Samstag, 7. Juni 2026

Persönlichkeiten

Hildegard Schmahl: Theater, Filme und was sie heute macht

Hildegard Schmahl spielte Gretchen, bei Tabori König Lear und zuletzt in Mittagsstunde. Ihr Weg von Pommern auf die Bühne, ihre Familie und neue Filme.

Hildegard Schmahl im Porträt beim Filmfestival Locarno 2025, mit weißem Haar und heller Bluse

Foto: Walid Farouk / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0, zugeschnitten

Hildegard Schmahl spielt seit über 60 Jahren Theater und war Gretchen in Bochum, bei George Tabori König Lear und später Ensemblemitglied der Münchner Kammerspiele. Das Kinopublikum kennt sie vor allem aus Filmen ihrer späten Jahre, allen voran „Mittagsstunde“. Aufgehört hat sie nicht: 2026 kam mit „Im Spiegel meiner Mutter“ schon der nächste Film heraus.

NameHildegard Schmahl
Geboren6. Februar 1940 in Schlawe, Pommern (heute Sławno, Polen)
BerufSchauspielerin
Bekannt ausNirgendwo in Afrika (2001), In Zeiten des abnehmenden Lichts (2017), Mittagsstunde (2022)
EhemannNiels-Peter Rudolph, Regisseur
WohnortHamburg
Größe1,68 m
AuszeichnungenHermine-Körner-Ring (2010), Ehrenpreis des Deutschen Schauspielpreises (2025)

Herkunft: von Pommern nach Hamburg

Geboren wurde sie am 6. Februar 1940 im pommerschen Schlawe, aber ihre Kindheit gehört einer anderen Stadt. 1945 floh die Familie vor der Roten Armee nach Hamburg, und dort lernte sie von 1958 bis 1960 am Schauspielstudio Frese ihr Handwerk.

Das erste Engagement bekam sie gleich vor Ort, am Deutschen Schauspielhaus. Es folgten Braunschweig und Bern, bevor sie 1967 am Schauspielhaus Bochum das Gretchen in „Faust I“ spielte. Im selben Jahr erhielt sie den Förderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen, ihre erste große Anerkennung.

Die großen Bühnenjahre

In der Saison 1969/1970 war sie an den Staatlichen Schauspielbühnen Berlin zugleich Emilia Galotti und Minna von Barnhelm, also zwei Lessing-Heldinnen in einer Spielzeit. In Berlin, Stuttgart und Hamburg inszenierte sie häufig ihr Ehemann Niels-Peter Rudolph.

Die vielleicht ungewöhnlichste Station begann 1987 in Wien, am Theater Der Kreis von George Tabori. 1989 spielte sie dort in seiner Shakespeare-Bearbeitung „Lears Schatten“ den König Lear, eine der größten Männerrollen des Theaters. Auch für den Rundfunk arbeitete sie mit ihm, etwa 1990 in „Masada: Ein Bericht“ beim RIAS Berlin.

1990/1991 wechselte sie ans Thalia Theater in Hamburg, wo sie unter anderem mit Jürgen Flimm, Leander Haußmann und Martin Kušej arbeitete. Kušejs Inszenierung von Horváths „Geschichten aus dem Wiener Wald“ wurde 1999 zum Berliner Theatertreffen eingeladen, ein Jahr später spielte sie am selben Haus in „Elektra“.

Ab 2001/2002 gehörte sie zum Ensemble der Münchner Kammerspiele und stand bei Andreas Kriegenburg, Johan Simons und Jossi Wieler auf der Bühne. 2016 trat sie in „Mauerschau“ an der Bayerischen Staatsoper auf. Erstaunlich spät kam Salzburg dazu: Erst 2021 gastierte sie bei den Festspielen, in Wielers Fassung von Hofmannsthals „Das Bergwerk zu Falun“.

Die bekanntesten Filme von Hildegard Schmahl

Film und Fernsehen blieben lange Nebensache, Wikipedia spricht von sporadischen Rollen. Zu den frühen Arbeiten zählt „Das Beil von Wandsbek“ von 1982. 2001 gehörte sie zur Besetzung von Caroline Links Oscar-Gewinner „Nirgendwo in Afrika“ und des Fernsehdreiteilers „Die Manns“, im „Tatort“ war sie 2004 und 2012 zu sehen.

