volk mit Brut und Königin ein, und du trägst den Topf an einen anderen Ort im Garten.
Welche Pflanzen mögen Ameisen nicht?
Laut Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein meiden Ameisen Anpflanzungen von Lavendel, Majoran, Thymian, Wermut und Feldsalat. Das Bayerische Landesamt für Umwelt nennt außerdem Lorbeer-, Lavendel-, Eukalyptus- und Zedernduft.
Hilft Backpulver gegen Ameisen?
Die Angaben widersprechen sich. Die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein nennt Backpulver nur als Laufbarriere an trockenen Stellen am Haus, Öko-Test hält es nicht für ein harmloses Hausmittel. Im feuchten Hochbeet ist es wenig sinnvoll.
Quellen und Stand
- Bayerisches Landesamt für Umwelt, UmweltWissen Praxis, Ameisen, Stand 2013 (archiviert)
- Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein, Pflanzenschutz-Merkblatt Ameisen, Stand 2020
- Öko-Test, Ameisen im Haus, welche Hausmittel helfen
- Gartenjournal, Ameisen im Hochbeet (Ratgeber)