Mercedes-Benz ruft weltweit 23.606 Fahrzeuge der GLE-Reihe zurück, das Kraftfahrt-Bundesamt führt die Aktion unter der Referenznummer 16925R. In Deutschland sind nach Angaben der Behörde 6.772 Fahrzeuge betroffen. Auslöser ist ein fehlerhaft verbautes Abschirmblech, an dem die Kraftstoffleitung scheuern kann. Das Kraftfahrt-Bundesamt hat den Rückruf am 28. August 2026 veröffentlicht.
Der Hersteller selbst vergibt für die Maßnahme den Rückrufcode 4790309. Beide Nummern sind für Halter nützlich, weil sich damit gezielt nachsehen lässt, ob das eigene Fahrzeug auf der Liste steht.
Welche GLE der Rückruf betrifft
Das Kraftfahrt-Bundesamt nennt als betroffenes Modell den GLE. Gebaut wurden die Fahrzeuge zwischen dem 29. August 2022 und dem 3. September 2025. Eine weitere Eingrenzung auf einzelne Motorisierungen oder Karosserieformen führt die Behörde in ihrem Datensatz nicht auf. Nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur handelt es sich um Diesel- und Hybridfahrzeuge der Baureihe 167.
Aus dem Produktionszeitraum folgt nicht, dass jeder GLE dieser Jahrgänge in die Werkstatt muss. Das Kraftfahrt-Bundesamt weist in seiner Rückrufdatenbank ausdrücklich darauf hin, dass sich Mängel oft nur auf bestimmte Ausführungen beziehen und deshalb meistens nicht alle Fahrzeuge eines Typs tatsächlich betroffen sind. Verbindlich ist allein die Auskunft anhand der Fahrzeug-Identifizierungsnummer.
Darum kann der Antrieb unterwegs ausfallen
Der Mangel sitzt zwischen Abschirmblech und Kraftstoffleitung. Sitzt das Blech nicht korrekt, reibt die Leitung im Fahrbetrieb daran und kann beschädigt werden. Das Kraftfahrt-Bundesamt führt den Mangel unter der Bezeichnung Kraftstoffaustritt und Antriebsverlust.
Tritt Kraftstoff aus, kann das Fahrzeug plötzlich an Antriebskraft verlieren und nicht mehr beschleunigen. Nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur steigt dadurch die Unfallgefahr. Vorfälle mit Sach- oder Personenschäden sind der Behörde bislang nicht bekannt, auch diese Angabe steht im Datensatz zum Rückruf.
So lässt sich prüfen, ob der eigene GLE dabei ist
Für die Abfrage gibt es drei Wege. Alle drei brauchen die 17-stellige Fahrzeug-Identifizierungsnummer aus den Fahrzeugpapieren.
- Mercedes-Benz betreibt unter mercedes-benz.de eine Seite für Rückrufe und Serviceaktionen, auf der sich die Nummer eingeben lässt.
- In der Rückrufdatenbank des Kraftfahrt-Bundesamts führt die Suche nach dem Rückrufcode 4790309 oder nach der Referenznummer 16925R zum passenden Eintrag.
- Für telefonische Auskunft hat der Hersteller die Nummer 00800 12777777 hinterlegt.
Mercedes-Benz wickelt den Rückruf nach eigenen Angaben über die hauseigene Serviceorganisation ab.
Was in der Werkstatt passiert
Laut Kraftfahrt-Bundesamt werden das Abschirmblech und die Kraftstoffleitung überprüft und bei Bedarf nachgearbeitet. Ein Austausch ganzer Baugruppen ist nicht vorgesehen. Mercedes-Benz gab gegenüber der Deutschen Presse-Agentur an, der Werkstattaufenthalt dauere etwa eine Stunde.
Was bislang offen bleibt
Zu den Kosten für Halter enthält der Datensatz des Kraftfahrt-Bundesamts keine Angabe, und auch aus den Mitteilungen des Herstellers geht dazu nichts hervor. Wer wissen will, ob für die Arbeiten etwas zu zahlen ist, klärt das vorab mit der Werkstatt oder über die Hotline. Ebenfalls offen bleibt, wie viele der betroffenen Fahrzeuge bereits nachgearbeitet wurden.
Das Kraftfahrt-Bundesamt hat die Aktion als überwacht eingetragen. Die Behörde unterscheidet in ihrer Datenbank zwischen überwachten und nicht überwachten Rückrufen, bei dieser Maßnahme verfolgt sie den Fortgang also selbst.
Wo sich Fahrzeugrückrufe nachschlagen lassen
Die Rückrufdatenbank des Kraftfahrt-Bundesamts ist öffentlich und lässt sich jederzeit abfragen, wahlweise über Marke und Modell, über den Rückrufcode des Herstellers oder über die KBA-Referenznummer. Neben Personenkraftwagen sind dort auch Rückrufe zu Fahrzeugteilen und Zubehör hinterlegt. Beide Bestände stellt die Behörde zusätzlich als CSV-Datei und als Tabellenkalkulation zum Herunterladen bereit.
Auf europäischer Ebene laufen Meldungen dieser Art zusätzlich über das Portal Safety Gate, in dem die Mitgliedstaaten gefährliche Produkte austauschen. Der Rückruf für den GLE ist dort ebenfalls erfasst.


