Die Fassadendämmung Kosten liegen für ein Wärmedämmverbundsystem laut Verbraucherzentrale bei etwa 160 bis 190 Euro pro Quadratmeter inklusive Material, Arbeit und Gerüst, eine Kerndämmung ist mit rund 25 bis 60 Euro deutlich günstiger. Das BAFA fördert 15 Prozent der förderfähigen Ausgaben. Der oft genannte Satz von 20 Prozent stimmt so nicht, weil der Bonus für einen Sanierungsfahrplan bei einem Einfamilienhaus erst ab 30.000 Euro greift.
Das Wichtigste in Kürze
- WDVS. Die Verbraucherzentrale nennt laut 42watt 160 bis 190 Euro pro Quadratmeter, bei einer ohnehin fälligen Fassadensanierung kommen nur etwa 90 bis 100 Euro dazu.
- Systeme. Eine vorgehängte hinterlüftete Fassade kostet laut Aroundhome 250 bis 350 Euro, eine Einblasdämmung 20 bis 50 Euro pro Quadratmeter.
- Förderung. Das BAFA zahlt 15 Prozent, förderfähig sind bis 30.000 Euro für die erste Wohneinheit, mit Sanierungsfahrplan bis 60.000 Euro.
- iSFP-Bonus. Die zusätzlichen 5 Prozent gibt es bei einer Wohneinheit erst ab 30.000 Euro und nur auf den Betrag darüber.
- Technik. Gefördert wird nur, wenn die Außenwand danach einen U-Wert von höchstens 0,20 erreicht und ein Energieeffizienz-Experte eingebunden ist.
Dämmsysteme im Überblick
Für die Fassade gibt es im Wesentlichen drei Arten der Dämmung, das Wärmedämmverbundsystem, die vorgehängte hinterlüftete Fassade und die Kerndämmung bei zweischaligem Mauerwerk. Welche davon bei dir passt, entscheidet in erster Linie der Aufbau deiner Wand.
Beim Wärmedämmverbundsystem, kurz WDVS, werden Dämmplatten direkt auf die Außenwand geklebt und gedübelt, darauf kommen eine Armierungsschicht und ein Außenputz. Von außen sieht das Haus danach aus wie vorher, nur mit etwas dickeren Wänden.
Bei der vorgehängten hinterlüfteten Fassade, kurz VHF, wird die Dämmung zwischen einer Unterkonstruktion an der Wand befestigt. Davor hängt eine Verkleidung aus Holz, Faserzement, Metall oder Naturstein, mit einem belüfteten Spalt dazwischen. Das ist aufwendiger und teurer, lässt gestalterisch aber viel Spielraum.
Die Kerndämmung, auch Einblasdämmung genannt, funktioniert nur bei zweischaligem Mauerwerk mit einem Hohlraum zwischen innerer und äußerer Wand. Der Fachbetrieb bohrt Löcher in die Fassade und bläst Dämmstoff in den Zwischenraum. Die Optik des Hauses bleibt unverändert, und der Aufwand ist gering, allerdings ist die Dämmstärke durch die Breite des Hohlraums begrenzt.
Fassadendämmung Kosten nach System
Die Fassadendämmung Kosten schwanken je nach System zwischen etwa 20 und 350 Euro pro Quadratmeter. Beim selben System liegen die Quellen nah beieinander. Aroundhome ist dabei ein Vermittler von Handwerksbetrieben, die Zahlen der Verbraucherzentrale stammen aus einer Wiedergabe beim Wärmepumpen- und Sanierungsvermittler 42watt.
