Samstag, 7. Juni 2026

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B96 Führerschein: Schulung, Kosten und Anhängerlasten

Der B96 Führerschein erlaubt Gespanne bis 4.250 kg ohne Prüfung. So läuft die 7-Stunden-Schulung, das kostet sie und hier beginnt schon Klasse BE.

Auto mit Wohnwagen fährt auf einer kurvigen Straße durch grüne Hügel

Foto: Himalay Patel / Pexels

Der B96 Führerschein ist keine eigene Klasse, sondern eine Schlüsselzahl, die Gespanne über 3.500 bis 4.250 kg erlaubt, und zwar nach einer Schulung von mindestens 7 Stunden ohne Prüfung. Der ADAC nennt dafür meist 300 bis 500 Euro. Interessant ist das für alle, die mit dem Wohnwagen oder Trailer knapp über der Grenze von Klasse B landen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Grenze: Anhänger über 750 kg, Gesamtkombination über 3.500 bis 4.250 kg (Anlage 9 FeV).
  • Schulung: mindestens 7 Stunden, davon 2,5 Theorie, 3,5 Praxis und 1 Stunde auf öffentlichen Straßen (Anlage 7a FeV).
  • Prüfung: keine, die Fahrschule stellt eine Teilnahmebescheinigung aus.
  • Kosten: meist 300 bis 500 Euro laut ADAC, Stand März 2026.
  • Grenze nach oben: Über 4.250 kg brauchst du Klasse BE mit praktischer Prüfung.

Was der B96 Führerschein bedeutet

Die Schlüsselzahl 96 erweitert Klasse B für Kombinationen aus Zugfahrzeug und Anhänger, deren zulässige Gesamtmasse zusammen mehr als 3.500 kg, aber höchstens 4.250 kg beträgt. Der Anhänger muss dabei über 750 kg liegen, sonst brauchst du die Erweiterung gar nicht. So regelt es Anlage 9 der Fahrerlaubnis-Verordnung.

Im Alltag heißt das B96 Führerschein oder kleiner Anhängerführerschein. Du bekommst dafür kein neues Dokument mit eigener Klasse, die Behörde trägt die Zahl bei Klasse B ein. Laut ADAC gilt sie in der gesamten EU, was sie von der nationalen Schlüsselzahl 196 für Leichtkrafträder unterscheidet.

Weil B96 an Klasse B hängt, gilt auch deren Mindestalter. Das liegt nach § 10 FeV bei 18 Jahren, beim begleiteten Fahren bei 17.

B, B96 oder BE im Vergleich

Welche Klasse du brauchst, entscheidet nicht das tatsächliche Gewicht beim Beladen, sondern die zulässige Gesamtmasse aus den Fahrzeugpapieren. Die drei Stufen im Vergleich.

MerkmalKlasse BB96BE
Anhänger bis 750 kgerlaubt, Kombination bis 4.250 kgnicht nötignicht nötig
Anhänger über 750 kgnur bis 3.500 kg Kombinationbis 4.250 kg KombinationAnhänger bis 3.500 kg, Kombination bis 7.000 kg
Ausbildungkeine zusätzlichSchulung, mindestens 7 StundenÜbungsstunden, Sonderfahrten und praktische Prüfung
Kostenkeinemeist 300 bis 500 Euro (ADAC)etwa 600 bis 800 Euro (LeasingMarkt)

Der B96 Führerschein löst also nicht jedes Gespann. Liegen beide zulässigen Gesamtmassen zusammen über 4.250 kg, hilft nur noch BE.

Rechenbeispiele fürs Gespann

Du addierst die zulässigen Gesamtmassen von Auto und Anhänger aus den Zulassungsbescheinigungen, mehr ist es nicht. Drei Beispiele mit runden Werten zeigen, wo die Grenzen liegen.

  • Kleinwagen und leichter Anhänger. 1.800 kg plus 750 kg ergeben 2.550 kg. Dafür reicht Klasse B, der Anhänger liegt nicht über 750 kg.
  • Mittelklasse und Wohnwagen. 2.300 kg plus 1.500 kg ergeben 3.800 kg, was über der Grenze von Klasse B liegt und damit genau in den Bereich von B96 fällt.
  • SUV und Pferdeanhänger. 2.700 kg plus 2.000 kg ergeben 4.700 kg. Das überschreitet 4.250 kg, hier brauchst du BE.

Das dritte Beispiel ist die typische Falle. Ein schweres SUV frisst fast den gesamten Spielraum, obwohl der Anhänger harmlos wirkt. LeasingMarkt nennt für Pferdeanhänger meist 2 bis 3 Tonnen und empfiehlt deshalb BE, B96 reiche nur bei einem leichten Auto und einem kleinen Anhänger. Rechne also vor dem Autokauf und nicht danach.

