Die NKD Deutschland GmbH ruft zwei Modelle von Kinder-Thermohandschuhen zurück, die seit Kalenderwoche 40 des Jahres 2025 im Sortiment sind. Betroffen sind das Modell Kinder Thermohandschuhe Kids mit den EAN 2021087420015, 2021087420022, 2021087420039 und 2021087420046 sowie das Modell Kinder Thermohandschuhe Paw Patrol mit den EAN 2021087430014 und 2021087430021. Nach Angaben des Unternehmens überschreiten die Handschuhe die gesetzlichen PFAS-Grenzwerte der POP- und der REACH-Verordnung.
Diese beiden Modelle sind betroffen
Das erste Modell ist dunkelblau bis blau und trägt Tiermotive mit Elch, Eisbär und Pinguin sowie ein Thinsulate-Label. NKD nennt dafür die Größen 1 und 2. Das zweite Modell ist dunkelblau und rosa und zeigt ein Motiv der Zeichentrickserie Paw Patrol. Für dieses Modell macht das Unternehmen keine Größenangabe.
Zusätzlich zu den EAN führt NKD mehrere Artikelnummern auf. Für das Modell mit Tiermotiven sind das 10088960, 2108742, 5219214, 5219215, 2108743, 5218526 und 5218527, für das Paw-Patrol-Modell 10088302, 2108743, 5218526 und 5218527. Andere Handschuhe des Sortiments sind nicht Gegenstand des Rückrufs.
So lässt sich prüfen, ob das eigene Paar dazugehört
Maßgeblich ist die EAN, also die Nummer unter dem Strichcode am Etikett oder an der Verpackung. Stimmt sie mit einer der sechs genannten Nummern überein, gehört das Paar zum Rückruf. Wer die Verpackung nicht mehr hat, kann sich an Farbe, Motiv und dem Thinsulate-Label orientieren und im Zweifel in einer Filiale nachfragen.
Der Rückruf steht seit dem 6. August auf der Website des Unternehmens. In die Verbraucherportale produktwarnung.eu und CleanKids gelangte er erst am 31. August, gut dreieinhalb Wochen später. Verkauft wurden die Handschuhe seit Herbst 2025.
Warum PFAS in Handschuhen ein Problem sind
PFAS steht für per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen. Das Umweltbundesamt zählt mehr als 10.000 Stoffe zu dieser Gruppe und beschreibt sie als kaum abbaubar, sie verbleiben sehr lange in der Umwelt. Einige PFAS reichern sich in Organismen an und wirken gesundheitsschädlich auf den Menschen. In Textilien werden sie eingesetzt, weil sie Wasser und Schmutz abweisen, was gerade bei Winterbekleidung erwünscht ist.
Die beiden von NKD genannten Regelwerke setzen dem Grenzen. Die POP-Verordnung, europäisch die Verordnung 2019/1021, setzt das Stockholmer Übereinkommen um und soll Herstellung, Verwendung und Freisetzung besonders langlebiger Schadstoffe so weit wie möglich zurückdrängen. Nach der Beschreibung des Umweltbundesamts kennzeichnet solche Stoffe, dass sie langlebig sind, sich in Organismen anreichern und schädlich auf den Organismus von Mensch und Tier wirken. Die REACH-Verordnung regelt daneben, welche Chemikalien in Erzeugnissen enthalten sein dürfen.
Welcher Stoff aus dieser Gruppe in den Handschuhen gefunden wurde und wie hoch die gemessenen Werte lagen, teilt NKD nicht mit. Das Unternehmen bleibt bei der Formulierung, das Produkt sei nicht sicher, weil die gesetzlichen Grenzwerte überschritten worden seien. Erst Mitte August hatte ein anderer Hersteller Kinder-Winterstiefel wegen Perfluoroctansäure zurückgerufen, einer einzelnen Substanz aus derselben Stoffgruppe.
So läuft die Rückgabe ab
NKD bittet darum, die Handschuhe ab sofort nicht mehr zu verwenden und sie in eine Filiale zurückzubringen. Ein Kassenbon ist dafür nicht nötig, der Verkaufspreis wird erstattet. Eine Frist für die Rückgabe nennt das Unternehmen nicht.
Ausdrücklich weist NKD darauf hin, die Handschuhe aus Umweltschutzgründen nicht über den Hausmüll zu entsorgen. Fragen zum Modell mit Tiermotiven beantwortet das Unternehmen unter info@nkd.com oder über das Kontaktformular, Fragen zum Paw-Patrol-Modell die Firma Skybrands unter info@skybrands.net mit dem Betreff Paw Patrol Handschuhe/Rückruf. Für beide Modelle stellt NKD ein Rückrufdokument zum Herunterladen bereit.
Was der Rückruf offenlässt
Wie viele Paare verkauft wurden, teilt NKD nicht mit. Auch zur Frage, ob die Handschuhe außerhalb Deutschlands im Handel waren und ob eine Marktüberwachungsbehörde den Rückruf veranlasst hat, liegen keine Angaben vor. Eine Bewertung, welches Risiko vom Tragen der Handschuhe ausgeht, hat das Unternehmen nicht veröffentlicht.