| System | Kosten pro m² | Quelle | Geeignet für |
|---|---|---|---|
| WDVS | 160 bis 190 € | Verbraucherzentrale laut 42watt | massive Außenwände |
| WDVS | 160 bis 200 € | Aroundhome | massive Außenwände |
| Vorgehängte hinterlüftete Fassade | 250 bis 350 € | Aroundhome | höhere Ansprüche an Optik und Haltbarkeit |
| Kerndämmung | 25 bis 35 € | Aroundhome | zweischaliges Mauerwerk |
| Kerndämmung | 25 bis 60 € | Commerzbank | zweischaliges Mauerwerk |
| Einblasdämmung | 20 bis 50 € | Aroundhome | Hohlräume in der Wand |
Die Preise für das WDVS enthalten laut Verbraucherzentrale Material, Arbeit und Gerüst. Ein Detail verdient Aufmerksamkeit. Steht ohnehin eine Fassadensanierung an, für die ein Gerüst und neuer Putz nötig sind, kostet die zusätzliche Dämmung nur etwa 90 bis 100 Euro pro Quadratmeter mehr. Das ist gut die Hälfte des vollen Preises, und genau deshalb lohnt sich das richtige Timing so sehr.
Liegen Angebote weit auseinander, stecken oft Details dahinter wie Dämmstoff, Dämmstärke, Zahl der Fenster, Fensterbänke, Anschlüsse am Dach und am Sockel. Vergleiche Angebote deshalb Position für Position und nicht nur nach dem Endpreis.
Rechenbeispiel für ein Einfamilienhaus
Was von der Förderung tatsächlich ankommt, habe ich in einem eigenen Rechenbeispiel durchgespielt, mit den Zahlen der Verbraucherzentrale und den Förderbedingungen des BAFA. Angenommen werden zwei Einfamilienhäuser mit einer Wohneinheit, eines mit 150 und eines mit 200 Quadratmetern Fassadenfläche.
| Posten | Haus A, 150 m² | Haus B, 200 m² |
|---|---|---|
| Kosten WDVS bei 160 bis 190 €/m² | 24.000 bis 28.500 € | 32.000 bis 38.000 € |
| Grundförderung 15 % ohne iSFP | 3.600 bis 4.275 € | 4.500 € (Deckel bei 30.000 €) |
| Mit iSFP, 15 % auf alles plus 5 % über 30.000 € | 3.600 bis 4.275 €, kein Bonus | 4.900 bis 6.100 € |
| Zum Vergleich mit pauschal 20 % | 4.800 bis 5.700 € | 6.400 bis 7.600 € |
Haus A bleibt komplett unter 30.000 Euro, also greift der iSFP-Bonus nicht, auch wenn ein Sanierungsfahrplan vorliegt. Wer hier mit 20 Prozent kalkuliert hat, dem fehlen am Ende 1.200 bis 1.425 Euro. Haus B überschreitet die Grenze. Ohne Sanierungsfahrplan sind nur 30.000 Euro förderfähig, also gibt es höchstens 4.500 Euro. Mit Sanierungsfahrplan steigt die Grenze auf 60.000 Euro, alle Kosten werden mit 15 Prozent gefördert, und auf den Teil über 30.000 Euro kommen 5 Prozent dazu. Bei 38.000 Euro sind das 5.700 plus 400 Euro, zusammen 6.100 Euro.
Ehrlich gesagt halte ich die pauschalen 20 Prozent, die in vielen Ratgebern stehen, deshalb für irreführend. Bei einem typischen Einfamilienhaus wirkt der Bonus nur auf einen kleinen Teil der Kosten. Die Kosten für den Sanierungsfahrplan selbst und für den Energieeffizienz-Experten sind in dieser Rechnung nicht enthalten.
Förderung nach dem aktuellen BAFA-Stand
Das BAFA fördert die Dämmung der Außenwand als Einzelmaßnahme an der Gebäudehülle mit einem Grundfördersatz von 15 Prozent der förderfähigen Ausgaben. Voraussetzung ist ein Bestandsgebäude, dessen Bauantrag oder Bauanzeige bei der Antragstellung mindestens fünf Jahre zurückliegt. Die Mindestinvestition beträgt 300 Euro brutto.