Leer- und Istgewichte helfen dir dabei nicht, denn laut LeasingMarkt zählen allein die addierten zulässigen Gesamtgewichte. Ein Anhänger mit 1.800 Kilogramm in den Papieren bleibt auch leer ein 1.800-Kilo-Anhänger, selbst auf der kurzen Fahrt zum Wertstoffhof. Die zulässige Anhängelast des Zugfahrzeugs bleibt eine eigene Grenze, die ebenfalls in den Papieren steht und die zusätzlich passen muss.

Beim Wohnwagen nennt LeasingMarkt ein gutes Beispiel für die Grenze von Klasse B. Ein Modell mit 1.500 Kilogramm lässt sich ohne Erweiterung ziehen, wenn das Zugfahrzeug höchstens 2 Tonnen zulässige Gesamtmasse hat. Mini-Wohnwagen bis 750 Kilogramm gehen ohnehin mit Klasse B.

Ablauf der Schulung

Die Schulung dauert nach Anlage 7a FeV mindestens 7 Stunden und läuft in einer Fahrschule mit Erlaubnis für Klasse BE. Sie gliedert sich in drei Teile.

  1. Theorie, mindestens 2,5 Stunden. Zu den 14 Sachgebieten gehören Straßenverkehrsvorschriften, Fahrzeugdynamik und richtiges Beladen.
  2. Praxisübungen, mindestens 3,5 Stunden. Die 10 Übungen reichen vom Beschleunigen und Bremsen bis zum Einparken und An- und Abkuppeln.
  3. Fahrt im Verkehr, mindestens 1 Stunde pro Person. Etwa die Hälfte davon soll außerorts liegen, möglichst auch auf Autobahnen oder ähnlichen Straßen.

Die Praxisübungen dürfen auf nichtöffentlichem Gelände oder auf öffentlichen Straßen laufen, Gruppenschulungen aber nicht im Verkehr. Gruppen dürfen höchstens 8 Personen groß sein, und für bis zu 4 Teilnehmende muss ein Schulungsfahrzeug bereitstehen. Am Ende stellt die Fahrschule eine Teilnahmebescheinigung aus, die du bei der Fahrerlaubnisbehörde vorlegst. Laut ADAC läuft das oft als Tageskurs. Eine abschließende Prüfung gibt es nicht, und genau das unterscheidet die Schulung von BE. Durchfallen kannst du also nicht, du musst nur alle Teile vollständig absolvieren.

Für wen sich B96 lohnt

Am meisten bringt die Schlüsselzahl, wenn dein Gespann nur knapp über 3.500 Kilogramm liegt. Unser Mittelklasse-Beispiel zeigt das, denn dort ist die Grenze von Klasse B um 300 Kilogramm überschritten und die von B96 noch lange nicht erreicht. Wer nur einmal im Jahr einen größeren Anhänger mietet, sollte dagegen prüfen, ob sich ein kleineres Modell mieten lässt, das noch mit Klasse B passt.

Was die Schulung kostet

Der ADAC nennt für den Kurs meist 300 bis 500 Euro, je nach Fahrschule und Bundesland. Das Verkehrs-Institut Bamberg rechnet mit 400 bis 600 Euro, LeasingMarkt mit 300 bis 600 Euro. Dazu kommen die Gebühren der Behörde für die Eintragung.

Prüfe beim Vergleich, ob das Schulungsfahrzeug inklusive ist und ob der Kurs wirklich die vollen 7 Stunden abdeckt. Ein günstiger Anzeigenpreis hilft wenig, wenn die Fahrt im Verkehr extra kostet. Wie sich Fahrschulpreise allgemein zusammensetzen, erklären wir im Artikel Führerschein Preis: Was Klasse B wirklich kostet.

Wann BE die bessere Wahl ist

Klasse BE lohnt sich, sobald dein Gespann auch nur gelegentlich über 4.250 kg liegen könnte, denn dann ist der Anhänger bis 3.500 kg erlaubt. Dafür legst du eine praktische Prüfung ab. Wer regelmäßig einen großen Wohnwagen oder einen schweren Pferdeanhänger zieht, spart sich mit BE späteres Nachrechnen.

Der Preisabstand ist kleiner, als viele denken. LeasingMarkt nennt für BE etwa 600 bis 800 Euro, zusammengesetzt aus Anmeldung, Fahrstunden und Prüfung. Dazu gehören laut dem Portal etwa ein bis zwei Übungsstunden und fünf Sonderfahrten. Gegenüber dem oberen Ende des B96-Kurses sind das also nur wenige Hundert Euro Unterschied, für die du deutlich mehr Spielraum bekommst. Wer sein Zugfahrzeug in den nächsten Jahren wechseln könnte, sollte das mitdenken, denn mit einem schwereren Auto ist die Grenze von 4.250 kg schnell erreicht.

