Der Online-Marktplatz Temu ruft einen Spielzeugbagger des Verkäufers Nexus Play Labs zurück. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin führt den Fall seit dem 16. September 2026 in ihrer Datenbank für gefährliche Produkte. Als Gefährdung ist dort Strahlung eingetragen, als mögliche Folge eine Organschädigung.
Das Spielzeug hat keinen Markennamen. Wer prüfen will, ob das eigene Exemplar betroffen ist, braucht deshalb die Nummern aus der Bestellung.
Woran sich das betroffene Spielzeug erkennen lässt
Temu und die BAuA nennen für den Bagger die Identifikationsnummer 13656098635 sowie die Produkt-ID 601103548329489. Die Identifikationsnummer ist laut produktwarnung.eu über das Paket zugänglich. Im Shop lief der Artikel unter der Bezeichnung „Elektrisches Fahrzeug mit transparenten Getrieben, perfekt für Halloween, Weihnachten und Geburtstagsgeschenke“.
Verkauft wurde der Bagger nach Angaben der BAuA bis zum 10. September 2026. Auf seiner eigenen Sicherheitsseite führt Temu den Artikel inzwischen in der Liste der laufenden Rückrufe.
Warum das LED-Licht als gefährlich gilt
Nach Darstellung des Unternehmens haben Tests ergeben, dass eine Gruppe von LEDs eine RGB-Strahlung abgibt, die den Vorgaben der Norm EN IEC 62115 nicht entspricht. Diese Norm regelt die Sicherheit elektrischer Spielzeuge. Daraus ergibt sich nach Angaben von Temu ein Risiko für Netzhautschäden.
Die BAuA ordnet den Fall der Spielzeugrichtlinie 2009/48/EG zu und beschreibt den Mangel knapp damit, dass die LED-Beleuchtung nicht den Anforderungen entspreche. Wie lange oder aus welcher Entfernung jemand in das Licht sehen müsste, damit ein Schaden entsteht, geht aus den veröffentlichten Angaben nicht hervor. Ob bereits Gesundheitsschäden gemeldet wurden, ist dort ebenfalls nicht vermerkt.
Was Käufer jetzt tun sollten
Temu rät ausdrücklich vom weiteren Gebrauch ab und bittet darum, den Bagger aus der Reichweite von Kindern zu entfernen. Für die Erstattung verweist das Unternehmen auf seinen Kundendienst. Wer das Spielzeug verschenkt oder weitergegeben hat, soll den Empfänger über den Rückruf informieren.
Im eigenen Temu-Konto lässt sich zusätzlich eine persönliche Übersicht aufrufen, die Rückrufe und Sicherheitswarnungen zur eigenen Einkaufshistorie anzeigt. Darüber lassen sich mehrere Bestellungen auf einmal abgleichen.
Was Temu bei Rückrufen zusagt
Auf seiner Sicherheitsseite beschreibt der Marktplatz das eigene Vorgehen. Seit die EU-Verordnung über die allgemeine Produktsicherheit am 13. Dezember 2024 in Kraft getreten ist, will Temu den Händler nach einer Rückrufmeldung so schnell wie möglich am Weiterverkauf hindern, betroffene Käufer benachrichtigen, soweit Kundendaten vorliegen, und den Fall auf der eigenen Website veröffentlichen.
Das Verbraucherportal produktwarnung.eu hält die Information der Endkunden in diesem Fall für nicht ausreichend. Nach Einschätzung des Portals ist nicht gewährleistet, dass die Meldung möglichst viele Käufer erreicht.
Als Kontakt zum Rückruf hinterlegt die BAuA in ihrem Datensatz nicht Temu selbst, sondern die Gesellschaft Whaleco Technology Limited mit Sitz in Dublin. An diese Adresse können sich Käufer wenden, wenn sich ein Fall über den Kundendienst nicht klären lässt.
Wo sich Temu-Rückrufe nachschlagen lassen
Die Produktsicherheitsdatenbank der BAuA ist frei zugänglich und lässt sich nach Herstellern durchsuchen. Zum Suchbegriff Temu sind dort 114 Einträge hinterlegt. Allein im September 2026 kamen neben dem Bagger ein Ganzkörper-Kostümset des Verkäufers TULE TOYS am 15. September und ein Standmixer der Marke BioloMix am 4. September hinzu.
Temu selbst verlinkt auf seiner Sicherheitsseite das EU-Schnellwarnsystem Safety Gate für gefährliche Nichtlebensmittelprodukte sowie das Schnellwarnsystem RASFF für Lebens- und Futtermittel. Beide Portale sind öffentlich und zeigen Meldungen aus allen Mitgliedstaaten.


