Mavie Hörbiger trägt einen der bekanntesten Namen des deutschsprachigen Theaters, begann aber als junger Fernsehstar weit weg von Wien. Nach einer Goldenen Romy und vielen Filmrollen kam sie ans Burgtheater, wo sie seit der Saison 2011/2012 fest im Ensemble spielt. 2025 stand sie dort in einem Stück, das die NS-Vergangenheit der eigenen Familie verhandelt.
| Name | Mavie Hörbiger |
|---|---|
| Geboren | 14. November 1979 in München |
| Beruf | Schauspielerin |
| Bekannt aus | Arme Millionäre (2005 bis 2006), Axolotl Overkill (2017), Der Boden unter den Füßen (2019), Burgtheater Wien |
| Familie | Tochter von Thomas Hörbiger, Enkelin von Paul Hörbiger |
| Größe | 1,60 m |
| Auszeichnungen | Goldene Romy (2001), Elisabeth-Orth-Preis (2024) |
Herkunft: eine Enkelin von Paul Hörbiger
Zur Welt kam die spätere Burgschauspielerin am 14. November 1979 in München, zur Schule ging sie im bayerischen Aichach, also ziemlich weit weg vom Wiener Theaterbetrieb, den ihre Familie seit Generationen mitprägt. Ihr Vater ist Thomas Hörbiger, ihr Großvater der Schauspieler Paul Hörbiger. Wikipedia führt sie außerdem als Nichte zweiten Grades von Christiane Hörbiger und als Cousine von Christian Tramitz.
Eine Schauspielausbildung im Münchner Studio von Christa Willschrei begann sie, beendete sie aber nicht. Noch als Schülerin stand sie 1996 für Michael Gutmanns Fernsehfilm „Nur für eine Nacht“ vor der Kamera. Dann kam eine Pause, die für eine Familie wie diese ungewöhnlich ist: Ein Jahr lang lehnte sie alle Rollenangebote ab und arbeitete in einer Berliner Videothek.
Der Weg über Film und Fernsehen
2001 gewann sie die Goldene Romy als beliebtester weiblicher Shootingstar, und in den Jahren danach reihte sich eine Produktion an die nächste, darunter „Vera Brühne“, „Die Nibelungen“ und „7 Zwerge: Männer allein im Wald“. Ein größeres Fernsehpublikum lernte sie als Lilo Gabriel in „Arme Millionäre“ kennen. Die Serie lief 2005 und 2006 bei RTL und im ORF.
Das Bild, das viele damals von ihr hatten, prägten auch Männermagazine. FHM setzte sie 2004 auf Platz drei seiner „100 Sexiest Women in the World“. Spannender wurden die Rollen später, etwa in Helene Hegemanns „Axolotl Overkill“, der 2017 beim Sundance-Festival lief, und als Elise in Marie Kreutzers „Der Boden unter den Füßen“ von 2019. Im ersten Hamburger „Tatort“ mit Til Schweiger spielte sie 2013 dessen Ex-Freundin.
2014 drehte sie Marco Kreuzpaintners Komödie „Coming In“. Dort standen auch Paula Riemann, Ken Duken und Hildegard Schmahl vor der Kamera.
Theater: von Hannover ans Burgtheater
Mit dem Theater fing sie erst 2001 an, am Schauspiel Hannover, und dort liegt heute ihr Schwerpunkt. 2004 übernahm sie in Bochum die Titelrolle in „Lulu“, ihre erste Hauptrolle auf der Bühne. 2006 ging sie ans Theater Basel, 2008 spielte sie zum ersten Mal in Wien, am Theater in der Josefstadt.
Seit 2011/2012 gehört sie zum Burgtheater. Tinkerbell in „Peter Pan“, Marie in „Liliom“ und Ismene in „Antigone“ zählen zu ihren Rollen dort. Bei den Salzburger Festspielen übernahm sie im „Jedermann“ von 2017 bis 2020 die Guten Werke, 2021 und 2022 dann Gott und Teufel.
Das Stück über die eigene Familie
Am dichtesten an ihrer eigenen Geschichte war sie 2025 mit Elfriede Jelineks „Burgtheater“ in der Regie von Milo Rau. Das Stück handelt von den NS-Verstrickungen von Paula Wessely und Attila Hörbiger, und sie spielte die Figur Schorsch, die auf ihrem Großvater Paul beruht.
Dem Magazin profil sagte sie im Mai 2025, im Elternhaus sei die NS-Geschichte der Familie „unter den Teppich gekehrt“ worden. Ihren Großvater sieht sie nicht als Widerstandskämpfer, auch wenn er Widerstandsgruppen unterstützt habe. Wie sie selbst sich damals verhalten hätte, wisse sie nicht. Viele hätten sich wohl aufs Arbeiten konzentriert: „Man wollte einfach weiterarbeiten und hat alles andere ausgeblendet.“ So ein Satz ist für eine Schauspielerin mit diesem Nachnamen alles andere als selbstverständlich.
Privatleben
2006 heiratete sie in Basel ihren Kollegen Michael Maertens, mit dem sie auch mehrfach auf der Bühne stand. Die beiden haben zwei Kinder und trennten sich 2016. Laut Wikipedia heiratete sie 2025 den Medienwissenschaftler und Kurator Paul Feigelfeld, mit dem sie zusammenlebt.
Im Februar 2021 gehörte sie zu den 185 Beteiligten der Initiative #ActOut im SZ-Magazin. Mitte 2024 verlieh ihr die Republik Österreich die Staatsbürgerschaft im besonderen Interesse des Landes.
Was macht Mavie Hörbiger heute?
Aktuell steht sie in Elfriede Jelineks „Unter Tieren“ auf der Bühne (Stand: Oktober 2026). Das Stück kam am 16. August 2026 bei den Salzburger Festspielen auf der Perner-Insel in Hallein heraus, Regie führt Nicolas Stemann. Laut ORF spielt sie eine von drei Tauben, die als Reporterinnen auftreten. Seit dem 4. September 2026 ist die Koproduktion auch am Burgtheater zu sehen, mit dabei ist Sebastian Rudolph, der Sohn von Hildegard Schmahl.
Vor der Kamera sah man sie zuletzt 2025 im „Tatort: Ich sehe dich“ und 2024 in „Die geschützten Männer“. Im selben Jahr bekam sie den Elisabeth-Orth-Preis.
Häufige Fragen zu Mavie Hörbiger
Wie alt ist Mavie Hörbiger?
Sie wurde am 14. November 1979 in München geboren.
Wer gehört zu ihrer Familie?
Ihr Vater ist Thomas Hörbiger, ihr Großvater war der Schauspieler Paul Hörbiger. Christiane Hörbiger war ihre Tante zweiten Grades, Christian Tramitz ist ihr Cousin.
Sind Mavie Hörbiger und Michael Maertens noch zusammen?
Nein. Die beiden heirateten 2006 und trennten sich 2016. Laut Wikipedia ist sie seit 2025 mit Paul Feigelfeld verheiratet.
Wo spielt sie Theater?
Seit der Saison 2011/2012 gehört sie fest zum Ensemble des Wiener Burgtheaters. Bei den Salzburger Festspielen tritt sie ebenfalls regelmäßig auf.
In welchen Filmen spielte sie mit?
Zu ihren bekanntesten Filmen gehören „Die Nibelungen“ (2004), „What a Man“ (2011), „Coming In“ (2014), „Axolotl Overkill“ (2017) und „Der Boden unter den Füßen“ (2019).