Samstag, 7. Juni 2026

Persönlichkeiten

Michael Schönborn: Schauspieler, Kardinalsbruder und seine Rollen

Michael Schönborn spielte Herrn Wurzel in Hals über Kopf und ist der Bruder von Kardinal Schönborn. Seine Familie, seine Filme und was er heute macht.

Reich verzierter barocker Theatersaal mit vergoldeten Rängen, Säulen und Fürstenloge

Foto: Oswald / Pexels

Michael Schönborn ist seit den 1980er-Jahren im deutschsprachigen Film und Fernsehen zu Hause. Wer damals Kind war, kennt ihn als Herrn Wurzel aus „Hals über Kopf“, später spielte er in „Die zweite Heimat“, „Komm, süßer Tod“ und „Der Winzerkönig“. Bekannt ist auch seine Familie, denn der frühere Wiener Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn ist sein Bruder.

NameMichael Schönborn
Geboren2. November 1954 in Schruns (Vorarlberg)
BerufSchauspieler
Bekannt ausHals über Kopf (1986 bis 1989), Die zweite Heimat (1993), Der Winzerkönig (2006)
BrüderChristoph Schönborn (Kardinal), Philipp Schönborn (Fotograf)
Größe1,90 m

Herkunft und Ausbildung

Geboren wurde er am 2. November 1954 im vorarlbergischen Schruns, er stammt aus der Familie der Grafen von Schönborn. Zwei seiner Brüder sind in Österreich bekannt, der Kardinal Christoph Schönborn und der Fotograf Philipp Schönborn.

Von 1967 bis 1970 lebte er im Internat Birklehof, wo er schon als Schüler Theateraufführungen mitorganisierte. Von 1977 bis 1980 besuchte er die Neue Münchner Schauspielschule. Dem ORF erzählte er 2012, er sei als Jugendlicher Hippie gewesen und habe Tanzschulen spießig gefunden. In der Schauspielausbildung sei er drei Jahre lang am Stepptanz gescheitert.

Theater: von Hamburg bis zur Josefstadt

Direkt nach der Ausbildung ging er ans Deutsche Schauspielhaus in Hamburg, wo er von 1980 bis 1984 engagiert war. Von 1991 bis 1994 folgte das Thalia Theater, dazu Auftritte am Theater am Turm in Frankfurt und 1997 am Theater Basel. In Österreich gehört er laut Wikipedia zum Ensemble des Theaters in der Josefstadt in Wien.

2011 kam der Schritt zum Musical. Im Wiener Ronacher spielte er in „Sister Act“ einen Monsignore, und sein Bruder, der Kardinal, kam zur Premiere im September. „Ich bin wirklich sehr stolz auf ihn“, sagte er laut ORF.

Die bekanntesten Rollen von Michael Schönborn

Beim jungen Fernsehpublikum wurde er von 1986 bis 1989 als Herr Wurzel in der Kinderserie „Hals über Kopf“ bekannt. Die Wurzels gehörten als Ehepaar zur festen Besetzung, während die Kinderrollen wechselten. Dass derselbe Schauspieler 1986 auch in Reinhard Hauffs Terroristenfilm „Stammheim“ zu sehen war, zeigt die Spannweite gleich am Anfang. 1987 folgten Hark Bohms „Der kleine Staatsanwalt“ und Uwe Schraders „Sierra Leone“, dazu Episodenrollen in Krimis wie „Ein Fall für zwei“.

1993 besetzte ihn Edgar Reitz in zehn Folgen von „Die zweite Heimat“ als ewigen Studenten Alex. Im selben Jahr begann die Serie „Nicht von schlechten Eltern“, 1994 folgte Axel Cortis und Gernot Rolls Mehrteiler „Radetzkymarsch“.

Mit Joseph Vilsmaier drehte er mehrfach, angefangen mit „Und keiner weint mir nach“ von 1996, später „August der Glückliche“ und 2004 „Bergkristall“ nach Adalbert Stifter. Dort standen auch Max Tidof, Ulrike Beimpold und Paula Riemann vor der Kamera.

Im österreichischen Kino war er 2000 in Wolfgang Murnbergers „Komm, süßer Tod“ mit Josef Hader zu sehen. 2006 gehörte er in 13 Folgen zu „Der Winzerkönig“, 2007 zum Mehrteiler „Zodiak: Der Horoskop-Mörder“. Dazu kommen Gastrollen in Serien wie „Kommissar Rex“, „Der Bulle von Tölz“ und „SOKO Kitzbühel“. Später folgten „Die Spiegel-Affäre“ und das Märchen „Die drei Federn“, beide 2014. Eine hübsche Fußnote ist der Fernsehfilm „Der Kardinal“ von 2011, in dem er ebenfalls mitspielte.

Historische Stoffe ziehen sich durch die ganze Laufbahn. Er gehörte zur Besetzung von Mika Kaurismäkis „Sehnsucht nach Jack“ (2000), von „Die Verhaftung des Johann Nepomuk Nestroy“ (2000) und von „Andreas Hofer: Die Freiheit des Adlers“ (2002), später von „Die Verführerin Adele Spitzeder“ (2012) und dem Zweiteiler „Das Sacher“ von 2016. Politisch wurde es 2013 in „Der Minister“ und 2017/2018 in „Das Ende der Wahrheit“.

Dancing Stars: Tanzen ohne Vorkenntnisse

Der ungewöhnlichste Auftritt seiner Laufbahn kam 2012. In der siebten Staffel der ORF-Show „Dancing Stars“ tanzte er mit Maria Jahn, obwohl er dem ORF vorher sagte: „Ich war nie in einer Tanzschule.“ Das Angebot hatte er zunächst für einen verfrühten Aprilscherz gehalten, dann sagte er zu und hoffte auf eine nette Lehrerin. Nehmen ließ er sich die Sache mit Humor: „Man scheitert schließlich mit seinen Aufgaben.“ Das Paar schied am 22. März 2012 in der dritten Runde aus.

Was macht Michael Schönborn heute?

Am häufigsten sieht man ihn derzeit in der ZDF-Reihe „Die Toten von Salzburg“ (Stand: Oktober 2026). Wikipedia verzeichnet seit 2021 mehrere Folgen, zuletzt „Mord in bester Lage“ von 2025 und „Die letzte Reise“ von 2026. 2023 spielte er außerdem in der Verfilmung von Robert Seethalers Roman „Ein ganzes Leben“. Auch die österreichischen Krimireihen bleiben ihm treu, 2019 war er in „Blind ermittelt“ zu sehen, 2021 in „SOKO Donau“. Zur Ruhe gesetzt hat er sich also nicht, obwohl er 2024 seinen 70. Geburtstag feierte. Laut Wikipedia lebt er in Sachsen-Anhalt, vertreten wird er von der Agentur Baumbauer Actors.

Häufige Fragen zu Michael Schönborn

Wie alt ist er?

Er wurde am 2. November 1954 in Schruns in Vorarlberg geboren.

Ist Michael Schönborn mit dem Kardinal verwandt?

Ja. Der frühere Wiener Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn ist sein Bruder.

Wen spielte er in „Hals über Kopf“?

In der Kinderserie spielte er von 1986 bis 1989 Herrn Wurzel.

Wo wohnt er?

Laut Wikipedia lebt er in Sachsen-Anhalt.

In welchen Filmen spielte er mit?

Dazu gehören „Stammheim“ (1986), „Und keiner weint mir nach“ (1996), „Komm, süßer Tod“ (2000), „Bergkristall“ (2004) und „Ein ganzes Leben“ (2023).

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