Die staatliche E-Auto-Förderung hat Anfang Oktober die Marke von 100.000 bewilligten Anträgen erreicht, wie das Bundesumweltministerium am 5. Oktober 2026 in seiner Pressemitteilung Nr. 124/26 mitteilte. Das Geld bekommen private Haushalte, die ein neues Elektroauto kaufen oder leasen. Die Anträge laufen über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und das Antragsportal der Förderzentrale Deutschland.
Das Programm ist seit dem 19. Mai 2026 geöffnet und gilt rückwirkend für Fahrzeuge, die ab dem 1. Januar 2026 erstmals zugelassen wurden. Anträge sind weiterhin möglich.
Wer die E-Auto-Förderung bisher bekommen hat
Für die 100.000 Bewilligungen nennt das Ministerium nur gerundete Anteile. Rund 90 Prozent entfielen auf reine Elektroautos, weniger als 10 Prozent auf Plug-in-Hybride. Kauf und Leasing halten sich ungefähr die Waage. Rund die Hälfte der Antragstellenden hat ein zu versteuerndes Haushaltsjahreseinkommen von höchstens 45.000 Euro, rund drei Viertel liegen bei höchstens 60.000 Euro.
Genauere Zahlen enthält der Zwischenbericht des BAFA mit Stand 1. Oktober 2026. Zu diesem Zeitpunkt fehlten noch gut 2.000 Bewilligungen bis zur Marke von 100.000.
| Kennzahl | Stand 1. Oktober 2026 |
|---|---|
| Bewilligungen insgesamt | 97.790 |
| ausgezahlte Fördermittel | 432 Mio. Euro |
| reine Elektroautos | 89.594 |
| Plug-in-Hybride | 8.196 |
| Kauf | 49.328 |
| Leasing | 48.462 |
| Einkommen bis 45.000 Euro | 51.209 |
| Einkommen 45.001 bis 60.000 Euro | 21.337 |
| Einkommen 60.001 bis 80.000 Euro | 22.560 |
| Einkommen über 80.000 Euro, nur mit Kindern | 2.684 |
Rund ein Drittel der geförderten Haushalte hat Kinder, 21.390 Bewilligungen gingen an Haushalte mit mindestens zwei förderrelevanten Kindern, 11.424 an Haushalte mit einem Kind. Bei den Marken liegt Tesla mit 12.155 Bewilligungen vorn, gefolgt von Skoda mit 7.224 und Cupra mit 6.229. Nach Konzernen gerechnet führt die Volkswagen-Gruppe mit 20.624 geförderten Fahrzeugen.
Bundesumweltminister Carsten Schneider sagte zu der Marke, Elektroautos seien „jetzt kein Distinktionsmerkmal mehr“. Das Programm habe die Erwartungen des Ministeriums weit übertroffen, und die soziale Staffelung wirke.
So hoch ist der Zuschuss
Das BAFA listet in seinen Fördervoraussetzungen drei Bausteine auf, die sich addieren.
- Basisförderung: 3.000 Euro für reine Elektroautos, 1.500 Euro für Plug-in-Hybride und Elektroautos mit Range-Extender
- Kinderbonus: 500 Euro je Kind unter 18 Jahren, berücksichtigt werden höchstens zwei Kinder
- Einkommensbonus: 1.000 Euro bei einem zu versteuernden Haushaltsjahreseinkommen unter 60.000 Euro, weitere 1.000 Euro unter 45.000 Euro
Auf die Höchstsumme von 6.000 Euro kommt damit ein Haushalt mit zwei Kindern und weniger als 45.000 Euro zu versteuerndem Einkommen, der ein reines Elektroauto anschafft. Der Zuschuss muss nicht zurückgezahlt werden.
Wer antragsberechtigt ist
Antragsberechtigt sind Privatpersonen mit Hauptwohnsitz in Deutschland. Das zu versteuernde Haushaltsjahreseinkommen darf 80.000 Euro nicht übersteigen. Für bis zu zwei Kinder unter 18 Jahren steigt diese Grenze um je 5.000 Euro, bei zwei oder mehr Kindern liegt sie also bei 90.000 Euro.
Gefördert werden nur Neuwagen der Fahrzeugklasse M1, die ab dem 1. Januar 2026 erstmals in Deutschland zugelassen wurden. Neben reinen Elektroautos zählen Brennstoffzellenfahrzeuge sowie Plug-in-Hybride und Fahrzeuge mit Range-Extender dazu, sofern diese bestimmte Klimaschutzanforderungen erfüllen. Hybride und Range-Extender müssen außerdem bis zum 30. Juni 2027 zugelassen sein.
Gebrauchtwagen sind ausgeschlossen. Das gilt nach Angaben des BAFA auch für Tageszulassungen, Werkszulassungen und Vorführwagen, weil diese bereits einmal zugelassen waren. Wer den Antrag stellt, muss als Halter in der Zulassungsbescheinigung stehen, und das Auto muss mindestens 36 Monate auf diese Person zugelassen bleiben.
So läuft der Antrag ab
Der Antrag ist erst nach der Zulassung möglich, eine Vorab-Zusage gibt es nicht. Gestellt wird er online im Antragsportal der Förderzentrale Deutschland. Dafür ist ein BundID-Konto nötig, und zwar mit dem Online-Ausweis oder einem ELSTER-Zertifikat. Eine Basisregistrierung mit Benutzername und Passwort reicht nach Angaben der Förderzentrale nicht aus, um den Antrag einzureichen.
Am Donnerstag, 8. Oktober 2026, führt die Förderzentrale zwischen 7 und 9 Uhr Wartungsarbeiten durch. In dieser Zeit kann das Portal eingeschränkt erreichbar sein.
Zu Laufzeit und Budget gibt es noch keine Angaben
Ein Enddatum für Anträge auf reine Elektroautos nennen weder die Mitteilung des Ministeriums noch die Förderseiten von BAFA und Förderzentrale. Wie viel Geld insgesamt bereitsteht und wie viel davon schon gebunden ist, geht aus den Veröffentlichungen vom 5. Oktober ebenfalls nicht hervor. Neue Kennzahlen legt das BAFA jeweils zu Monatsbeginn in seinem Zwischenbericht vor, der nächste ist damit Anfang November zu erwarten.


