Samstag, 7. Juni 2026

Haus & Bauen

Entrümpelung Kosten: Preise pro Quadratmeter und wie du sparst

Entrümpelung Kosten im Überblick: Preise pro Quadratmeter, Richtwerte für Keller, Wohnung und Haus, Wertanrechnung und Steuerbonus nach § 35a EStG.

Haufen ausrangierter Holzmöbel, Stühle und Regalteile von oben

Foto: Wayee Tan / Pexels

Die Kosten einer Entrümpelung liegen für eine normal möblierte Wohnung meist zwischen 20 und 50 Euro pro Quadratmeter, für ein komplettes Einfamilienhaus schnell bei 3.500 Euro und mehr. Über den Preis entscheidet aber weniger die Fläche als die Menge, die herausgetragen werden muss, und die Zahl der Treppen dazwischen. Mit Wertanrechnung, etwas Eigenleistung und dem Steuerbonus drückst du die Rechnung oft um ein Drittel.

Was eine Entrümpelung pro Quadratmeter kostet

Professionelle Entrümpler kalkulieren meist pro Quadratmeter, und der Preis schwankt mit dem Füllgrad der Räume. Diese Spannen gelten als Faustregel, jeweils mit Abtransport und Entsorgung.

  • Spärlich möbliert. Etwa 10 bis 20 Euro pro Quadratmeter.
  • Normal möbliert. Etwa 20 bis 50 Euro pro Quadratmeter.
  • Stark befüllt. Etwa 35 bis 55 Euro pro Quadratmeter.
  • Messie-Wohnung. Etwa 55 bis 100 Euro pro Quadratmeter, oft mehr bei Schädlingsbefall.

Breit sind die Spannen aus gutem Grund. Ein 60-Quadratmeter-Altbau mit Schrankwand, Klavier und 40 Jahren Vorräten im Keller ist eine völlig andere Aufgabe als eine Studentenwohnung derselben Größe. Seriöse Anbieter nennen deshalb erst nach einer Besichtigung einen Festpreis, ob vor Ort oder per Videocall.

Richtwerte für Keller, Wohnung und Haus

Für die häufigsten Fälle haben sich Pauschalen eingebürgert, mit denen du ein Angebot einordnen kannst. Zugrunde liegen aktuelle Preisübersichten von Entrümpelungsbetrieben und Handwerkerportalen und gelten für durchschnittlich gefüllte Objekte ohne Sondermüll.

  • Keller. Etwa 350 bis 750 Euro.
  • Garage oder Dachboden. Etwa 300 bis 800 Euro.
  • 2-Zimmer-Wohnung. Etwa 700 bis 1.600 Euro.
  • 3-Zimmer-Wohnung. Etwa 1.200 bis 2.500 Euro.
  • Einfamilienhaus. Etwa 3.500 bis 10.000 Euro, je nach Größe und Nebenräumen.

Großstädte wie München, Hamburg oder Frankfurt liegen eher am oberen Rand, ländliche Regionen eher darunter. Liegt ein Angebot weit darunter, solltest du skeptisch werden. Entsorgung kostet Geld, und wer dabei spart, kippt den Müll womöglich im Wald ab, wofür im Zweifel auch der Auftraggeber geradestehen muss.

Was den Preis nach oben treibt

Am stärksten wirkt die Menge an Material, danach kommen Zugänglichkeit und Art der Entsorgung. Daraus erklärt sich, warum zwei Angebote für dieselbe Wohnung um tausend Euro auseinanderliegen können.

Etage und Aufzug. Jedes Stockwerk ohne Aufzug kostet Zeit und damit Geld, Anbieter rechnen dafür Zuschläge von etwa 5 bis 15 Euro pro Quadratmeter und Etage. Ein langer Weg vom Hauseingang zum Wagen, etwa durch einen Hinterhof, wirkt ähnlich.

Sperrige Einzelstücke. Klaviere, Tresore, Aquarien oder Einbauküchen brauchen zusätzliche Leute oder Werkzeug, und die meisten Betriebe stellen sie extra in Rechnung.

Sondermüll. Farbreste, Chemikalien, Altöl, Asbestplatten oder Nachtspeicheröfen gehören getrennt und fachgerecht entsorgt. Gerade Nachtspeicheröfen aus den Siebzigern können Asbest enthalten und dürfen nur von zugelassenen Fachbetrieben ausgebaut werden.

Zusatzleistungen. Besenreine Übergabe ist meist inklusive, Demontage von Lampen, Teppichen und Einbauten, Renovierungsarbeiten oder eine Desinfektion bei Messie-Wohnungen kosten extra. Lass dir genau aufschreiben, was „besenrein“ im Angebot bedeutet.

So senkst du die Kosten der Entrümpelung

Sparen lässt sich vor allem über Wertanrechnung, Eigenleistung und den Steuerbonus für haushaltsnahe Dienstleistungen, und wer alle drei nutzt, zahlt am Ende spürbar weniger.

