Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) warnt seit dem 5. Oktober 2026 vor dem Anbieter „Renditezins“ und seinen Festgeldangeboten auf der Website renditezinsen.com. Die Warnung gilt auch für E-Mails von der Adresse info@renditezinsen.com. Nach Erkenntnissen der Aufsicht haben die Betreiber keine Erlaubnis für dieses Geschäft.
Für Bankgeschäfte in Deutschland ist eine Erlaubnis der BaFin Pflicht. Ihre Mitteilung stützt die Behörde auf Paragraf 37 Absatz 4 Kreditwesengesetz, die Betreiber der Seite bezeichnet sie als unbekannt.
Fremde Firmendaten und eine erfundene Aufsicht im Impressum
Die Website gibt im Impressum die Unternehmensdaten der Lafrenz Vermögensverwaltungs GmbH an. Die BaFin stuft das als Identitätsmissbrauch ein. Das genannte Unternehmen betreibt die Seite demnach nicht, seine Daten werden dort ohne sein Zutun verwendet.
Außerdem behaupten die Betreiber im Impressum, von der BaFin beaufsichtigt zu werden. Das trifft laut der Behörde nicht zu. Ob ein Unternehmen tatsächlich zugelassen ist, lässt sich in der öffentlichen Unternehmensdatenbank der BaFin nachsehen.
Wie Festgeldbetrug nach Angaben der BaFin abläuft
Beworbene Zinssätze, Laufzeiten oder angebliche Partnerbanken von renditezinsen.com nennt die BaFin in ihrer Warnung nicht. Auch ob und in welcher Höhe Anleger bereits Geld verloren haben, ist nicht bekannt.
Für Festgeldbetrug im Allgemeinen beschreibt die Aufsicht drei typische Schritte. Zuerst erhalten Interessierte täuschend echte Antragsformulare, oft mit dem Logo oder dem Namen einer bekannten Bank, bei der das Geld angeblich über die Einlagensicherung geschützt ist. Danach sollen sie Geld auf ein angebliches Festgeldkonto überweisen. Die genannte IBAN gehört aber nicht zu einem Konto auf den Namen des Anlegers, sondern den Betrügern. Häufig handelt es sich um ein Konto im Ausland. Nach der Überweisung bricht der Kontakt meist ab, während ein Kundenportal auf der Website noch eine angebliche Wertentwicklung anzeigt.
Auffällig hohe Zinsen taugen dabei nicht mehr als Erkennungszeichen, denn nach Angaben der BaFin locken viele betrügerische Angebote inzwischen mit unauffälligen Konditionen.
Woran sich ein unseriöses Festgeldangebot erkennen lässt
Vor einer Überweisung empfiehlt die BaFin fünf Prüfschritte:
- Ein Festgeldkonto muss grundsätzlich mit einer ordnungsgemäßen Legitimationsprüfung eröffnet werden, also per Video-Ident, Post-Ident oder in der Filiale. Reicht dem Anbieter eine Ausweiskopie, ist das ein Warnsignal.
- Behauptet jemand per E-Mail, Telefon oder über eine Plattform, er könne ein Konto bei einer ausländischen Partnerbank eröffnen, auf das Geld fließen soll, handelt es sich laut BaFin um Betrug.
- Das Impressum genau lesen und die Schreibweise von Firmennamen prüfen. Auch ein vollständiges Impressum belegt keine Seriosität, weil Betrüger die Daten realer Unternehmen verwenden.
- Per WHOIS-Abfrage prüfen, seit wann die Domain registriert ist. Betrügerische Seiten sind oft erst wenige Wochen oder Monate alt.
- Die angebliche Partnerbank direkt kontaktieren, und zwar nur über E-Mail-Adressen und Telefonnummern von deren offizieller Website.
Vor jeder Überweisung prüft die eigene Bank, ob der angegebene Empfängername zur IBAN passt. Weist sie auf eine Abweichung hin, sollte die Zahlung laut BaFin unter keinen Umständen freigegeben werden.
Was Betroffene jetzt tun können
Wer bereits Geld an renditezinsen.com oder einen ähnlichen Anbieter überwiesen hat, sollte laut BaFin sofort Anzeige bei der Polizei oder der Staatsanwaltschaft erstatten. Bei Zweifeln an einem Angebot ist das Verbrauchertelefon der BaFin kostenfrei unter 0800 2 100 500 erreichbar.
Weitere Festgeld-Warnungen mit Identitätsmissbrauch
Warnungen nach demselben Muster gab es in diesem Jahr mehrfach. Die BaFin hat unter anderem vor festgeld-sofort.de (8. April), festanlageprofi.net (20. April), identbnpparibas.de.com (13. Mai), willemsen-vermoegensverwaltungen.de (7. Juli) und eurowerte.de (3. August) gewarnt, jeweils mit Hinweis auf Identitätsmissbrauch. Die Aufsicht weist selbst darauf hin, dass ihre Warnliste wegen der großen Zahl betrügerischer Anbieter nie vollständig ist. Fehlt eine Website auf der Liste, belegt das nicht ihre Seriosität.