Für B96 spricht vor allem der Ablauf, denn ohne Prüfung gibt es keinen Prüfungstermin und meist nur einen Tag Aufwand. Passt dein Gespann dauerhaft unter die Grenze, ist das die vernünftige Lösung. Beim Mieten eines größeren Anhängers hilft sie aber nur, solange die Summe stimmt.

Camper fragen oft nach etwas anderem. Ein Wohnmobil über 3,5 Tonnen erfordert laut ADAC zusätzlich Klasse C1, und mit B96 hat das nichts zu tun. Die Schlüsselzahl betrifft nur Kombinationen mit Anhänger. Wie sich die großen Klassen unterscheiden, zeigt unser Artikel zum Führerschein C1E. Beim Wohnwagen zählt am Ende auch die Beladung, und dafür hilft unsere Packliste fürs Wohnmobil, die sich gut übertragen lässt.

In vier Schritten zur Eintragung

Der Weg zur Schlüsselzahl im Führerschein ist überschaubar und besteht aus vier Schritten.

  1. Gespann prüfen. Addiere die zulässigen Gesamtmassen aus den Papieren und vergleiche sie mit 4.250 kg.
  2. Kurs buchen. Wähle eine Fahrschule mit Erlaubnis für Klasse BE und frag, ob das Fahrzeug im Preis enthalten ist.
  3. Unterlagen sammeln. Fahrschulen nennen biometrisches Lichtbild, Sehtest und Personalausweis oder Reisepass.
  4. Eintragen lassen. Lege die Teilnahmebescheinigung bei der Fahrerlaubnisbehörde vor.

Fahre erst dann mit dem schweren Gespann los, wenn die Schlüsselzahl eingetragen ist. Die Bescheinigung allein ist nur der Nachweis für die Behörde. Rechne die Bearbeitung bei deiner Behörde vor dem Urlaub also mit ein. Wer im Mai mit dem Wohnwagen los will, kümmert sich am besten schon im Winter darum und fragt beim Amt nach, wie lange die Eintragung gerade dauert.

Das gilt auch beim Mieten. Lass dir bei einem Autotransporter oder Pferdeanhänger die eingetragene Masse zeigen, bevor du unterschreibst, denn fahren musst du das Gespann mit deiner eigenen Fahrerlaubnis. Dafür brauchst du nur eine Minute und ein Paar Papiere.

Häufige Fragen zum B96 Führerschein

Wie viel kostet der B96-Führerschein?

Meist 300 bis 500 Euro laut ADAC, je nach Fahrschule und Bundesland. Hinzu kommt die Gebühr der Fahrerlaubnisbehörde für die Eintragung der Schlüsselzahl.

Wer braucht einen Anhängerführerschein?

Du brauchst eine Erweiterung, wenn dein Anhänger über 750 kg liegt und die Kombination mehr als 3.500 kg zulässige Gesamtmasse hat. Bis 4.250 kg reicht B96, darüber ist Klasse BE nötig.

Was darf ich alles mit B96 fahren?

Mit B96 darfst du ein Zugfahrzeug der Klasse B mit einem Anhänger über 750 kg fahren, solange die zulässige Gesamtmasse der Kombination höchstens 4.250 kg beträgt. Die Anhängelast deines Autos muss zusätzlich passen.

Wie hoch sind die Kosten für BE im Vergleich?

LeasingMarkt nennt für Klasse BE etwa 600 bis 800 Euro, für B96 etwa 300 bis 600 Euro. Dafür erlaubt BE Anhänger bis 3.500 kg, verlangt aber eine praktische Prüfung.

Gibt es beim B96 Führerschein eine Prüfung?

Nein. Du nimmst an einer Schulung von mindestens 7 Stunden teil und bekommst eine Bescheinigung, die du bei der Fahrerlaubnisbehörde vorlegst.

Wie lange dauert die Schulung?

Mindestens 7 Stunden, und laut ADAC läuft das oft als Tageskurs. Davon entfallen mindestens 2,5 Stunden auf Theorie, 3,5 Stunden auf Praxisübungen und 1 Stunde auf die Fahrt im Verkehr.

Quellen und Stand

  • Fahrerlaubnis-Verordnung, § 6 und § 10, abgerufen am 01.11.2026
  • Fahrerlaubnis-Verordnung, Anlage 7a (Fahrerschulung) und Anlage 9 (Schlüsselzahlen), abgerufen am 01.11.2026
  • ADAC, Anhängerführerschein B96, 12.03.2026
  • VIB Verkehrs-Institut Bamberg, Führerschein B96, abgerufen am 01.11.2026
  • LeasingMarkt, Anhängerführerschein, 12.06.2024

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