Wertanrechnung. Gut erhaltene Möbel, Antiquitäten, Elektrogeräte oder Schmuck kauft der Entrümpler an und zieht den Wert vom Preis ab. Bei einem Haushalt mit Massivholzmöbeln, Porzellan und einer Briefmarkensammlung kommen schnell einige hundert Euro zusammen. Schmuck und Sammlungen würde ich vorher trotzdem unabhängig schätzen lassen, denn der Entrümpler ist beim Ankauf nicht dein Anwalt.

Eigenleistung. Alles, was du selbst verschenkst, verkaufst oder zum Wertstoffhof bringst, muss der Betrieb nicht abtransportieren. In vielen Städten und Landkreisen holt die Müllabfuhr Sperrmüll ein- bis zweimal im Jahr kostenlos ab, beantragt wird das meist online. Mit drei Wochen Vorlauf wirst du so einen ordentlichen Teil schon vorab los.

Steuerbonus. Die Arbeitskosten einer Entrümpelung lassen sich als haushaltsnahe Dienstleistung absetzen, wenn sie im eigenen Haushalt anfallen. 20 Prozent der Arbeitskosten mindern direkt die Steuerlast, bis zu 4.000 Euro im Jahr (§ 35a Einkommensteuergesetz). Voraussetzung sind eine Rechnung mit gesondert ausgewiesenen Arbeitskosten und eine Überweisung, Barzahlung wird nicht anerkannt. Entsorgungsgebühren zählen nicht dazu. Bei einer Haushaltsauflösung nach einem Todesfall wird es kompliziert, weil es dann oft nicht mehr um den eigenen Haushalt geht, und eine kurze Frage an die Steuerberatung lohnt sich.

So läuft eine Entrümpelung ab

Eine professionelle Entrümpelung folgt fast immer demselben Ablauf, und wer ihn kennt, kann Angebote besser vergleichen und Zeit sparen. Am Anfang steht die Besichtigung, bei der der Betrieb Menge, Zugänglichkeit und mögliche Wertgegenstände einschätzt. Danach kommt ein schriftliches Festpreisangebot, in dem stehen sollte, welche Räume geräumt werden, ob Demontagen eingeschlossen sind und in welchem Zustand die Räume übergeben werden.

Vor dem Termin sicherst du alles, was bleiben soll, und markierst es eindeutig, am besten mit farbigem Klebeband oder indem du es in einem Raum sammelst, den die Entrümpler nicht betreten. Dokumente, Fotos und Erinnerungsstücke solltest du vorher in Ruhe durchsehen, denn was einmal im Container liegt, ist weg. Bei einer Wohnungsauflösung nach einem Todesfall lohnt es sich, Schubladen, Bücher und Taschen auf Bargeld, Sparbücher oder wichtige Unterlagen zu prüfen.

Am Räumungstag selbst arbeitet ein Team aus zwei bis fünf Leuten, eine normale Wohnung ist meist an einem Tag leer, ein Haus in zwei bis drei Tagen. Die Entrümpler sortieren dabei nach Verwertbarem, Sperrmüll, Elektroschrott und Sondermüll. Zum Schluss folgt die Übergabe, bei der du prüfst, ob alles wie vereinbart geräumt ist. Lass dir die fachgerechte Entsorgung schriftlich bestätigen, gerade bei Sondermüll.

Wer die Kosten trägt: Erben, Mieter, Sozialamt

Wer eine Entrümpelung bezahlt, hängt vom Anlass ab. Räumt ein Mieter beim Auszug, trägt er die Kosten selbst, denn er muss die Wohnung so zurückgeben, wie es im Mietvertrag vereinbart ist, meist besenrein und ohne eigene Gegenstände. Lässt er Sachen zurück, darf der Vermieter nach Fristsetzung räumen lassen und die Kosten verlangen.

Bei einer Haushaltsauflösung nach einem Todesfall zahlen die Erben aus dem Nachlass. Die Kosten mindern dabei den Wert der Erbschaft und lassen sich als Nachlassverbindlichkeit berücksichtigen. Wer das Erbe ausschlägt, muss sich um die Räumung nicht kümmern, dann fällt die Aufgabe an die nächsten Erben oder letztlich an den Staat.

Sozialämter übernehmen Entrümpelungskosten nur in Ausnahmefällen, etwa wenn jemand in ein Pflegeheim zieht und weder eigenes Vermögen noch unterhaltspflichtige Angehörige hat, oder wenn eine Wohnung ohne Räumung nicht bezugsfertig wäre. Ein Antrag muss in jedem Fall vor dem Auftrag gestellt werden, im Nachhinein zahlt das Amt in der Regel nicht.

Woran du einen seriösen Entrümpler erkennst

Ein seriöser Entrümpelungsbetrieb besichtigt das Objekt vorher, nennt einen schriftlichen Festpreis und weist die fachgerechte Entsorgung nach. Er ist im Gewerberegister eingetragen, hat eine Betriebshaftpflicht für Schäden an Treppenhaus oder Türen und eine feste Adresse.