Nach oben gibt es Grenzen. Für die erste Wohneinheit gelten 30.000 Euro, für die zweite bis sechste je 15.000 Euro und ab der siebten je 8.000 Euro. Liegt ein individueller Sanierungsfahrplan vor, verdoppeln sich die Grenzen auf 60.000, 30.000 und 15.000 Euro. Dasselbe gilt laut BAFA, wenn der Eigentümer für einen Sanierungsfahrplan nicht antragsberechtigt ist.
Beim iSFP-Bonus von 5 Prozent nennt das BAFA selbst zwei Haken. Bei einem Gebäude mit einer Wohneinheit gibt es ihn erst ab förderfähigen Ausgaben von mindestens 30.000 Euro. Und er gilt nur für den Betrag über dieser Mindestinvestition. Kosten aus mehreren Anträgen im selben Kalenderjahr werden dabei nicht zusammengezählt. Für Gebäude mit mehreren Wohneinheiten entspricht die Schwelle der Höchstgrenze ohne Bonus, bei drei Wohneinheiten also 60.000 Euro.
Für den Antrag muss ein Energieeffizienz-Experte eingebunden sein. Technisch verlangen die Mindestanforderungen der Förderung für die Außenwand einen U-Wert von höchstens 0,20 W/(m²K). Bei einer Kerndämmung muss der Dämmstoff eine Wärmeleitfähigkeit von höchstens 0,035 W/(mK) haben, für Baudenkmale gelten erleichterte Werte. Das BAFA kündigt außerdem für voraussichtlich das erste Quartal 2027 eine Erleichterung an, nach der Dämmmaßnahmen ohne Mindestinvestition gefördert werden können, wenn sie Teil einer geförderten Energieberatung sind.
Förderantrag in der richtigen Reihenfolge
Bei der Förderung kommt es auf die Reihenfolge an, denn der Antrag muss vor Vorhabenbeginn gestellt werden. Als Vorhabenbeginn gilt nach den Förderregeln der Abschluss eines Liefer- oder Leistungsvertrags, der der Ausführung zuzurechnen ist. Wer den Auftrag an den Stuckateur unterschreibt, bevor der Antrag beim BAFA liegt, riskiert also die gesamte Förderung. Planungs- und Beratungsleistungen dürfen dagegen schon vorher erbracht werden.
- Such dir einen Energieeffizienz-Experten, etwa über die Expertenliste der dena, und lass klären, ob ein Sanierungsfahrplan sinnvoll ist.
- Hol Angebote von Fachbetrieben ein. Das ist vor dem Antrag erlaubt, solange du noch keinen Auftrag erteilst.
- Stell den Förderantrag beim BAFA gemeinsam mit dem Experten.
- Beauftrage den Fachbetrieb erst danach und lass die Dämmung ausführen.
- Reich nach Abschluss die Nachweise ein. Welche Fristen gelten, steht in deinem Zuwendungsbescheid.
Neben den Fassadendämmung Kosten für Material und Handwerk fällt auch das Honorar des Experten an. Für Energieberatung und Baubegleitung gibt es eigene Förderprogramme, die der Experte kennt und mit beantragen kann.
Was im Angebot stehen sollte
Ein gutes Angebot für eine Fassadendämmung listet alle Positionen einzeln auf, damit du die Fassadendämmung Kosten verschiedener Betriebe vergleichen kannst. Dazu gehören das Gerüst mit Standzeit, der Dämmstoff mit Dicke und Wärmeleitfähigkeit, Kleber und Dübel, Armierung und Putz, die Fensterbänke, die Anschlüsse an Fenster, Dach und Sockel sowie die Entsorgung. Fehlt eine dieser Positionen, wird sie später womöglich nachberechnet.
