Die Stiftung Warentest warnt vor dem tiefgekühlten Katzenfutter eBarf Fix-Barf Menü Geflügel in der 150-Gramm-Packung mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum 04.08.2028, weil sie darin Salmonellen und Campylobacter nachgewiesen hat. Der Anbieter stoppte nach eigenen Angaben den Verkauf der Charge und kündigte einen Rückruf an. Die Warnung erschien am 26. Oktober auf test.de.
Das Rohfutter soll nach dem Rat der Warentester nicht mehr geöffnet und nicht verfüttert werden. Die Stiftung hat den Anbieter und die Futtermittelüberwachung des zuständigen Bundeslandes über den Befund informiert. Welches Land das ist, nennt sie nicht.
Welches Barf-Katzenfutter betroffen ist
Es geht um eine einzelne Sorte, die als Rolle verkauft wird. Eine gesonderte Chargennummer nennt die Warnung nicht, die Charge ist allein über das Mindesthaltbarkeitsdatum 04.08.2028 bestimmt. Im Onlineshop von eBarf läuft das Produkt unter dem Namen Geflügel Komplettmenü Fix-Barf mit der Artikelnummer EBA047-0150 und ist dort als gefrorenes Alleinfuttermittel für Katzen beschrieben. Am 31. Oktober war es als nicht mehr lieferbar gekennzeichnet.
Laut Stiftung Warentest erfolgte die Untersuchung in Anlehnung an die amtlichen Verfahren nach Paragraf 64 des Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuchs. Der Salmonellennachweis wurde serologisch bestätigt. Ob weitere Chargen oder Sorten betroffen sind, geht aus der Warnung nicht hervor.
Wo der Rückruf bislang steht
Eine Rückrufmitteilung des Anbieters war bis zum 31. Oktober nicht öffentlich auffindbar. Die Startseite und die Produktseite von eBarf enthielten an diesem Tag keinen Hinweis, auch auf lebensmittelwarnung.de, dem Portal der Bundesländer und des Bundesamts für Verbraucherschutz, gab es keinen Eintrag zu dem Produkt. eBarf hat laut Stiftung Warentest angekündigt, betroffene Kundinnen und Kunden zu informieren.
Wie die Rückgabe abläuft und ob der Kaufpreis erstattet wird, ist noch nicht bekannt. Als Kontakt nennt eBarf auf der Website die Adresse service@ebarf.com und die Telefonnummer 0211 86942410.
Warum die Keime im Katzenfutter auch für Menschen ein Risiko sind
Bei Katzen können Salmonellen Durchfall verursachen und in seltenen Fällen tödlich verlaufen. Campylobacter bleiben bei ihnen meist ohne Symptome, sodass eine Katze die Keime tragen kann, ohne krank zu wirken. Junge oder geschwächte Tiere können aber Magen-Darm-Beschwerden bekommen.
Für Menschen beschreibt die Stiftung Warentest Salmonellen als Auslöser schwerer Infektionen mit Durchfall, Fieber und Erbrechen. Besonders gefährdet sind Kinder und Menschen mit geschwächtem Immunsystem. Campylobacter gehören in Deutschland zu den häufigsten bakteriellen Durchfallerregern. Die Erreger können auch über den Speichel der Katze übertragen werden.
Das rät die Stiftung Warentest Katzenhaltern
- Nach dem Füttern und nach dem Reinigen der Katzentoilette gründlich die Hände waschen.
- Tierfutter von Lebensmitteln und Küchenutensilien trennen und Reste sofort entsorgen.
- Näpfe, Arbeitsflächen und Utensilien mit sehr heißem Wasser und Spülmittel reinigen.
- Barf-Futter stets kühlen, idealerweise in einem eigenen Kühlschrank.
- Bei Magen-Darm-Beschwerden der Katze eine Tierarztpraxis aufsuchen.
In Haushalten mit Kleinkindern, Schwangeren, Senioren oder immungeschwächten Menschen sollten Tiere nach dem Rat der Warentester generell kein rohes Fleisch bekommen.
Im Oktober gab es einen zweiten Salmonellen-Fall bei Katzenfutter
Unabhängig von eBarf rief die Petcom Tierernährung GmbH im Oktober das Trockenfutter Cachet Premium Sensitive in der 800-Gramm-Packung mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum 21.11.2027 zurück. Es wurde über Aldi Nord verkauft, Salmonellen waren bei einer Eigenkontrolle des Herstellers aufgefallen. Einen Zusammenhang zwischen beiden Fällen nennen die Quellen nicht.


