Samstag, 7. Juni 2026

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Netflix-Preiserhöhung: Alle Abos kosten zwei Euro mehr

Netflix hat die Preise in Deutschland in allen drei Abostufen um zwei Euro im Monat angehoben. Am stärksten trifft es das günstigste Angebot, das Standard-Abo mit Werbung kostet jetzt 6,99 statt 4,99 Euro. Neukunden zahlen bereits die neuen Preise. Bestandskunden müssen der Erhöhung erst zustimmen, sonst endet ihr Abo.

Hand richtet eine Fernbedienung auf einen unscharfen Fernseher, auf dem eine Übersicht mit bunten Programmkacheln zu sehen ist

Foto: Atlantic Ambience / Pexels

Seit dem 4. September zahlen Neukunden bei Netflix für das Standard-Abo mit Werbung 6,99 Euro im Monat statt bisher 4,99 Euro. Um denselben Betrag steigen die beiden werbefreien Abos, Standard kostet jetzt 15,99 Euro und Premium 21,99 Euro. Beim Werbe-Abo entspricht der Aufschlag rund 40 Prozent, beim Standard-Abo etwa 14 und beim Premium-Abo rund 10 Prozent.

Es ist die erste Preiserhöhung in Deutschland seit April 2024. Bei dieser Runde blieb der Preis des Werbe-Abos unverändert. Wer bereits ein Abo hat, zahlt vorerst weiter den alten Preis. Nach Angaben von heise online muss Netflix deutsche Bestandskunden ausdrücklich um Zustimmung bitten, bevor es den höheren Betrag berechnen darf. Ohne diese Zustimmung endet das Abo.

Das kosten die Netflix-Abos jetzt

Abobisherneu
Standard mit Werbung4,99 Euro6,99 Euro
Standard13,99 Euro15,99 Euro
Premium19,99 Euro21,99 Euro

Auch Zusatzmitglieder werden teurer. Ein Zusatzmitglied kostet jetzt 4,99 Euro im Monat, wenn es Werbung sieht, und 5,99 Euro ohne Werbung. Laut heise online ist das jeweils ein Euro mehr als bisher. Zum Standard-Abo lässt sich ein Zusatzmitglied buchen, zum Premium-Abo bis zu zwei.

Das Basis-Abo für 9,99 Euro bietet Netflix Neukunden bereits seit 2024 nicht mehr an, Bestandskunden können es weiter nutzen. Ob es teurer wird, geht aus den bisherigen Angaben nicht hervor.

Was das Werbe-Abo für 6,99 Euro bietet

Das Standard-Abo mit Werbung zeigt Filme und Serien in Full HD mit 1080p. Es läuft auf zwei Geräten gleichzeitig und erlaubt Downloads auf ebenso vielen. Das Abo ist werbefinanziert, laut Netflix sind bis auf wenige Ausnahmen alle Filme und Serien verfügbar. Zusatzmitglieder lassen sich zu diesem Abo nicht buchen.

Das werbefreie Standard-Abo bietet dieselbe Auflösung und dieselbe Zahl gleichzeitiger Geräte. Wer neun Euro im Monat mehr zahlt, sieht keine Werbung und kann ein Zusatzmitglied hinzubuchen. Premium streamt in 4K mit HDR auf bis zu vier Geräten gleichzeitig und erlaubt Downloads auf sechs Geräten.

Wann Bestandskunden der Erhöhung zustimmen müssen

Wann Netflix seine Bestandskunden um Zustimmung bittet, ist bislang nicht bekannt. Auf seiner Hilfeseite beschreibt das Unternehmen, wie das Verfahren üblicherweise abläuft. Etwa einen Monat vor dem Abrechnungsdatum, ab dem der höhere Preis gelten soll, kommt eine E-Mail mit den Einzelheiten. Beim nächsten Anmelden erscheint zusätzlich ein Hinweis, über den sich die Erhöhung annehmen oder ablehnen lässt. Wer annimmt, zahlt ab diesem Abrechnungsdatum den neuen Preis, wer ablehnt, verliert das Abo.

Wer Netflix über MagentaTV der Telekom gebucht hat, ist später an der Reihe. Dort steigt der Preis nach einem Bericht von netzwelt erst zum 1. November.

So lässt sich die Preiserhöhung hinauszögern

Nach Angaben von t3n haben Bestandskunden für die Zustimmung zunächst zwei Monate Zeit. Wer in dieser Zeit nicht reagiert, bekommt eine weitere Frist von einem Monat, erst danach endet das Abo. Bis dahin gilt der alte Preis. Wer die Aufforderung bis zum Ende beider Fristen offenlässt, schiebt die Erhöhung damit um bis zu drei Monate hinaus. Bei einem Abo ohne Zusatzmitglieder macht das bis zu sechs Euro aus.

Dauerhaft günstiger wird es nur mit einem kleineren Abo. Netflix erlaubt den Wechsel jederzeit über die eigene Website. Wer vom werbefreien Standard-Abo ins Werbe-Abo wechselt, zahlt auch nach der Erhöhung weniger als bisher, sieht dafür aber Werbung und kann kein Zusatzmitglied mehr einbinden.

Zeitlich begrenzt sparen lässt sich mit Kombipaketen. Beim TV-Streamingdienst waipu.tv kostet ein Paket aus Netflix Standard und waipu.tv Perfect Plus nach Angaben von inside digital im ersten Jahr 14,74 Euro im Monat, bei jährlicher Zahlung. Mit Netflix Premium sind es 17,74 Euro. Ab dem 13. Monat gilt wieder der reguläre Preis.

Was das Kölner Urteil über frühere Preiserhöhungen sagt

Das Landgericht Köln hat am 15. Mai 2025 entschieden, dass Netflix mehrere frühere Preiserhöhungen nicht hätte durchsetzen dürfen (Az. 6 S 114/23). Es ging um die Erhöhungen aus den Jahren 2017, 2019 und 2021, mit denen der Monatspreis nach Angaben der Verbraucherzentrale von ursprünglich 11,99 Euro auf bis zu 17,99 Euro stieg. Die Klausel zur Preisanpassung in den Geschäftsbedingungen hielt das Gericht für unwirksam. Auch die Pop-up-Fenster mit einem Zustimmen-Button, über die Netflix das Einverständnis der Kunden eingeholt hatte, wertete es nicht als wirksames Vertragsangebot.

Nach Einschätzung der Verbraucherzentrale können Betroffene zu viel gezahlte Beträge zurückfordern, unter Umständen nur mit einer Klage. Sie weist dabei auf die gesetzlichen Verjährungsfristen hin. Ob das Urteil rechtskräftig ist, geht aus ihrer Darstellung nicht hervor. Zu den Erhöhungen von 2024 und 2026 trifft es keine Aussage. Ob das aktuelle Zustimmungsverfahren den Anforderungen des Gerichts genügt, ist nicht geklärt.

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