Für die Förderung ist außerdem wichtig, dass das Angebot den geforderten U-Wert von höchstens 0,20 erreicht. Laut den technischen Mindestanforderungen muss der Fachbetrieb die Einhaltung bestätigen und Art und Aufbau der Dämmung beschreiben. Steht dazu nichts im Angebot, frag nach, bevor du unterschreibst.
Wann sich die Dämmung rechnet
Am meisten lohnt sich eine Fassadendämmung, wenn ohnehin eine Sanierung der Außenwand ansteht, weil dann nur die Mehrkosten für die Dämmung anfallen. Laut Verbraucherzentrale sind das beim WDVS etwa 90 bis 100 Euro pro Quadratmeter statt 160 bis 190 Euro für eine Dämmung als eigenständige Maßnahme. Gerüst und Putz musst du in diesem Fall sowieso bezahlen.
Wie schnell sich die Investition über gesparte Heizkosten zurückholt, hängt von vielen Faktoren ab, darunter der bisherige Zustand der Wand, die Heizung, der Energiepreis und die Dämmstärke. Pauschale Amortisationszeiten halte ich deshalb für wenig hilfreich, belastbar ist nur eine Berechnung für dein konkretes Haus, etwa im Rahmen eines Sanierungsfahrplans. Der lohnt sich auch aus einem anderen Grund, denn er verdoppelt die förderfähigen Kosten.
Bleibt die Frage, womit du anfängst. Wer Fassade, Dach und Heizung sanieren will, sollte mit der Hülle anfangen, weil ein gedämmtes Haus weniger Heizleistung braucht. Mehr zur Dachseite steht in unseren Ratgebern zu den Aufsparrendämmung Kosten und den Dachsanierung Kosten. Werden Fassade und Dach gemeinsam gemacht, lässt sich das Gerüst für beides nutzen.
Häufige Fragen zu den Kosten einer Fassadendämmung
Was kostet eine Fassadendämmung pro Quadratmeter?
Ein Wärmedämmverbundsystem kostet laut Verbraucherzentrale etwa 160 bis 190 Euro pro Quadratmeter inklusive Material, Arbeit und Gerüst. Eine vorgehängte hinterlüftete Fassade liegt laut Aroundhome bei 250 bis 350 Euro, eine Kerndämmung bei 25 bis 35 Euro.
Wie viel Förderung gibt es für die Fassadendämmung?
Das BAFA fördert 15 Prozent der förderfähigen Ausgaben, maximal 30.000 Euro für die erste Wohneinheit oder 60.000 Euro mit Sanierungsfahrplan. Der iSFP-Bonus von 5 Prozent gilt bei einer Wohneinheit erst ab 30.000 Euro und nur für den Betrag darüber.
Gibt es 20 Prozent Förderung für die Fassadendämmung?
Nicht pauschal. Die 20 Prozent ergeben sich nur für den Teil der Kosten, der bei einem Einfamilienhaus über 30.000 Euro liegt, und nur mit Sanierungsfahrplan. Darunter bleibt es bei 15 Prozent.
Wann ist eine Kerndämmung möglich?
Nur bei zweischaligem Mauerwerk mit einem Hohlraum zwischen innerer und äußerer Wand. Für die Förderung muss der eingeblasene Dämmstoff eine Wärmeleitfähigkeit von höchstens 0,035 W/(mK) haben.
Quellen und Stand
- BAFA, Sanierung Wohngebäude, Gebäudehülle, Förderbedingungen, abgerufen 03.11.2026, Allgemeines Merkblatt Oktober 2026
- BEG Einzelmaßnahmen, Technische Mindestanforderungen, Anforderungen an Außenwände
- Verbraucherzentrale, Kosten Wärmedämmverbundsystem, wiedergegeben bei 42watt (Sanierungsvermittler)
- Aroundhome, Fassadendämmung Preise und Kosten (Vermittler von Handwerksbetrieben)
- Commerzbank, Fassadendämmung, Kosten, Ablauf und Spartipps