Ihre heute bekanntesten Rollen kamen erst nach ihrem 70. Geburtstag. 2013 spielte sie in „Der Geschmack von Apfelkernen“, ein Jahr später in Marco Kreuzpaintners Komödie „Coming In“ neben Paula Riemann und Mavie Hörbiger. Matti Geschonneck besetzte sie 2017 in „In Zeiten des abnehmenden Lichts“ als Ehefrau des von Bruno Ganz gespielten Patriarchen.

Am stärksten blieb „Mittagsstunde“ von 2022 hängen. Unter der Regie von Lars Jessen spielte sie die pflegebedürftige Mutter der von Charly Hübner verkörperten Hauptfigur. Wie breit ihr Spektrum in dieser Zeit war, zeigt ein Blick auf die Nachbarprojekte, denn im selben Jahr erschien das Familienabenteuer „Der junge Häuptling Winnetou“, und zuvor hatte sie in der Serie „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ mitgewirkt.

Auch im Fernsehen war sie in diesen Jahren oft zu sehen, von den beiden Filmen der Reihe „Der Island-Krimi“ (2016) über „Wir sind doch Schwestern“ (2018) bis zu „Das Geheimnis des Totenwaldes“ (2020). Dazu kamen Krimis wie „Polizeiruf 110: Für Janina“ und zwei Folgen „Stralsund“. Für eine Theaterschauspielerin, die vor der Kamera lange nur gelegentlich auftrat, ist das eine erstaunlich dichte Spätphase.

Familie

Sie lebt in Hamburg und ist mit dem Regisseur Niels-Peter Rudolph verheiratet. Beide Kinder arbeiten ebenfalls in der Branche, Hannah Rudolph als Regisseurin und Sebastian Rudolph als Schauspieler. Er steht seit August 2026 mit Mavie Hörbiger in Jelineks „Unter Tieren“ auf der Bühne.

Was macht Hildegard Schmahl heute?

2026 war für sie ein volles Jahr (Stand: Oktober 2026). Am 13. August startete Jutta Brückners „Im Spiegel meiner Mutter“ in den deutschen Kinos, in dem sie neben Corinna Harfouch und Carla Juri spielt. Wikipedia führt für dasselbe Jahr außerdem den Fernsehfilm „Kommissar Dupin: Bretonische Sehnsucht“ und den „Tatort: Unter Feinden“ auf. 2025 lief der Kinofilm „Donkey Days“.

Im selben Jahr bekam sie den Ehrenpreis des Deutschen Schauspielpreises für ihr Lebenswerk. Die Jury nannte sie laut derfilmjournalist.de „eine Suchende: nach der inneren Stimme der Rolle, nach ihrer eigenen in der Rolle, damit beide verschmelzen können“. Den Hermine-Körner-Ring hatte sie schon 2010 erhalten, der Freien Akademie der Künste in Hamburg gehört sie seit 1991 an.

Häufige Fragen zu Hildegard Schmahl

Wie alt ist Hildegard Schmahl?

Sie wurde am 6. Februar 1940 in Schlawe in Pommern geboren, dem heutigen Sławno in Polen.

Wer ist ihre Tochter?

Ihre Tochter ist die Regisseurin Hannah Rudolph. Ihr Sohn Sebastian Rudolph ist Schauspieler.

Mit wem ist Hildegard Schmahl verheiratet?

Ihr Ehemann ist der Regisseur Niels-Peter Rudolph, unter dessen Regie sie häufig gespielt hat.

In welchen Filmen spielte sie mit?

Zu ihren bekanntesten Filmen gehören „Nirgendwo in Afrika“ (2001), „Der Geschmack von Apfelkernen“ (2013), „In Zeiten des abnehmenden Lichts“ (2017), „Mittagsstunde“ (2022) und „Im Spiegel meiner Mutter“ (2026).

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