Bei Haustürangeboten und Flyern mit „kostenloser Entrümpelung“ werde ich hellhörig. Dahinter stecken oft Händler, die nur Verwertbares mitnehmen und den Rest stehen lassen, oder Betriebe, die nachträglich Zuschläge erfinden. Zwei, besser drei Angebote schaffen Klarheit, wenn du jeweils vergleichst, was im Preis tatsächlich enthalten ist. Wer Dachboden oder Keller ohnehin für einen Umbau leer räumt, findet die nächsten Schritte im Artikel Dachboden ausbauen: Was vor dem ersten Handgriff wirklich zählt.

Selbst entrümpeln: Was es kostet und wann es sich lohnt

Wer Zeit, Helfer und ein Auto hat, kann eine Entrümpelung auch selbst stemmen und spart dabei meist die Hälfte oder mehr. Die größten Posten sind dann ein Container oder ein gemieteter Transporter und die Entsorgungsgebühren am Wertstoffhof. Ein Container mit drei Kubikmetern Sperrmüll kostet je nach Region ab etwa 170 Euro, ein Transporter für einen Tag rund 80 bis 150 Euro.

Für den Container brauchst du eine Genehmigung, wenn er auf öffentlichem Grund wie dem Gehweg stehen soll, die beantragst du beim Ordnungsamt oder übernimmt der Containerdienst gegen Gebühr. Gemischte Abfälle sind teurer als sortenreine, es lohnt sich deshalb, Holz, Metall, Elektrogeräte und Sperrmüll zu trennen. Elektrogeräte nehmen Wertstoffhöfe und große Händler kostenlos zurück.

Realistisch ist das bei einem Keller, einer Garage oder einer kleinen Wohnung im Erdgeschoss. Bei einem vollen Haus, vielen Etagen ohne Aufzug oder Sondermüll stößt die Eigenleistung schnell an Grenzen, und der Rücken bezahlt dann, was der Geldbeutel gespart hat. Ein Mittelweg ist, Verwertbares und Kleinteile selbst zu sortieren und nur den Abtransport des Rests zu beauftragen.

Für Vermieter gilt eine Besonderheit. Hinterlässt ein ausgezogener Mieter Möbel und Hausrat, darf der Vermieter nicht einfach alles entsorgen. Er muss den Mieter zunächst schriftlich zur Räumung auffordern und eine Frist setzen, sonst drohen Schadenersatzansprüche, falls sich unter dem Gerümpel Wertsachen befanden.

Plane für die gesamte Entrümpelung genug Vorlauf ein. Zwischen Besichtigung, Angebot und Termin liegen bei gefragten Betrieben oft zwei bis vier Wochen, vor Monatsenden und in der Umzugssaison im Frühjahr und Spätsommer auch mehr.

Häufige Fragen zu den Kosten einer Entrümpelung

Was kostet es, einen Keller zu entrümpeln?

Ein durchschnittlich gefüllter Keller kostet meist 350 bis 750 Euro, ein sehr voller oder schwer zugänglicher Keller auch mehr. Wer Sperrmüll selbst zur Abholung anmeldet und Wertstoffe vorab zum Wertstoffhof bringt, kommt oft deutlich günstiger weg.

Was ist der Unterschied zwischen Entrümpelung und Haushaltsauflösung?

Eine Entrümpelung entfernt Gerümpel aus einzelnen Räumen oder einem Objekt, das weiter genutzt wird. Eine Haushaltsauflösung räumt einen kompletten Haushalt leer, etwa nach einem Todesfall oder Umzug ins Pflegeheim, und schließt oft Verkauf, Spende und Übergabe der Wohnung ein.

Kann man eine Entrümpelung von der Steuer absetzen?

Ja, 20 Prozent der Arbeitskosten sind als haushaltsnahe Dienstleistung nach § 35a EStG absetzbar, bis zu 4.000 Euro Steuerermäßigung im Jahr. Nötig sind eine Rechnung mit separat ausgewiesenen Arbeitskosten und eine unbare Zahlung. Entsorgungskosten sind nicht begünstigt.

Ist eine kostenlose Entrümpelung seriös?

Nur in Ausnahmefällen, wenn der Wert der Gegenstände die Kosten tatsächlich übersteigt. Meist nehmen Anbieter mit diesem Versprechen nur Verwertbares mit oder verlangen am Ende doch Geld. Ein schriftliches Angebot mit klar beschriebenem Leistungsumfang schützt vor Überraschungen.

Wie lange dauert eine Entrümpelung?

Ein Keller ist meist in wenigen Stunden geräumt, eine durchschnittliche Wohnung an einem Tag. Für ein Einfamilienhaus mit Keller, Dachboden und Garage planen Entrümpelungsbetriebe zwei bis drei Tage ein, bei Messie-Wohnungen kann es länger dauern.

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